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Nahalat tsevi · 1932-02-01 · Heft 4 (Februar 1932) · p. Seite 127

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
II (5692) 1931/32
Issue
Heft 4 (Februar 1932)
Date
1932-02-01
Page
Seite 127 (sequence 30)
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127 vertrug keinerlei Paktierung mit der Gemeinde-Orthodoxie und machte ihre Emanzipation unmöglich. Den gleichen Standpunkt nahm Rabbiner Salornon Breuer 1זצ״יל ein und zog daraus die Konsequenz für Land und Welt. Denn gegen Land und Welt kann sich die Stadt nicht halten. Man weiß, daß bereits Rabbiner Salornon Breuer זצ״ל schwerste Kämpfe innerhalb der organisierten Orthodoxie zu bestehen hatte. Als Führer der größten orthodoxen Gemeinde erwies er sich als der Stärkere. Rabbiner Raphael Breuer זצ״ל war, in all seiner Originalität, ein treuer Schüler seines Vaters und Großvaters *זצ״ל. Ihn zur Führerschaft emporkommen zu lassen, hieß die Intransigenz verewigen. Vielleicht gar nicht einmal bewußt, gestalteten daher in ferne Zukunft langende Wunschgedanken Fehler der Jugend zu Katastrophen, Schwächen der Jugend zu Verbrechen; sorgten sie vor, daß keine Austrittgemeinde ihre Tore diesem Rabbiner öffnete, die offizielle Orthodoxie von ihm keine Notiz nahm. Das ist die Tragödie, in der der Wahlkampf nur ein Akt war und die nun der Tod beendet hat. Frühe und offene Aussprache hätte vieles ändern können. Es ist viel Verstrickung dabei. Wie in jeder Tragödie. 9. Rabbiner Raphael Breuer ist ein Opfer des Wunsches nach Paktierung mit der Gemeinde-Orthodoxie in irgend welcher Form geworden. Rechtfertigt der Erfolg das Opfer? Mehr als fünf Jahre sind verflossen, seit Rabbiner Salornon Breuer *זצ״ל uns verlassen hat. Sind unsere Beziehungen zur Gemeinde-Orthodoxie seitdem andere, bessere geworden? Hat sie den Weg zur agudistischen Organisation gefunden? Ist der Weg auch nur angebahnt? Erlebte die agudistische Organisation einen neuen Frühling? Trübe Fragen. Trübe Antworten. Es wäre Zeit, sich zusammenzusetzen und zu überlegen, was geschehen kann, was geschehen muß. Nun wir uns ausgesprochen haben, ist die Möglichkeit gegeben. Der teuere Heimgegangene trennt uns nicht mehr, sondern führt uns, nach solch offenem Bekenntnis, zusammen.

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