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Nahalat tsevi · 1931-01-01 · Heft 3 (Januar 1931) · p. Seite 86

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Nahalat tsevi
Volume
I (5691) 1930/31
Issue
Heft 3 (Januar 1931)
Date
1931-01-01
Page
Seite 86 (sequence 16)
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& Gottesgeist beseelten Menschenwörtes den Himmel auf die Erde zu pflanzen. Dieses rauschende und berauschende Menschenwort ist niemals sachlich im Sinne unserer neuen Sachlichkeit, sondern subjektiv und persönlich im höchsten und edelsten Sinne. ״ הוצא דבר מתוך פיךLaß hervortreten das Wort aus deinem Munde“, bemerkt der Midrasch zu dem Verse כי קרוב אליך הדבר מאד בסיך ובלבבך לעשותו Es soll ein Wort aus deinem Munde sein. Und noch viel eindringlicher dürfte diese Forderung, das Qotteswort mit dem höchst persönlichen Leben einer jeden neuen Gegenwart zu erfüllen, von der Gemoro in Chulin 89 a erhoben werden: מה אומנותו של אדם בעולם הזה ישים עצמו כאלס יכול אף לדברי תורה תלמוד לומר צדק תדברון Beim irdischen Schaffen des Menschen ist es im allgemeinen so, daß es nur dann als vollkommen gilt, wenn der Schaffende hinter seinem Werk verschwindet, wenn der sachliche Zweck sein Persönliches ״verstummen“ läßt. Nun könnte man meinen, daß es auch bei der Thora so wäre. Darum heißt es: Das göttliche Rechtssystem der Thora hat zu seinen Sachwaltern, zu seinen Boten und Verkündigern euch erkoren. Ist aber das göttliche Rechtssystem der Thora berufen, in einer jeden Gegenwart das Eigene und Persönliche der neuen Generation aufzuwühlen und in immer neuen Formen und Klängen die ewige Wiederkunft seiner selbst zu erleben, dann ist die Frage berechtigt, wie es sich heute mit dem Worte und der Botschaft Rabbiner Hirschs verhält. Erst vier Jahrzehnte sind seit seinem Tode vergangen. Kann und darf man heute beim Anblick seines Werkes von Zeitbedingtheit und Zeitgebundenheit sprechen? Gehört sein Wort und seine Bot- Schaft nur der Vergangenheit an, oder hat Rabbiner Hirsch auch unserer Zeit noch etwas zu sagen? I. Machen wir uns zunächst einmal klar, was Rabbiner Hirsch seiner Zeit zu sagen hatte. Seine Botschaft, zu der er auserkoren war, bestand in der Hauptsache darin, seinen Schicksalsgenossen den Glauben an die Thora, der ihnen völlig abbanden gekommen war, wiederzugeben. Seine Schicksalsgenössen: das waren die deutschen Juden des vorigen Jahrhunderts, die entweder in ungezählten Scharen vom alten

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