Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- I (5691) 1930/31
- Issue
- Heft 7 (Mai 1931)
- Date
- 1931-05-01
- Page
- Seite 250 (sequence 36)
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250 Chronik. Hinter verfchloffenen Türen tagte, wie wir hören, am 12. Mai in Frankfurt a. M. eine Sitzung der Kalenderreform-Kommission• Unsere Leser find wohl fchon anderweitig unterrichtet, daß es in dieser Kommission kriselte, indem man den sehr verdienten Miiarbeiter oder richtiger gesagt die Seele diefes Kalenderreform-Komitees jüngst brüskierte. Trotzdem hatte fich Herr Rabbiner Dr. Lewenstein auf Wunfch feiner holländifchen Heimat, deren offizieller, von der Regierung anerkannter Vertreter er ist, bereit gefunden, an der Beratung teilzunehmen. Wie wir hören, waren von Deutfehland nur eingeladen der Preubifche Landesverband und der Haiberstädter Verband. Andere Organisaiionen, die zumindest rein gefchichilich ficher etwas gröbere Verdienste um den Sabbath haben, z. B. die Freie Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums, waren nicht mit einer Einladung bedacht worden. Aus dem Osten war nur Herr Rabbiner Rubinstein, Wilna, anwesend. Auf Befragen hören wir, dab dieAguda nicht eingeladen war, weil ja Herr Rabbiner Fürst, Wien, von der Aguda seinerzeit in das Komitee dirigiert war. Im Ganzen waren es ca. 12 Herren. Sicher kann diese Tagung nicht als eine Welttagung bezeichnet werden, da — wir wissen nicht, aus welchen Gründen - die groben Organisationen des Süd-Ostens, wie die Landeskanzleien Budapeft, Prebburg und Bisfritz nicht gerufen worden sind. Noch gröber ist unser Erftaunen, dab, wie wir hören, das bisherige Komitee bestehen bleibt mit der Änderung, dab die Arbeit künftig in London zentralisiert wird und fich durch drei Mitglieder ergänzt: ein Herr vom Weltverband des Schomre Schabbos, ein Herr für den Preubifchen Landesverband, kein Herr für den Halberstädter Verband und e i n Herr für den Osten, wobei man unter Osten Polen, Litauen etc. versteht. Die czechoslovakifche, ungarifche, rumänifche, jugoslavifche Judenheit bleibt unvertreten. Dab man die Höflichkeitspflicht vergab, die Israelitifche Religionsgesellfchaft in Frankfurt a. M. wenigstens formal von der Abhaltung der Tagung zu verständigen, will uns weiter nicht wundern. Zur Klarstellung wird uns mitgeteilt, dab die ganze Inszenierung dieser Tagung, d. h. die Einladungen der Grand Rabbin Levy von Paris in eigener Verantwortung getätigt hat. Wir wollen hoffen, dab das neue Arbeits- Zentrum mit derselben Energie und demselben Erfolg arbeiten wird wie Zürich. Wegen Raummangels musste der hebr. Teil, Bücherschau und die Fort- Setzung von Ex profundis zurückgestellt werden. Redaktionsschluss der nächsten Nummer 31. Mai 1931 — 15. Siwan 5691.