Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 9-10 (Juni 1932)
- Date
- 1932-06-01
- Page
- Seite 307 (sequence 53)
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m wollen pich mit dem jüdischen Herzen nicht begnügen. Sie wollen die ganze jüdische; Tat. Nicht wahr? len gehe doejh nicht fehl, wenn ich in Innen einen der jungen Männer zu erblicken glaube, die sich zum alten Judentum zurückfinden. Alfred: Ja. , Bernheim: So!seien Sie mir nochmals herzlich willkommen. Israels Gott sei mit Ihnen, unter dessen Flügelschatten zu weilen Sie sich entschlossen haben. — Vielleicht können Sie sich gar nicht denken, welch große Freude Sie mir bereiten. Den ,Fernstehenden die Rückkehr zu ermöglichen, ihnen den Weg zu ebnen, sie zu führen und zu beraten: das ist der Sinn] meines Wirkens an diesem Rosten, auf den mich die Vorsehung, gestellt hat. Alfred: Welchen Posten meinen Sie, Herr Doktor? Bernheim: Nun, den Posten als Rabbiner dieser großen Gemeinde in Israel, in der es leider so viele gibt, die nicht mehr zwischen links und rechts zu unterscheiden wissen, weil sie auf den Knien der Thora niemals erzogen wurden. Von ihnen will ich mich nicht loslösen, weil ich mfeh auch für sie verantwortlich weiß. Alfred :Loslösen? Bernheim: Loslösen durch Preisgabe dieser großen Gemeinde. An wen hätten Sie sich denn wenden sollen, wenn Ihre Gemeinde völlig in liberalen Händen gewesen wäre? Alfred: Ich hätte mich ganz bestimmt an einen orthodoxen Rabbiner gewandt; wenn nicht in meiner, so in einer anderen Gemeinde. Es soll doch übrigens hier auch eine zweite Gemeinde geben, die ganz und gar orthodox ist. Bernheim: Ja, ja. Aber wären Sie denn, ohne das gesetzestreue Element unserer Gemeinde, überhaupt dazu gekommen, den Entschluß zur Rückkehr zu fassen? Es bedarf doch dazu eines Anstoßes, nicht wahr? Alfred: Offen gestanden, Herr Doktor, habe ich noch vor gar nicht langer Zeit von der Existenz des gesetzestreuen Elements in der Gemeinde überhaupt keine Ahnung gehabt. Im Hause meines Vaters ist nie davon gesprochen worden. Ich glaube, wenigstens nach meiner Erfahrung, daß der Einfluß des gesetzestreuen Elements auf die wirklich liberalen Kreise der Gemeinde äußerst ׳gering ist, wenn er überhaupt besteht. Bernheim: Hm. Finden Sie? Ich bin nicht ganz Ihrer An-