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Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands · 1922-06-01 · Heft 6 (Juni 1922) · p. Seite 43

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Journal
Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
Volume
1922
Issue
Heft 6 (Juni 1922)
Date
1922-06-01
Page
Seite 43 (sequence 7)
Language
German
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mit uns, und fie sollen herrsche» Ab« die Asche des Meeres und über die Vögel des Fimmels und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das sich regt auf der Scde. Und Gott schuf den Mensche« in seinem Bllde, im Bllde Gottes schuf er ihn, Mann und Weib schuf er fie. Und Gott segnete sie, und Gott firrach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und Met die Erde und unterwerfet sie und herrschet über die Fische des Meeres und über die Vögel des Fimmels und über alles Getier, das sich regt auf der Erde. Und Gott sprach: Siehe, gegeben habe ich euch alles «raut, das Samen trägt, euch sei es zur Speise und allem Getier der Erde und allen Vögeln des Fimmels und allem, was sich regt auf der Erde, worin Leben ist, dem sei das grüne «raut zur Nahrung. Da ward es so. Und Gott sah alles, was er gemacht, und siehe, es war sehr gut. Da ward Abend, da ward Morgen, der sechste Tag. «ap. 2, 4. Das ist die Geschichte der Entstehung des Himmels und der Erde, als sie geschaffen wurde. Alles Gewächs des Feldes war noch nicht auf Erden und alles «raut -es Feldes noch nicht gesprossen, denn noch ließ der Ewige Gott nicht regnen auf die Erde und der Mensch war noch nicht zum Bearbeiten des Erdbodens da. Da stieg ein Nebel von der Erde auf und tränkte die ganze Oberfläche des Erdbodens. Und der Ewige Gott bildete den Menschen aus Staub vom Erdboden und blies in seine Nase Odem des Lebens, da ward der Mensch zum belebten Wesen. Da pflanzte der Ewige Gott einen Gatten in Eden gegen Morgen und setzte dahin den Menschen, den er geblldet. Dann ließ der Ewige Gott sprießen allerlei aus dem Boden, allerlei Bäume, anmutig zum Schauen und gut zum Essen, und den Baum des Lebens in der Mitte des Gattens und den Baum -er Erkenntnis des Guten und Bösen. Und ein Sttom geht hervor aus Eden, zu feuchten den Garten, und von hier aus teilt er sich und wird zu vier Flüssen. Der Name des einen ist pison, derselbe umfließt das ganze Land Lhavila, woselbst sich das Gold befindet. Aber das Gold dieses Landes ist gut, daselbst ist der Bedolach und der Stein Schoham. Der Name des zweiten Stromes ist Gichon, derselbe umfließt das ganze Land «ufch. Der Name des dtttten Sttomes ist Hiddekel, derselbe geht nach der Morgenseite von Assur, und der vierte Strom ist phrath. Da nahm der Ewige Gott den Menschen und versetzte ihn in den Gatten Eden, ihn zu bebauen und ihn zu bewahren. Und der Ewige Gott gebot dem Menschen, sprechend: Von jeglichem Baume des Gattens magst du essen. Aber von dem Baume der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen, denn wenn du davon lssest, mußt du sterben. Und der Ewige Gott hatte gebildet aus dem Erdboden alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Fimmels und er brachte sie zu dem Menschen, um zu sehen, wie er sie benenne, und wie der Mensch jedes benannte, das belebte Wesen, das sei sein Name. Und der Mensch nannte Namen für alles Vieh und Vögel des Fimmels und für alle Tiere des Feltz^, jedoch für den Menschen fand er nicht eine Gehllsin, dre ihm angemessen war. Und der Ewige Gott ließ den Menschen in einen tiefen Schlaf fallen, dann nahm er eine von seinen Rippen und schloß Fleisch an ihre Stelle. Und der Ewige Gott baute die Rippe, die er genommen von dem Menschen, zu einem Weibe, dann brachte er sie zu dem Menschen. Da sprach der Mensch: Diese ist Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch, sie werde Männin benannt, denn vom Manne ist sie genommen. Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und an seinem Weibe hangen, daß sie zu einem Fleische werden. Aber sie waren beide nackt, der Mensch und sein Weib, doch schämten sie sich nicht. Robert Hirschfel d-Berlin. flus -em tzalmuö. «luge Antwort. Einst führten die Bewohner Aegyptens Streit mit den Israeliten vor Alexander, «önig von Macedonien. Sie brachten nämlich vor. es heißt im 2. Mofe r. ssr Der Ewige gafc dem Volke Gunst ln den Augen der Aegypter, so fie ihn lieben, alfo leerten sie Mizrajim aus, „gebt «ns das Silber und das Gold wieder zurück, das Ihr oder vielmehr Eure Vorfahre« von uns genommen habt-. Da sprach Gabia ben pif« zu den Rabbinen, erlaubet mir, daß.ich diese« Rechtsstteit gegen sie führe, es wurde ihm die Erlaubnis ettellt und er sthtte das wott für sie. Er sprach zu ihnen,' woher wollt ihr einen Beweis für eure Ansprüche bringen? Sie antwotteten: „aus den fünf Büchern Mosis". „wohlan",! sprach er, „von dott will ich euch den Gegenbeweis liefern",' heißt nämlich 2. Mose 12, 40: „es war die Aufenthaltttzett der Rinder Israels, die fie in Mizrajim gewohnt Habens 430 Jahre, so gebt uns denn de» Arbeitslohn für coo ooä Männer, die Ihr in Mizrajim zur Arbeit «mgehatten innert halb 4so Jahre. Sanhedtt«, Abschnitt \\. * Achte den Beifall Gottes höher als irdischen Glanz. Akabia ben Mahalalel hatte in vier punkten der Meinung feiner Genossen widersprochen: „Sie sprachen zu ihm, nimm deine Aussprüche in diesen vier punkten zurück und wir wollen dich zum ersten Gerichtsvorsteher ernennen". Er antwottete aber, „lieber will ich mein Leben lang ein Tor genannt werden, als einmal mit Bewußtsein vor Gott als Frevler erscheinen. Man soll nicht sagen, ich hätte um einer! würde willen meine Meinung geopfert." vor seinem Tode sprach er zu seinem Sohn«, „mein Sohn ttttt zurück in den vier Punkten, die ich behauptet habe". Sein Sohn fragte ihn, „warum bist denn du nicht selbst zurückgetteten?" Ä antwottete, „mein Sohn, ich habe die von mir ausgestellte Behauptung von einer Mehrzahl gehött und meine Gegner behaupteten, ihre Meinung von einer Mehrheit gehört zu haben, ich habe somit die Meinung derjenigen behauptet^ von denen ich sie gehött hatte und sie die Meinung derer,' von denen sie dieselbe gehött hatten. Du hast nun die Meinung eines Einzelnen und einer Mehrheit gehött und sie haben die Mehrzahl für sich, dä ist es besser, du gibst die Meinung des Einzelnen — nämlich die meinige — auf und hältst dich an die der Mehrzahl." Da sprach der Sohn zu seinem Vater» „enrpflehl mich deinen Freunden", er antwottete; „nein". Da fragte der Sohn, „hast du etwa ein tadelnswettes Bettagen an mir gefunden?" „Das nicht," antwottete der Vater, „aber dein eigenes Verhalten muß dir Freunde oder Feinde verschaffen". Edujoth. Abfchn. 5. Vereinönachrichlen Tätigkeitsbericht 1920/31 des Jli-Aatibor. Zwei Jahre sind schon vergangen, seitdem wir einen Bericht in diesen Blattern gaben. Und von diesen zwei Jahren wollen wir heute berichten. Den Vorsitz des Vereins führte bis Juli 1920 Herr R.-A. Strohetm, dann übernahm Herr I. Wolf-Heidelberg die Leitung und schließlich — als der uns plötzlich verlassen mußte — übernahm Frl. Fröhlich diesen schwierigen Posten, den sie heute noch irme hat. Am Anfang 1920 beschäftigten wir uns in unseren V-reinsabeNden mit den Reden, die im neutralen Jugendbund in Berlin gehalten worden sind. Besonders lange verweilten wir bei dem Vortrag »Judentum und Antisemitismus". Auch die Frag», »Sollen Kameradenverdünde und jüdisch-liberale Jugend- Vereine vereinigt werden", wmde an einigen Tagen erörtert. Am 20. April 1920 konnten wir unser liebes Mitglied Dr. Felix Heimmm, den jetzigen Syndikus des Zentralvrreins füt Pommern in unserer Mitte begrüßen, der uns einen fesselnden Vortrag über „die jüdische Jugend- und politische Erziehung" hielt. Während der.Sommermonate lasen und besprachen wir das Büchlein von Dr. Norden „Grundlagen und Ziele des religiösen Liberalismus" und Ende 1920 beschäftigten wir uns mit der bekannten Schrift von Rabbiner Dr. Dienemann »Judentum und Christentum". Um in allen Kreisen Interesse für unsere« Bevein zu erregen, veranstalteten wir öffenlltch« Vorträge. GS sprachen: Herr Lehrer Robert Hirschfeld-Berlin über »Aus dom Loben einer jüdischen Gemeinde, im 16. Jahrhundert". Herr Egon Dickmann.Breslau: fflaSgckXMke«^ Her, Rabbiner D,. MenMettStdee und Steffi,

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