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Nahalat tsevi · 1931-07-01 · Heft 9-10 (Juli 1931) · p. Seite 319

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Journal
Nahalat tsevi
Volume
I (5691) 1930/31
Issue
Heft 9-10 (Juli 1931)
Date
1931-07-01
Page
Seite 319 (sequence 35)
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gehen mit dem überlieferten Kulturgut so um, wie ihre Eltern mit dem ihrer Ahnen. ״Was den Vätern begegnet, ist ein Merk- Zeichen für die Kinder“, mahnen und warnen unsere Weisen. Wie der Brunnen, aus dem der Einzelne getrunken, für den gebildeten Menschen Gegenstand persönlicher Dankbarkeit ist, so bleibt die Geschichte der Nation heiliger Boden. Das gilt für alle Völker, um wieviel mehr für uns. Jißroel war berufen, als erstes unter den Völkern den Gedanken der Geschichte, die über das vergängliche Leben des Individuums hinaus, Väter und Enkel zu Baumeistern an einem und demselben Werke gemacht, unter den Kindern Abrahams und Jakobs zu pflegen und bis zu dem Punkte auszuspinnen, wo alles Geschehen ins messianische Ziel der Menschheit einläuft. Das Geheimnis eines solchen in der Geschichte wurzelnden, die Geschichte ihrem Ziele zuführenden Lebens liegt in dem Begriff des Ben sekunim, wie ihn S. R. Hirsch faßt und in Jaußef verkörpert sieht: Sekunim ist nicht die Zeit des Alters Werkes, sondern des Werkes, das alt werden und seinen Schöpfer überleben soll. In schöner Weise hat der verstorbene Raw, Rabbiner Dr. Breuer זציל, diesen Begriff in den Mittelpunkt einer Tischrede gestellt, die er bei festlichem Anlaß zu Ehren der Schule לכבוד א־סניא gehalten hat. Die Gründung einer solchen Schule, die ihre Impulse und Aufgaben nicht von dem kommenden und gehenden Tage, sondern von Erlebnissen und Persönlichkeiten der Geschichte erhält, ist immer ein Werk, das aus der Kraft des Ueberindividuellen lebt. Darum hat Samson Raphael Hirsch in seinem Kampf für die Geschichte des jüdischen Geistes gegen die Reform, welche die Ueberlieferung der Väter mit Vernichtung bedrohte, und gegen Grätz, der die bedeutungsvollste Epoche unseres Volkes verfälschte, das stolze Bewußtsein des Sieges nicht früher haben können, als bis er seine Schule eröffnet hatte. Nunmehr kämpfte die Geschichte selber für sich, und die alten Geschlechter erstanden wieder jung aus den Gräbern. Aber nicht nur für Judentum und Judenheit ist die geschiehtliehe Ueberlieferung die einzige, stärkste Grundlage ihres Seins und ihrer Zukunft, sondern auch für jeden Einzelnen unter uns. Die Erinnerungen an die großen Männer zerstieben in der Luft, wenn das, was sie vertraten, was sie errichtet und geplant haben, den Söhnen nicht mehr als immer neue Aufgabe

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