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Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands · 1922-01-01 · Heft 1-3 (Januar 1922) · p. Seite 23

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Journal
Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
Volume
1922
Issue
Heft 1-3 (Januar 1922)
Date
1922-01-01
Page
Seite 23 (sequence 23)
Language
German
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— 23.— den, was Judentum', was liberales Judentum, ist. Unser Potsdamer Iii besteht nunmehr seit etwas;mehr als 2 Jahren, und wenn wir nach dieser verhältnismäßig kurzen Zeit noch kerne allzu großen offensichtlichen Erfolge verzeichnen können, so darf und wird uns das nicht davon abhalten, weiter zu arbeiten wie bisher. Wie wir in dem ersten Jahr unseres Bestehens durchschnittlich jeden Monat einen Vortragsabend veranstaltet haben, so auch im abgelaufenen. So sprachen im April Herr P. Cohnstaedt „Naturwissenschaftliche Betrachtungen zum ersten Buch Moses", im Mai Herr Dr. Berlak-Berlin „Zionismus und Jugendbewegung". Dann trat die Somimerpause ein, und in den ersten Oktobertagen sprach Herr Dr. Schreiber über „Gedanken zum Versöhnungstag", im November Herr Kantor Guttmann „Von Gebeten, Bräuchen und Klängen der Neujahrsandacht" mit musikalischen Erläuterungen unseres Organisten Professor Becker. Es folgte ein zweiter Vortrag des Herrn Cohnstaedt über „Betrachtungen zum zweiten Buch Moses"; und im Januar endlich Herr Dr. Neumann „Die Martyrien der deutschen Juden im Mittelalter und ihre Lehren für uns". . Mit dem Beginn des Frühlings begannen auch unsere Ausflüge, die das gegenseitige Kennenlernen der Mitglieder fördern und reiche Gelegenheit zur Aussprache über allgemein interessierende Fragen unter den Mitgliedern bieten. So wanderten wir im'April, Mai, Juni (mit dem Berliner Iii) und September. Im Juli feierten wir unser 2. Stiftungsfest im Walde bei Kaffee und Kuchen, zu dem wir auch die Kleinen der Gemeinde eingeladen hatten. Den Winter über findet unter Leitung von Herrn Dr. Schreiber in kürzeren Zwischenräumen ein hebräischer Bibelzirkel statt, in dem der gesetzliche Teil der Bibel gelesen und besprochen wird. Mehr Zirkel einzurichten, hat für uns bei unserer kleinen Mitgliederzahl (30 aktive) keinen Sinn. Nicht vergessen dürfen wir die Mitgliederversammlungen, die im März, Mai und September stattfanden. Zweimal wurden außer der Erledigung rein geschäftlicher Angelegenheiten kurze Referate gehalten. So von Herrn Dr. Schreiber über die „Tagung der Rabbinerverbände und der Liberalen Vereinigung in Frankfurt a. M." und über den Jugendgottesdienst. Auch stand leider auf jeder Tagesordnung Neuwahl irgend eines Vorstandsmitgliedes, bis sich Herr Dr. Schreiber entschloß, um den ewigen Kampf zu beenden, den Posten des ersten Vorsitzenden zu übernehmen. Ist das überall so? Zum Schluß sei noch unserer Bibliothek mit ihrem reichen Inhalt und der „Mitteilungen" gedacht, die beide mit zu den Haupthelfern bei unserer Arbeit zählen. Paul Bloch.

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