Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 1922
- Issue
- Heft 4 (April 1922)
- Date
- 1922-04-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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ftrattte* 8ar«rf Petze«, 8aß MMcs LeÜer» vonder Jugend Bus taS Elternhaus übertragen wird. Wir selbst aber «Men. um dazu können, unsere garye DitiMt so gestalten. wie das schon in Breslau realisiert ist. daß auch die ifcfte iu irgend einer Form innerhalb der Jugend- Vereine gehalten werden, daß vor den Festen Vorträge stattfinden, in denen auf die Bedeutung des Festes und der Gebete hingewiesen wird; daß für solche, die kein Elternhaus haben. Scker-Abende abgehalten, daß regelmäßig gemeinsame Freitag-Abende veranstaltet weichen. Ferner Muß das ZugchörigkeitSgefühl zum Judentum in der Praxis auch dadurch zum Ausdruck kommen, daß die Älteren Mitglieder der Iugendvereine zur Gemeindetätigkeit herangezogen werden, daß sie Zutritt erhalten zu den verschiedenen für ihre Tätigkeit geeigneten Kommissionen. In Breslau ist auch damit bereits der Anfang gemacht worden. Ferner sollten sich die liberalen Repräsentanten dafür entsetzen, daß regelmäßig Gemeindeabende abgehalten werden, in denen Gemeindedinge zur Sprache kommen und an denen sich auch die Jugend beteiligen darf. Dadurch wird in der Jugend das Interesse an jüdischen Dingen erweckt. Es muß ein Iugendgottesdienst eingerichtet werden, nicht nur Sonnabend nachmittags, sondern möglichst auch an den zweiten Tagen der Feste, ein Gottesdienst stattfinden, der die Jugend vereint. Wenn gesagt wurde, der dritte Grundpfeiler sei die Wohltätigkeit, so möchte man daran erinnern, daß an das Zusammengehörigkeitsgefühl die Erkenntnis der Berantworttichkeit den anderen gegenüber geknüpft ist. Aus dieser Erkenntnis heraus erscheint selbstverständlich, daß man seine ganze Kraft einsetzt für die anderen und das, was man besitzt, auch den anderen zugänglich macht." Wie solkn wir unsere Arbeit durchführen als junge Menschen, wenn wir nicht Hilfe haben, wenn wir nicht Unterstützung bekommen, wenn nicht diejenigen, die die geistigen oder materiellen Mittel besitzen, uns helfen und so das Gebot der Wohltätigkeit erfüllen im wahrsten Sinne des Wortes. Deshalb wenden wir uns an die im praktischen Leben stehenden Mitglieder der Liberalen Bereinigung mit der Bitte, dahin zu wirken, daß in ihren Ortsgruppen die Wichtigkeit der Jugendarbeit erkannt wird, daß die Mitglieder daran arbeiten, Iugendvereine zu gründen und die bestchenden zu unterstützen. Ein besonderes Mahnwort gelte aber den liberalen Rabbinern und Lehrern, die berufen sind, unsere Führer zu sein. (Widerspruch und Zustimmung.) Es ist wider so, daß immer nur ein kleiner Teil der Rabbiner sich uns zur Verfügung stellte. An diesen hängen wir mit besonderer Liebe und ihnen sind wir stets dankbar für das, was sie in der liberalen Jugendbewegung leisten. Der Rabbiner kann der Führer eines solchen Iugendvereins sein und er kann ihn durch seinen Einfluß in der Gemeinde ins Leben rufen. Es geht nicht an. daß wie bisher auf Schreiben aus unserem Büro cm die Herren Rabbiner vom größten Teil überhaupt keine Anttvort kam und von dem kleineren Teil die Antwort ungefähr lautete: ,In Anbetracht der Verhältnisse bedaure ich unendlich. Ihrem Wunsche nicht stattgeben zu können." Ich glaube, wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg, und