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Nahalat tsevi · 1932-12-01 · Heft 3 (Dezember 1932) · p. Seite 108

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
III (5693) 1932/33
Issue
Heft 3 (Dezember 1932)
Date
1932-12-01
Page
Seite 108 (sequence 48)
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lös Bernheim: Das kann man nicht sagen. Es sind Nationalisten, die im günstigsten Fall die Thora als fortentwickelbares Kultur- Produkt des jüdischen Volkes gelten lassen. Alfred: Aha. Ihnen ist die Thora gewillkürtes Menschenge־ setz, wie alle anderen Menschengesetze. Ihr Ideal ist die suveräne jüdische Nation nach der Weise der Völker. Nicht wahr? Bernheim: So ist es. Und ihnen steht der Misrachi entgegen, der für die jüdische Nation in Palästina der Thora diejenige Geltung erkämpfen will, die ihr gemäß der Geschichte unseres Volkes zukommt Alfred: Die Liberalen wie die Nationalisten negieren das Staatsrecht der Thora und das Staatsvolk der Thora. Die Liberalen setzen an Stelle des Staatsrechts der Thora eine völlig vom menschlichen Ethos bestimmte 1und bestimmbare subjektive Religion und an Stelle des Staatsvolks der Thora eine Religionsgemeinschaft nach Weise etwa der protestantischen Kirchengemeinschaft. Die Nationalisten setzen an Stelle des Staatsrechts der Thora ein völlig vom nationalen Ethos bestimmtes und bestimmbares subjektives Recht und an Stelle des Staatsvolks der Thora eine Nation nach Weise der Nationen der Erde. Bernheim: Das trifft zu. Alfred: Liberale wie Nationalisten haben sich keineswegs damit begnügt, nur Theorien über Judentum und jüdisches Gemeinschaftsieben aufzustellen und zu lehren. Sie sind zur Tat übergegangen. Die Gemeinde, deren Rabbiner Sie sind, und alle Gemeinden gleicher Struktur, sowie die Gemeindeverbände, von denen Sie sprachen: sie alle sind, nach Ihrem eigenen Bekenntnis, keine Organisationen, die dem Staatsrecht der Thora schlechthin untertänig sich fühlen, keine Organisationen des Staatsvolks der Thora, das trotz Zertrümmerung des Thorastaats dem Staatswillen der Thora sich untertänig erachtet: aktuell sind sie nichts als — Religionsgemeinschaften im Sinne des Liberalismus, Organisationen subjektiver Religiosität, in denen für liberale und für orthodoxe Religiosität Raum ist, gleichwie die protestantische Kirche liberale wie orthodoxe Protestanten in sich birgt. In diese, der protestantischen Reiigionsgemeinschaft durchaus angeähnelte, jüdische Religionsgemeinschaft sind Sie eingetreten, um in ihr die Fahne des Staatsvolks der Thora, des Staatsrechts der Thora aufzupflanzen. — Keneßetlr Jißrael, die neue Organisation des jüdi-

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