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Nahalat tsevi · 1932-08-01 · Heft 11-12 (August 1932) · p. Seite 340

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
II (5692) 1931/32
Issue
Heft 11-12 (August 1932)
Date
1932-08-01
Page
Seite 340 (sequence 22)
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340 Gesetzes, sondern ״allein durch den Glauben“. Durch Luther wird das Verbrechen Karls des Großen gutgemacht. Das Christentum ist!mysterienhaft!und übernatürlich. Der r e 1 ig i ö s e Vorgang s p i e i t sich außerhalb des G e s e tzes ab. Israel aber ist ein Volk des Gesetzes und dieses Gesetz ist wesentlich anders als die Gesetze der anderen Völker und!das einzigartige am jüdischen Gesetz ist, daß es aus Offenbarung stammt. 111 Moses kristallisierte sich nicht die jüdisehe Volkspersönlichkeit, die ihrerseits in Rücksicht auf dieses Volk diesem ein Gesetz gibt, das Gesetz wird nicht aus dem Volke geboren, die Offenbarung stammt nicht aus dem Volke,!aus der Psyche des Volkes, sondern sie ergeht an das Volk. Der Monotheismus ist nicht eine vereinfachte Form der Vielgötterei, wie wenn etwa ibei den alten Griechen oder später bei den Römern der oberste Gott die Regie übernimmt, das bleibt vereinfachtes rationalisiertes Heidentum, sondern durch die Offenbarung wird die Lehre vom ״Einigen Gott“ allen anderen auch nur möglichen Konzeptionen des Heidentums, auch wenn sie quasi monotheistisch waren, entgegengestellt! Der ״Einige Gott“ ist Schöpfer der Welt und Urgrund des Gesetzes. Und diesem ״Einigen Gott“ steht als Korrelat die Einheit Israels zur Seite. Die Einheit und Unteilbarkeit Israels!besteht in der Ebene der reinen Geschichte; von ihr wird jeder Jude erfaßt. Sie ist das geschichtliche apriori des Judentums. Das Judentum hat an der Linie des Gesetzes treu festgehalten und daher das Reich des Messias säkularisiert. {Das ist seine Erhebung gegen die christlichen Güter. Für das Judentum bedeutet das Reich des Messias die Verwirklichung der Gerechtigkeit auf Erden von Menschen tragbar und durchführbar. Und Israel sucht immer seine Gedanken gegen das Christentum durchzusetzer! und wo immer es antichristliche Gedankengänge in der deutschen Philosophie findet,!so greift es diese Gedanken auf, so bei Nietzsche und Schopenhauer. Wer?daher einen starken Staat will, geführt von einer bodenständigen Oberschicht, diese wieder geführt von einem christlichen König, muß Antisemit sein. Will man aber die Weltdemokratie, so muß man zum Judentum übertreten. Der christliche König umgeben von einem mystischen Nimbus ist Repräsentant des germanischen Volkes, das eine Urreligion aus sich heraus erzeugt hat, und dem es auch sein Christentum angepaßt hat. Die Demokratie, das Endziel des Judentums, das

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