Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- I (5691) 1930/31
- Issue
- Heft 9-10 (Juli 1931)
- Date
- 1931-07-01
- Page
- – (sequence 3)
- Belongs to
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גלות. Schon bei den Propheten lassen sich die Spuren der Alternative nachweisen, ob Galuth eine Schule für ,Israel oder auch eine Schule für die gesamte Menschheit ist. Der ernste Forscher wird ferner bei sorgfältiger Beobachtung erkennen, daß von dieser Alternative auch die Stellungnahme zu dem Begriff der Erlösung, zum Messianismus, zum Messias selbst bedingt ist. Die dritte Auffassung, als wäre Galuth eine in sich sinnlose, zwecklose, lediglich durch die Dynamik geschichtlichen Geschehens geborene Erscheinung, hat in der wirklich jüdischen auf Thora und Propheten eingestellten Anschauung keinen Raum. Folglich auch nicht d i e Auffassung von der ״Erlösung“ welche des messianisch beinhalteten Gedankenkomplexes enträt, die Auffassung also, welche die ״Erlösung“ lediglich als eine Be» gleiterscheinung allgemeiner geschichtlicher Vorgänge, als eine!Resultante derselben darstellt. Das ist eigentlich der Kern des Widerstandes der Orthodoxie gegen den Zionismus. Alle anderen ins Feld geführten Momente sind im besten Falle Derivate dieses Grundgedankens, und es hätte wirklich zur vollständigen Entgiftung beigetragen, wenn die Galuthfrage im obigen Sinn zur Diskussion gestellt worden wäre. Dann hätte man alle Nebenerscheinungen besser begriffen, man hätte die Gottesferne so vieler Aeußerungen der Rebellion gegen Galuth verstanden als zwingende logische Folge der Grundeinstellung. Misradhi hätte begriffen, daß seine Bestrebungen im besten Falle eine Orthopraxie erzeugen können, daß aber die Disparität, die Unvereinbarkeit mit jüdischer GrundanansChauung niemals überwunden werden kann. Und selbst zionismusfremde Kreise der Orthodoxie hätten besser als bisher die Erkenntnis der geschichtlichen Bedeutung ihrer Eigenschaff als Träger sowohl des Galuth-, als des Messiasgedankens erfaßt und bewahrt. Aus der immerhin nicht erfreuliehen, Sicherlich aber nicht beliebten reinen Defensive wäre die in der Aguda!geeinte Orthodoxie zu einer großen Konzeption gelangt und hätte!mit zwingendem Erfolg ihre Forderungen an die Jugend Stellen können, an die Jugend, die mit üblem Nachgeschmack die Worte Ghettojude und Galuthjude vernimmt und — verwechselt. Die jüdische Welt ist galuthmüde geworden und hat deshalb!auch zu der ״Dreiwoche“ zwischen 17. Tammus Und