Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 4-5 (Januar 1933)
- Date
- 1933-01-01
- Page
- Seite 169 (sequence 57)
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1e9 will. Nicht wahr, Herr Doktor, aus der Gemeinschaft des Thora-Staatsvolks kann man gar nicht ״austreten“, es sei denn, daß man zuvor in sie eingetreten wäre, denn ihr gehört man nicht so ohne weiteres an, sie hat keinen Anspruch an die Gehurten in Israel, sie muß warten, bis man zu ihr kommt. ״Austreten“ kann man nur aus der liberalen Religionsgemeinschaft, aus der zionistischen Nationalgemeinschaft, denn sie sind die wahren und eigentlichen Erben des — Gottesstaats im Galuth, Herr Doktor- Bemh'eim: — --־־- (Wird fortgesetzt.) Chronik. Drei kurze Auszüge aus in Deutfchland erfcheinenden Zeitungen find so charakteriftifch für die geifiige Verfassung deutfcher Juden, daß ihre Wiedergabe ohne weiteren Kommentar genügt. I. Anläßlich des 60. Geburtstages von Bialik beginnt ein Artikel von Dr. Josef Klausner im ״Hamburger Familienblatt״ vom 12. Januar 1933 mit den Worten: ״Der 10. Tebeth, der Fasttag ist dieses Jahr Freudentag gewesen. Chajim Nachmann Biolik wurde 60 Jahre. — Das ist — ein Volksfest.״ II. Das ״Tagebuch“ vom 14. Januar 1933, dessen Herausgeber auch mit der westeuropäifchen Judenheit einigermaßen Fühlung hat, fühlt lieh veranlaßt einen Witz von Roda Roda abzudrucken, welcher die jüdifche Religion verächtlich macht und der mit folgender Einleitung beginnt. ״Vielleicht die frommsten Juden find Jene von Munkacz in der 510wakei. Sie zünden am Sabbath kein Licht an, tragen am Sabbath nicht einmal den Regenfchirm, berühren am Sabbath nicht einmal ein Geldstück.״ III. In der Dezembernummer der ״Jüdifch ״ liberalen Zeitung״ wird im Spitzenartikel die liberale Jugend von einem der prominentesten Führer der jüdifch-liberalen Bewegung in Deutfchland darauf hingewiesen, daß Moses fchon zu den Ahnen der liberalen jüdischen Jugend gesprochen habe ״mit unseren Jungen und mit unseren Alten wollen wir gehen, mit unseren Söhnen und unseren Töchtern ufw.״. Sollte es sich um ein Zitat aus unserer Thora handeln, (2. B. M. Kap. 10. Vers 9) dann ist dem Leitartikler ein unangenehmer Lapsus passiert, denn er kann doch der liberalen Jugend nicht Pharao als ihren Ahn aufoktroyiren, an den diese Worte gerichtet waren!