Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 10-11 (Juli 1933)
- Date
- 1933-07-01
- Page
- Seite 325 (sequence 29)
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5ג3 und des Todes einer Gottes-Erkenntnis noch hindernd in den Weg. Doppelt groß ist nunmehr die Aufgabe des Menschen, nicht nur in sich sondern auch in der Welt Gottes Macht wieder zur Alleinherrschaft zu bringen. Das Gebiet, auf das sich seine erlösende Tat!zu erstrecken hat, Ist nicht nur sein eigenes Wesen sondern die ganze Welt. Man hätte erwarten können, daß Gott idem ersten Menschenpaar diese Aufgabe gesetzt hätte. Nachdem aber das erste Menschenpaar das Vertrauen zur Lösung solcher Aufgabe infolge der Sünde verscherzt hatte, wurde diese Aufgabe erst einem Menschenkreis erteilt, dessen Ahn zehn Prüfungen siegreich bestanden hatte, und der selbst im Augenblick der Befreiung, der eigenen Neuschöpfung, durch Erfüllung zweier Gebote — 'בדמיך הי — die restlose Hingäbe an Gott bezeugt hätte.20) Wie diese Aufgabe lauten muß, ist nach obigen Ausführungen klar. Das alte Lebensgesetz des Menschen, das Gesetz der Thora, muß in seiner reinen Geltung wieder zur Darstellung gelangen. Die alte Freiheit, die innere Einheit von Sollen und Sein die Einheit mit Gott muß aufs neue gewonnen werden. Diese Freiheit, die nicht nur Freiheit von der Sünde ,sondern infolge ihrer Einheit mit Gott auch Freiheit vom Tode bedeutet, wäre dem jüdischen Volk zum Geschenk geworden, hätte es sich nicht bei der Egel-Sünde wiederum verführen lassen, die schöpferische Kraft des Menschen mehr zu verehren als die göttliche Schöpferkraft eigenen Volkstums, eigenen Lebens. So aber muß es sich diese Freiheit mit Hilfe der Thora erst erringen. Diese Freiheit ist nun nicht mehr wie bei Adam Freiheit und Einheit des Individuums, sondern Freiheit und Einheit des Volks. Dies neue Moment läßt uns das Wort von der Schöpfung der Welt und des Menschen mit Hilfe der Thora noch besser verstehen. Wir hatten bisher nur von den Gesetzen der Thora als den konstituierenden Mitteln des Aufbaus der Welt und des Menschen gesprochen. Nachdem nun auch historische Momente den Aufbau des Volks bedingen, verstehen wir, daß auch der geschichtliche Inhalt der Thora seine konstitutive Kraft wird auswirken müssen. Alles in der Thora ist als Gesetz und Lehre zu erfassen und als Motiv der Lebensführung des jüdischen Volks zu begreifen. Alles in ihr hat teil an der Förderung unserer Freiheit, unserer inneren Einheit, unserer Einheit mit Gott. *°) Talm. b. K’rithoth 9,1.