Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- III (5693) 1932/33
- Issue
- Heft 1-2 (Oktober 1932)
- Date
- 1932-10-01
- Page
- Seite 64 (sequence 66)
- Belongs to
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64 historischer Rückblick aul die jüngsten 50 Jahre ist es geworden, eine objektive Berichterstattung. Wenn Sir Ronald Stores, Gouverneur von Cypern, in seinem Kondolenzschreiben den Hingang des Meisters als einen Verlust für das Weltjudentum bezeichnet, so mag dieser geschichtliche Versuch mit großer Perspektive auch dem Weltjudentum vieles zu sagen haben und zu denken geben. Da eine deutsche und englische Uebertragung in Bälde zu erwarten ist, behalten wir uns eine eingehende Würdigung und Besprechung vor. Die hebr. Ausgabe ist zum Preise von RM. 2.— auch durch die Palästina-Centrale der Agudas Jisroel, Frankfurt a. M., Schwanenstr. 12 zu beziehen. Dr. Eli Munk, London, Nichtjuden im jüdischen Religionsrecht, Philo-Verlag, Berlin. Die Schrift schlägt den Weg indirekter Äpologetik ein. Die Auseinandersetzung mit Angriffen will sie mehr nebenher erreichen, im Vordergrund steht die klare und scharfe Herausarbeitung des wissenschaftlichen, also wirklichen Inhalts der behandelten Stellen. Es ergibt sich dann von selbst, daß die Angriffe fehlgehen. Dem Leser, der die Wahrheit sucht, wird dadurch ihre Erkenntnis wesentlich erleichtert. Ein Hauptverdienst der Schrift ist die Kenn- Zeichnung, die in ihr der in letzter Zeit vielbeschäftigte ״Sachverständige“ in talmudicis Dr. Bischoff erfährt. Manches Fehlurteil über das talmudische Schrifttum verdankt sein Entstehen seinen Gutachten und wissenschaftlichen Werken. Wenn nun also einem; solchen Wissenschaftler nachgewiesen wird, daß er das notwendige Rüstzeug zum Erfassen einer mittelschweren Talmudstelle nicht besitzt, daß er durch Weglassen wesentlicher Textteile sich grobe Entstellungen und falsche Auslegungen zu schulden kommen läßt; wenn ihm nachgewiesen wird, daß er Gesetzeswerke, über die er urteilen will, sträflich oberflächlich kennt und dadurch sich in ,geradezu lächerlicher Weise vergreift; dann wird kein Gerieht auf solche Gutachten Urteile bauen dürfen. Durch die Presse ging die Nachricht, daß der Nürnberger Talmudprozeß eine neue Verhandlung erfahren soll. Das Gericht wird an den Feststei- Jungen der Munkschen Schrift nicht Vorbeigehen können. Dr. K. Nbg. Redaktionsschluss der nächsten Nummer: 10. Cheschwan 5693/9. Nov. 1932