Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- IV (5694) 1933/34
- Issue
- Heft 3-4 (Dezember 1933)
- Date
- 1933-12-01
- Page
- Seite 112 (sequence 66)
- Belongs to
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112 Wir begleiten *das Buch nach dem Osten, durch die Lernstuben der ragenden Rabbiner der damaligen Zeit und gelangen über Fürthi und Prag nach Boskowitz, wo gleichfalls eine charakteristische Figur des 18. Jahrhunderts, der Machazis Haschekel, still und anspruchslos seine Lehren und Gelehrtentätigkeit entfaltet. Wir begleiten alsdann Rabbi Moscheh Sofer nach seiner Wirkungsstätte im Osten und landen schließlieh in Preßburg, in jenem Preßburg, welches seit dieser Zeit unlöslich fest mit dem Namen des Chatham Sofer verbunden ist. Wir sehen ihn führen und lernen, wunderbar begnadet, in Gemeinde und Lehrhaus, wunderbar errettend in mancher bangen Stunde seines Lebens, wir sehen ihn mahnend und führend, unerschütterlich fest wie ein Fels inmitten brandender Wogen, und wir erleben tief ergriffen seine Scheidestunde, in der er ein volles Leben ungeteilt der Nachwelt überantwortet. Von Frankfurt geht das Buch aus, nach Frankfurt, nach dem deutsehen Frankfurt führt es in seinen Ausklängen zurück. Es schlägt die Brücke zwischen Chatham Sofer s. A. und Rabbiner Hirsch s. A. Sicher dürfte das vom Verlag würdig ausgestattete Buch viele Leser finden, die sich mit dieser denkwürdigen Periode der jüdischen Geschichte vertraut machen und daraus Trost und Kraft gewinnen. Chronik. Die Rabbiner Hirsch Gesellschaft veranstaltete am Vorabend des 27. Tewes im großen Saale der Frankfurt-Loge Frankfurt a. M. eine außerordentlich eindrucksvoll verlaufene Kundgebung, anläßlich des Jahrzeites von Rabbiner Hirsch s. A. Im Mittelpunkt des Abends stand ein Referat von Sr. Ehrw. Herrn Rabb. Dr. Merzbach, Darmstadt, über das Thema ״Vom Sinn unseres Schicksals“. Wir hoffen in einer der nächsten Nummern unserer Zeitschrift dieses Referat zum Abdruck bringen zu können. Über den Rahmen der eigentlichen Veranlassung des Abends hinaus, stellten die außerordentlich eindrucksvollen Ausführungen des Referenten den ersten Auftakt eines Hinaustretens der ׳,selbständigen Orthodoxie — in Frankfurt a. M. — und ihre Stellungnahme zum gegenwärtigen Zeitgeschehen dar. Rezitationen aus Rabbiner Hirschs-Werken, vorgetragen durch Herrn Erwin Offenbacher, gaben der Veranstaltung einen würdigen Abschluß. Redaktionsschluss der nächsten Nummer 30. Schewat 5694|15.Febr. 1934.