Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 1922
- Issue
- Heft 1-3 (Januar 1922)
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 22 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2550626-2550658-2550659--575-2551308- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 22 — der heranzuziehen. Es fanden folgende Kurse statt: „Koheleth" (Bayer), „Wesenuind Bedeutung* der jüdischen Organisationen" (Berger), „Rassenfrage" (Ludw. Korn), „Abraham Geiger" (R.-A. Spitz). Montag und Dienstag abend trafen wir uns zu geselligem* Beisammensein im Südpark oder Scheitnig, außerdem, fanden Ausflüge in die Umgebung Breslaus statt, bei deren einem wir uns mit dem Liegnitzer Iii trafen. Die Freitagabendfeiern wurden fortgesetzt. Purim konnten wir der Abstimmung in Oberschlesien wegen nicht wie bisher festlich begehen; die Channukahveranstaltung wurde infolge des Ablebens von Herrn Geheimrat Reich in letzter Stunde abgesagt. Besondere Erwähnung verdient die Gründung eines jüdisch-liberalen Vereins in Schweidnitz. Auf den Vorstandssitzungen der Vereinigung für das liberale Judentum" wirkten unsere Vertreter an dem Beschlüsse mit, die vor vierzehn Monaten hier begründete „Jüdisch-liberale Zeitung" zum Zentralorgan der gesamten Bewegung auszugestalten. Bei der Hauptversammlung der Vereinigung am 3. und 4. Januar 1922 in Berlin war ein großer Teil unserer Vorstandsmitglieder anwesend. Daß unser Verein seinen Verpflichtungen gegen die Arbeitsgemeinschaft stets nachgekommen ist, ist selbstverständlich. In der Generalversammlung wurden in den Vorstand gewählt : Erich Bayer, Kurt Brienitzer, R.-A. Erich Spitz als Vorsitzende, sowie Alfred Berger, Egon Dickmann, Zahnarzt Egon Guttmiann, Lucie Jacobsohn, Georg Jonas, Frieda Karger, Ludwig Korn, Lotte Leschziner, Käte Lindner, Fritz Stoll, M!ax Vogelstein. Der Iii-Breslau geht in sein 10. Vereinsjahr in froher Zuversicht und hofft im Januar nächsten Jahres eine recht große Zahl von Gästen aus der liberalen Bewegung ganz Deutschlands in den Mauern Breslaus begrüßen zu können. Iii-Potsdam. In einem Tätigkeitsbericht soll mehr oder minder Rechnung abgelegt werden über das Soll und Haben eines Vereins, soll die Berechtigung seines Bestehens deutlich zu Tage treten. Wir alle wissen ja, daß das liberale Judentum im Augenblick eine Krisis zu überwinden hat, daß vor allem die jüdische Jugend dazu berufen ist, mitzuhelfen an der Errichtung eines positiven liberalen Judentums. Um dieses Ziel zu erreichen, muß in erster Linie die religiöse Indifferenz bekämpft werden, muß manchmal überhaupt erst der Jugend gelehrt wer-