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Nahalat tsevi · 1931-05-01 · Heft 7 (Mai 1931) · p. Seite 219

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
I (5691) 1930/31
Issue
Heft 7 (Mai 1931)
Date
1931-05-01
Page
Seite 219 (sequence 5)
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219 jenigen, die guten Willens sind, mit dem Zeichen des Geistes auf ihrer Stirne seufzen, aufschreien, sich auflehnen und ankämpfen gegen all die Greuel, die unter dem Zeichen des Blutes und der Gewalt den Sieg des Geistes in der Welt zu verhindern trachten. * פסח und מילה waren!die Vorboten von מתן תורה. Als auf den Höhen des Sinai (die Stimme des Geistes erscholl, da ward die ganze Welt erschüttert, als Gott die Worte sprach : ״Du sollst den Namen ד deines Gottes nicht zum Gleichgiltigen auf dich nehmen!“ Warum geriet gerade bei diesen Worten des Geistes die Welt des Blutes und das Blut der Welt in zitternde Erregung? Bei allen anderen Sünden heißt es ונקה, und dieses Wort ״ ונקהGott läßt frei“ eröffnet den aufrichtig Bereuenden und Bußfertigen eine Möglichkeit der Sühne; hier aber heißt es ״ לא ינקהGott läßt nicht frei“-Wie kommen denn Sünden zustande? Nur dadurch, daß dem Sünder im Augenblick seiner Versündigung das Bewußtsein der Geistesnähe entschwindet, daß er zur Zeit der Sünde, von den Fesseln des Blutes umklammert, an den Geist nicht denkt, den Geist vergißt. Sein Femsein voim Geiste, seine Entfremdung Vom Geiste ist die Wurzel seiner Sünde. Wer aber — wie das bei שבועת שוא und שבועת שקר der Fall ist — im Augenblick der Sünde den Namen Gottes anruft, wer im Vollen Bewußtsein der Gottesnähe Gott selber zum Stützpunkt seiner Sünde macht, wer den Namen des Allmächtigen mißbraucht, um die eigene Glaubwürdigkeit jedem Zweifel zu entrücken, wer das Zeichen aus Blut, das auf seiner Stirne flammt, mit dem Zeichen des Geistes verhüllend zu überkleben sucht: der hat Gott zum Teilhaber seiner Sünde gemacht, der hat den Geist dem Blut in Sold gegeben, der hat sein!schwaches, niedriges, erdgebundenes, vom Blut beherrschtes Menschentum in den Strahlenglanz der göttlichen Majestät getaucht, der hat auf die Ehrfurcht vor Gott, die in den Herzen anderer lebt, spekuliert, um mit Hilfe dieser Ehrfurcht sein armseliges Geschäftchen zu effektuieren — der darf sich׳ weiß Gott nicht wundern, wenn es für eine solche Entheiligung des Heiligsten keine Sühne gibt, wenn Gott den nicht frei läßt, der den Geist an das Blut verrät. Nach der Auffassung des jüdischen Gesetzes ist שבועת שוא die Wurzel vom שבועת שקר . Der überflüssige Eid, der alltägliche! Eid, das Spiel mit dem Eide muß unabwendbar zur Entheiligung

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