wo die Erkenntnis der Wichtigkeit der liberalen Iugendvereine vorhanden ist. da muß diese Erkenntnis auch zur Tat führen, so daß zunächst einmal liberale Sondergruppen geschaffen werden, in denen diejenigen Elemente, die zur Arbeit bereit sind, sich finden. Die liberalen Rabbiner sind ja zusammengeschlofsen üm Liberalen Rabbinerverband. Es ist heute bereits erwähnt worden, daß der Liberale Rabbinerverband die jUnterstützung der liberalen Laien vermißt. Ich glaube aber, er hat — und das halte ich für die Grundursache der « M Ganzes noch wenig, getan, um diele Unterfiützima gewinnen Nim«. Am fit Wl fofetf, «mfi « zunächst eine enge Verbindung Misch« tat Lheowg« und Laien herbeiführen, aber diese Verbindung fehlt «och ganz und gar. Es ist lediglich ein Nebeneinander, aber kein Miteinanderarbeiten, und hier bietet sich tat Herr« vom Liberalen Rabbinerverband Gelegenheit, mit dem Laienelement zufammenzuwirken. , Man bringe das aber auch zur Sprache und fasse nicht bloß, wie m Frankfurt, zu gunsten der liberalen Iugendvereine Resolutionen, denen keine Taten folgen, sondern betrachte diese Forderung als eine Aufgabe im Geiste und zum Besten des Liberalismus.und des. Judentums. In dem Maße, in dem die Rabbiner sich in dieser Weise für die Verbreitung des Liberalismus einsetzen, wird auch das, was sie erstreben. die Zusammenarbeit mit dem Laienelement, gefördert. Als praktischer Vorschlag sei die Bildung einer möglichst kleinen Kommission empfohlen, die aus Vertretern des Rabbinerverbandes, der Liberalen Vereinigung und der Arbeitsgemeinschaft der Iugendvereine besieht. Diese Kommission gehe daran, das. was wir hier als Thesen ausgestellt haben, nach und nach in die Praxis zu übersetzen. Eins aber muß uns immer gegenwärtig bleiben, daß es nicht so weiter gehen darf, wie bisher, daß drei Organisationen nebeneinander wirtschaften, die Liberale Vereinigung, der Liberale Rabbinerverband und die Arbeitsgemeinschaft liberaler Iugendvereine. Aus diesem Nebeneinander kann und wird nichts Ersprießliches für den Liberalismus herauskommen. Ueber alle Verschiedenheit der Meinung und Anschauung hinwemuß eins uns wichttg erscheinen, die Einheit der Tatk- Ueber all unserem Wirken und Schaffen stehe das Dichterwort: Nur in der Kräfte schön vereintem Streben * Erhebt sich wirkend erst das wahre Leben! Spenöer-Liste. Ili-Breslau, Nachzahlung pro I. Quartal 1922 500 Mk. Ili-Breslau, Rate Pro Ü. Quartal 1922 * , 1500 - Ili-Liegnitz. Jahresbeitrag pro 1922 * . , .700 a Aus Breslau: Max Gins 25 g Felix Sander 25 * Otto Elkeles 10 g Käte Dreier, anläßlich ihres Geburtstages . » 10 * Fritz Warschauer 10 - Ioseph Kühnberg « . 50 4 Walter Bobrowskh 10 g Harry Brvdziak 25 g Geschwister Friedländer ,,,,,,,, 20 - Albert Wesel zu Purim 10? Ernst Mbel 15 8 Erna Simmerrauer 5 g Walter Silbermann 5 Fanny Eckstein und Trude Katschinsky , , » 20 - Th. Schatzky , * . * * « . , i . , 30 g Kurt Leßheim 10 a Ruth Hoffmann, anläßlich des Todes von l Wilhelm Lasch.40 i' Arnold Löwensohn, anläßlich seiner Verlobung 100 g Ignatz Walsch ,«,x, 10 g N. N. » •- « i s i a « > x h z 30 g Nathan Waldmann 30 g Ilse Geisenberq ,,,,,,,,,, 10 g N. N. . a 5 A Erich Hirsch. Lübeck . . » . . v * * , 10 - Egon Borower, Bunzlau, anläßlich seiner Ver- J. mählung 50 i Ralph Lewin. Düsseldorf 50 g Ludwig Baruch. Beutben n ■ , , , , 10 g