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Nahalat tsevi · 1933-03-01 · Heft 6-7 (März 1933) · p. Seite 220

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
III (5693) 1932/33
Issue
Heft 6-7 (März 1933)
Date
1933-03-01
Page
Seite 220 (sequence 52)
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220 Zur Lektüre des Buches reicht nicht jedermanns Geduld. Das;Buch ist viel weniger populär geschrieben, als es, dem Titel und der Tendenz nach geurteilt, es sein möchte. Seine Formulierungen sind schwerfällig, seine Sprache ohne Glätte, fast holperig. Aber ■schon die Wirkung des Titelwortes ist nicht ohne Bedeutung. Der Untergang des Judentums scheint zu einem Schlagwort werden zu wollen. Man hört und liest es überall, wo die Judenfrage vom Standpunkt der koramunistisch orientierten Weltanschauung und politischen Stellung heraus diskutiert wird. Und ein solches Schlagwort tut manehern in der Diskussion gute Dienste. Ist nämlich das Judentum sowieso zum Untergang verurteilt, so hat es keinen Sinn, sich auch;weiter an dasselbe Judentum!zu halten. Man tut gut daran, den notwendigen historischen Prozeß nicht verhindern «zu wollen und dem Untergange keine Schwierigkeiten jn den Weg zu legen. Der notwendig erfolgende Untergang des ■Judentums rechtfertigt es, wenn man den Untergang seines eigenen Judentums zu fördern beginnt. Man glaubt, auch in sich ein Stück untergehendes Judentum erblicken zu dürfen, für dessen Verschwinden als Judentum allein die!in der historischen Entwichlung wirkenden Faktoren verantwortlich gemacht werden können. So wird die perönliche Verantwortung für seine Ausscheidüng aus der Gedankenwelt des Judentums und die Aufgabe der jüdischen Lebensformen abgestreift, und die Schuld, so eine solche vorliegt, auf objektive, über der persönlichen Entscheidüng des Einzelnen stehende Faktoren geschoben. , Der Witz der Sache ist,!daß Heller gar nicht die Behauptung aufstellt, das Judentum sage: Judenvolk!müsse untergehen, im Gegenteil! Vom Siege des Sozialismus erwartet Heller auch die Lösung der Judenfrage. Aber nicht durch die Verschmelzung der Juden mit ihrer Umgebung, sondern,;so der Sinn der Juden danach steht, durch die Umschaffung tder Juden, die seit über 2000 Jahren nur noch als eine Kaste bestehen, in ein normales Volk. Denn das ist es, worauf die ganze Theorie Hellers aufgebaut ist: Die Juden sind seit der ersten Vertreibung aus ihrem Lande kein Volk mehr, sondern eine Kaste. Der Begriff des Judentums erhält durch Heller einen «neuen Inhalt, eine neue Umschreibung. Dieses sein neu gewonnenes Judentum läßt Heller mit dem Ende des kapitalistischen Wirtschaftssystem untergehen, dessen Ausgeburt es ist. Die!Summe der Individuen jüdischer Abstammung hat dann die Wahl izwischen einem

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