Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1932)
- Date
- 1932-12-01
- Page
- Seite 76 (sequence 16)
- Belongs to
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76 jederzeit mit der Straßenbahn von dort zu erreichen ist, die Möglichkeit gegeben, daß am 15. November dieses Jahres zunächst die Vereinigung liberaler Rabbiner Deutschlands ihre Jahresversammlung abhalten konnte, die unter dem Zeichen Abraham Geigers •stand, und dann konnte abends nach Schluß dieser Tagung diejenige des Allgemeinen deutschen Rabbinerverbandes in Mainz mit einem Geschäftsbericht beginnen, den das gemeinsame Vorstandsmitglied der beiden Verbände, Dr. Dienemann, Offenbach, erstattete. Die zarte Rücksichtnahme des Allgemeinen Rabbinerverbandes auf seine gesetzestreuen Mitglieder, nämlich die Tagung nicht auch in Wiesbaden im Zeichen Geigers zu veranstalten, paarte sich mit der den liberalen Mitgliedern gegebenen Möglichkeit, aus dem ״liberalen“ Wiesbaden in einigen Minuten in das ״allgemeine“ Mainz zu reisen. Es ist für die Leser dieser Zeitschrift nicht ohne Interesse, die Gedankengänge kennen zu lernen, in welchen sich die Verhandlungen der liberalen Rabbinervereinigung bewegten. Man wird — nach genauer Kenntnis der geistigen Atmosphäre, welche bei diesen Verhandlungen herrschte — sicherlich ein größeres Maß von Verständnis für die Einstellung der selbständigen Orthodoxie gewinnen, die jede Verbindung organisatorischer Art mit den Vertretern dieser Art von Judentum ablehnt. Auf der liberalen Rabbinertagung hielt zunächst der Amtsnachfolger Geigers auf dem Rabbi naissitz der Wiesbadener liberalen Gemeinde Dr. Paul Lazarus einen Vortrag über das Thema: Was hat Abraham Geiger in Wiesbaden für das deutsche Judentum geplant und geleistet?“ Es gehört ein gewisser Mut dazu, über dieses Thema zu sprechen und Geiger in ״seinem vielseitigen Wirken als Lehrer, Prediger, Wissenschaftler und Organisator“ in seinem ersten Amtsbezirke zu feiern, da man doch mit Sicherheit voraussetzen darf, daß dem Redner ebenso wie seinem Publikum mindestens die gedruckten Quellenmaterialien bekannt waren, nachdem auch ausdrücklich ungedruckte Quellen herangezogen wurden. Aus diesen gedruckten Quellen sei einiges hier nachgetragen, jum das Bild Geigers so zu zeichnen, wie es der historisehen Wirklichkeit entspricht.1 Wir halten uns im folgenden an die Disposition des Vortrages von Lazarus. י Vgl. hierzu und zu den! folgenden die ausserordenl!i!־h lesens-