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Nahalat tsevi · 1932-06-01 · Heft 9-10 (Juni 1932) · p. Seite 316

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
II (5692) 1931/32
Issue
Heft 9-10 (Juni 1932)
Date
1932-06-01
Page
Seite 316 (sequence 62)
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316 Die Galuthgeschichte des jüdischen Volkes ist die tränenfeuchte Geschichte des in Ohnmacht gesunkenen richtigen Menschengesetzes. Die ganze Erde ist dem unrichtigen Menschengesetz untertan. Drum ist auf ihr kein ,Platz fü!r die Nation, die dem richtigen Menschengesetz ׳untertänig ist. Drum trotzt das Land, das nur dem richtigen Menschengesetz sich erschließt. Aus der Metageschichte des jüdischen Volks wird die Geschichte der Völker verständlich, wie umgekehrt die Geschichte der Völker die Metageschichte des jüdischen Volks rechtfertigt und bestätigt. Bernheim: Mein lieber Junge, eine hohe Stimme spricht aus Dir. Du siehst das alles mit jungen, frischen Augen. Alfred: Halten ,Sie das alles für Träumerei? Sagen Sie es mir offen, Herr Doktor. Bernheim: Ganz im Gegenteil. Mich erschüttert es tief, Dich also reden zu höern. Wie groß ist doch die Kraft des Judentums. Alfred: Aber die Konsequenzen, Herr Doktor, die Konsequenzen! Bernheim: Welche Konsequenzen? Alfred: Gibt es die Nation des richtigen Menschengesetzes, wenn es — Ihre Gemeinde gibt? Bernheim:- Alfred: Sagen Sie mir’s doch, bitte, Herr Doktor. Bernheim: Mein lieber Junge, was bist Du so hart. Alfred: Wieso hart? Hart gegen wen? Ich will doch nur die Wahrheit. Bernheim: Vergißt Du nicht über dem Menschengesetz die — Menschen? Alfred: Nur an die Menschen denke ich, an ihr großes Leid, an ihr kümmerliches Leben, an ihren schweren Tod. Bernheim: Und wenn Du nur an die Menschen denkst, die armen verirrten Menschen, warum willst Du nicht bei mir bleiben, mir zu helfen; sie zu retten, da sie in Gefahr sind; sie zu gewinnen, da sie verloren gehen; sie zu stützen, wo sie schwanken; sie zu stärken, weil sie matt sind? Warum willst Du das nicht? Sag doch! Alfred:-- Bernheim: Es ist doch fast alles richtig, was Du da sagst. Aber was folgt denn nun wirklich daraus? Das große Mitleid mit den Menschen, denen eine Binde die Augen verschließt,

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