Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- IV (5694) 1933/34
- Issue
- Heft 3-4 (Dezember 1933)
- Date
- 1933-12-01
- Page
- Seite 95 (sequence 49)
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95 Tugenden der Edlen des Gottesftaalsvolkes als Normen fittlichen Denkens und Handelns. Ehrliche totale gottesflaatliche Gefchichtsfchau offenbart eines unvergleichlichen Volkes einzigartigen Weg durch die Zeiten zum beglückendften aller Ziele - den Nichtjuden zu beharrlichem Aufmerken reizend, den fernftehenden Juden zu grundfätzlicher Stellungnähme zwingend, aber den zu feinem Volk fich bekennenden Juden erfchütternd und begeifternd, ihm feines Dafeins Sinn und Ziel fo unfagbar groß vor Augen Hellend, fo troßreich, fo herrlich, fo lebenswert, fo - fterbenswert 1 Solche Schau muh erarbeitet werden. Dazu möchte diefes Buch anregen und behilflich fein. (Urfprünglich als hiftorifchpolilifches Vademecum für meine Kinder und den kleinen Kreis der Schüler niedergefchrieben, verdankt es manches Wertvolle dem freundlichen Rat kundiger Beurteiler. Die Nachweise in den Anmerkungen erheben keinerlei Anfpruch auf Vollftändigkeit.) Unwefentlich ift, ob man die Darftellung in allen Einzelheiten billigt, wefentlich aber ift das vorbehaltlofe Bekenntnis zum Gottesftaat. - 1. Das historische Gesetz. Die Gefchichte gefchieht zwiSchen Gottkönig und der in Staats- Völkern gegliederten Menfchheit. An der Fülle der der Menfchheit verliehenen leiblichen Ausstattung, vom eigenen Leib bis ans Ende der finnlich faßbaren Dingwelt, und der feelifchen Ausftattung, von der unftillbaren Sehnfucht der Seele bis zur Gnade nächfter Gottesnähe, hat jedes Staatsvolk einen gewiffen Anteil zu volkstümlicher Verwendung, nach autonomiftifchem Wahn für fich felber, in Wahrheit für Gottkönig. Im autonomen, durch eigene Gefetzgebung geordneten, felbftifchen Staafsvolkstum regiert der Volksleib, die Wirtfchaft. Es ift faß ganz und gar erdgebundenes leibliches Volkstum: alle feine Politik ift Wirtschaftspolitik; der weit überwiegende Großteil feiner Kultur einschließlich Kunft und Wiffenfchaft ift Wirtfchaftskultur, erftrebt die Verfeinerung der im Sinnlichen wurzelnden Lebens- Vorgänge. Das feeliche Volkstum darbt und leidet unfäglich: die Seele, in ihrer Eigenart, drängt und Schmachtet nach Sichiinden mit dem allein Schöpferischen und ewigen Willen Gottkönigs, fie lehnt fich verzweifelt nach dem Gottesreich, und ihre Sehnfucht erftirbt nicht in den Völkern. Gottkönigs Herrfchafi befreit das Volk leiblich vom Joch der