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Nahalat tsevi · 1931-07-01 · Heft 9-10 (Juli 1931) · p. Seite 337

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
I (5691) 1930/31
Issue
Heft 9-10 (Juli 1931)
Date
1931-07-01
Page
Seite 337 (sequence 53)
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337 die Nationen sich als Selbstzweck erklären, ist der Krieg unvermeidlich, ist auch der soziale Friede eine Utopie. Grün: Wir werden es anders machen als die fremden Nationen. Schon einmal haben wir der Welt einen Gott geschenkt. Lassen Sie uns erst in unser Land zurückgekehrt sein, und der neu erwachende jüdische Genius wird zum zweiten Male die Menschheit in Staunen setzen. Alfred: Möglich. Aber die Melodie ist mir nicht unbekannt ״Es wird am deutschen Wesen die Welt noch einst genesen.“ So ungefähr lautet es doch, nicht wahr? Und mit dieser Hoffnung, die doch auch nur verkappter Chauvinismus ist, soll ich mein Leben verspielen? Ich für mich habe das Gefühl, daß der ganze Nationalismus längst seinen Höhepunkt überschritten hat. Daß die Zukunft in seiner Ueberwindung und nicht in seiner Steigerung liegt. ,Ich meine wenigstens so׳. Hurtig: Ich möchte Ihnen eines sagen, wenn Sie — Alfred: Vielleicht lassen Sie mich erst noch Herrn Grün darauf aufmerksam machen, ob nicht der ganze zionistische Nationalismus für uns Juden einen ungeheueren kulturellen Rückschritt bedeutet. Im vorigen Jahrhundert, als sich uns das Ghetto öffnete, waren wir die Vorkämpfer der Völkerverbrüderung, der Schwachen und Geknechteten in der ganzen Welt. Muß ich Sie erst an Heine, an Marx und Lassale erinnern? Wir hatten selber lange genug unter den Fußtritten des Nationalismus gelitten, um sein wahres Antlitz zu durchschauen und in ihm den eigentlichen Feind der Menschheit zu erkennen. Und nun sollen wir, ausgerechnet wir, uns mit Haut und Haaren dem Nationalismus verschreiben und in der Restauration der jüdischen Nation unseren höchsten Lebenszweck erblicken? Wer garantiert mir denn, daß es in der restaurierten jüdischen Nation den Armen und Bedrückten besser gehen wird, als in der englischen Nation? Wer garantiert mir dafür, daß nicht die restaurierte jüdische Nation nach Art der kleinen Balkannationen der Herd ewiger Kämpfe, ewigen Blutvergießens sein wird? Wäer es nicht unser würdiger, statt uns dem Nationalismus in die Arme zu werfen, lieber auf Mittel und Wege zu sinnen, wie mit den verfolgten Juden den Verfolgten der Erde zu helfen sei? — — Mir scheint, daß im Zionismus ein gut Stüd: — Imperialismu ־-, ein g .tStück Bismarck, ein gut Stück — Wilhelm II. steckt. Theodor Herzl war nicht ohne Wirkung ihr Zeitgenosse. Wie?

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