Nahalat tsevi
- Journal
- Nahalat tsevi
- Volume
- I (5691) 1930/31
- Issue
- Heft 2 (Dezember 1930)
- Date
- 1930-12-01
- Page
- Seite 52 (sequence 22)
- Belongs to
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52 anderen Individuen der gleichen Familie teilt. Nur der Eigenname ist ein שם עצם פרטיי, wie er im Get zum Zweck der individuellen Kennzeichnung erforderlich ist. Daß nach dem דין in gewissen Fällen das Bes Din den Mann zur Ehescheidung zwingen kann, das erscheint den Herren als ein ״Messer ohne Klinge.“ In müder Resignation gestehen sie, כופין אותו — das war einmal. Wo gäbe es heute ein Rabbinat, das einen widerspenstigen Ehemann mit ״Stockschlägen“ zur Scheidung zwingen könnte! Aber nach dem רמ״א סי׳ קנ״ד sollen sie ja gar nicht verabreicht werden. Dafür gibt es aber andere Mittel des Zwanges, von denen der רמ״א eine ganze Reihe aufzählt Wie wär’s, wenn die Herren sich entschlössen, widerspenstigen Ehemännern mit Verweigerung der — Leichenrede zu drohen? Das Bes Din hat ja in solchen Fällen sogar das Recht der Bestattungsverweigerung! Aber nein — das Judentum ist ja eine Religion der Liebe und Versöhnung! Messer ohne Klinge? Wer hat denn das כוסין אותו zu einem Messer ohne Klinge gemacht? Habt ihr nicht im Augenblick, wo ihr an die Stelle des דין das Volksbewußtsein gesetzt habt, euch selber zu Dienern dieses Volksbewußtseins gemacht? Seid ihr nicht schuld daran, wenn in der religiösen Atmosphäre, die ihr geschaffen habt, das große Publikum im Rabbiner nicht den mit allen Insignien der Thoragewalt ausgestatteten Richter und Gesetzesvollstrecker, sondern den von seelsorgerischer Salbung triefenden geistlichen Komödianten sieht? Und jetzt kommt ihr als Ankläger daher und gebt dem prthodoxen Judentum die Schuld, wenn der דין sich nicht durchzusetzen vermag? Wo ist denn der Hirtenstab, dem die Schäflein eurer Herde sich unterordnen sollen? Wer ihn zerbrochen hat, das ist niemand anders als i)h r! (Fortsetzung folgt.) ״Darum kennt auch die Anschauung dieses Volkes kein hehreres Bild sterblicher Erscheinung als die seiner reinen, Achtung gebietenden und zugleich von sittlichem Liebreiz umflossenen Frauengestalt, kennt kein höheres, reineres, heiligeres Band unvergänglicher Liebe und Hingebung als dasjenige, welches den Mann an sein Weib kettet, das Weib an den Mann.“ Ges. Schriften von Rabbiner Hirsch, Band 4, Seite 192.