Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- II (5692) 1931/32
- Issue
- Heft 4 (Februar 1932)
- Date
- 1932-02-01
- Page
- – (sequence 4)
- Belongs to
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תהי נשמתו צרורה בצרור החיים. Von Rabbiner Dr. Pinchas Kohn. Dieser Wunsch, mit dem man das Leben eines Verklärten in die!Ewigkeit zu geleiten pflegt — es sei seine Seele umfangen vom Gefüge des Lebens — kann wohl auch in ganz besonderen Fällen zu einer Prophezeiung werden und einer Seele den Weg!zurück aus der Ewigkeit in das Leben bahnen. Wenn der Schmerz so heiß und sengend brennt, dann warten viele Menschen auf ein erlösendes, befreiendes Wort. Uns ward es am Grabe von Rabbiner Dr. Raphael Breuer זצ׳ל in dieser Deutung des ,תנצבד• Wir dachten an die wenigen, von denen der klare Geist unserer Weisen s. A. kündet, לא מת er starb nicht trotz des physischen Todes, und es soll heute unser Bemühen sein, den Verklärten zu begrüßen בצרור החיים im Gefüge unseres Lebens. Eine alte, man wäre versucht zu sagen: eine heilige Lebensanschauung besagt, daß jeder so lange lebt, bis er die in ihm schlummernden Möglichkeiten zum Guten, Wahren und Schonen zur Entfaltung, zur Vollendung geführt hat, bis er ein מושלם geworden ist. Unendlich reich, unendlich vielgestaltig waren diese Möglichkeiten und Fähigkeiten in der Seele des Verklärten זצ״ל• Ist eine unvollendet geblieben? Ist nicht jede so weit erschöpft, daß es nur noch des Siegels der Ewigkeit — גושפנקא דמלכא — auf dieses Leben bedurfte, um auch in das Bewußtsein der Lebenden eine Ahnung dieses Vollendetseins zu tragen? Vielleicht ist es in diesem Zusammenhang gestattet, wir möchten beinahe sagen, im Sinne der Forschungsweise des Verklärten זצ׳ל, einer religiösen Vorschrift eine besondere Bedeutung zu geben. Es ist Sitte, bei Nennung des Namens der nächsten Anverwandten und des Lehrers, wenn sie uns entrissen sind, die Worte הרני כפרת משכבו hinzuzufügen, Worte, die an und für sich nach der Erklärung unserer Alten den höchsten Ausdruck reinster Hingabe darstellen. Aber sie schließen wohl auch das Gelöbnis in sich ein, dasjenige weiterzuführen, was ein Dahingegangener begonnen, seinem Wollen eine Gasse in das Leben zu bahnen, auch wenn sein mildes Auge nicht mehr beglückend blickt, sein Mund und seine Feder nicht mehr lehren, seine Hand nicht mehr sänftigend gibt und führt.