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Nahalat tsevi · 1932-08-01 · Heft 11-12 (August 1932) · p. Seite 378

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
II (5692) 1931/32
Issue
Heft 11-12 (August 1932)
Date
1932-08-01
Page
Seite 378 (sequence 60)
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76צ üblichen Sinne, nicht immer nur an den Einzelnen, insofern er Mitglied der Gemeinschaft ist? Begnügt es sich nicht mit dem rein äußerlichen Gehorsam der Tat? Alfred: Die Thora nicht. Wundert Sie das? Ist nicht in Wahrheit schon der einzelne Mensch eine Gemeinschaft? Körper, der Körper selbst bereits eine Fülle von Einzelkräften und Einzelfähigkeiten, Geist, Wille, Gefühl, Seele: ist es nicht klar, daß Gott ihrer aller Schöpfer, auch ihre Beziehungen, zu einander in der Thora regeln könnte? Bernheim: Ist aber die Thora auch insoweit Recht des Thorastaats? Alfred: Sicher. Der Thorastaat hat Vorkehrung zu treffen, daß der Einzelne durch Erziehung, Lehre, Lebenspraxis zu einem echten Bürger des Thorastaats heranreift. Jeder Satz der Thora, an den Einzelnen gerichtet, gilt zugleich dem Thora- Staat. , Bernheim: Das ist klar. Erzieht nicht auch der Staat von heute, und zwar in immer wachsendem Maße? Legt nicht auch er höchsten Wert auf Staatsgesinnung? Nur daß der moderne Staat sich selbst zum Selbstzweck setet, während im Grunde der jüdische Staat nur ein Mittel war, den Einzelnen zu Gott zu bringen, dem Einzelnen zu gewährleisten, sich völlig im Dienste Gottes auszuleben. — Doch wir sind abgeschweift, mein lieber Freund. Fahren Sie fort. Alfred: Ja, nun kommt wohl die Stelle, Her Doktor, wo wir auseinandergehen. Bernheim: Versuchen wir’s einmal. Alfred: Ich sagte vorhin, daß die Weissagung in Levitikus völlig klar erkennen läßt, daß zwar unser Staat zerstört wird, daß aber die Elemente des Staats, also Staatsvolk, Staatsland und 1Staatsgesetz, die Zerstörung des Staats durch ein metageschichtliches Wunder überdauern. Bernheim: Ich weiß wohl. Alfred: Das Staatsland protestiert in seiner sehnenden Oede gegen jede Einbeziehung in ein anderes Staatsgefüge als das Staatsgefügt des Thorastaats. ״Es heischt seine Sabbathgesetze“, wie die Schrift so unnachahmlich sagt. Bernheim: Das ist ergreifend schön. Alfred: Hinreißend ist es. Küssen möchte ich den Staub unseres Landes, unseres treuen Landes.

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