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Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands · 1921-10-01 · Heft 10 (Oktober 1921) · p. Seite 202

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Journal
Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
Volume
1921
Issue
Heft 10 (Oktober 1921)
Date
1921-10-01
Page
Seite 202 (sequence 14)
Language
German
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— 202 3* Wir brauchen jüdische Zeitungen, die neben ihren Aufn gaben als Vertreter der verschiedenen religiösen Richtungen, auch besondere Rubriken für die Abwehr des Zionismus einrichten.—• Unparteiische oder neutrale Zeitungen, welche aus Furcht vor dem Äbönnentenschwund nur Leisetreterei üben, fördern nur den Zionismus. 4. Wir brauchen für nichtzionistische Zeitungen auch überzeugte Nichtzionisten als Schriftleiter, Männer von Mut und Tatkraft, welche den Kampf mit den Ziönisten nicht scheuen, selbst dann, wenn er auch nicht angenehm ist. 5. Wir brauchen angesehene Nichtzionisten, welche mit politischem Takte die staatlichen Behörden und ihre Vertreter über die wahre Gesinnung der Mehrzahl der deutschen Juden aufklären. 6. Wir brauchen nichtzionistische Wanderredner, welche in Vereinen und Versammlungen die Gefahren des Zionismus erörtern und unsere Glaubensgenossen zur Erfüllung ihrer Pflichten gegen ihr Geburtsland eindringlich ermahnen. 7. Wir brauchen, ohne Rücksicht auf die religiöse Richtung, nichtzionistische Jugendvereine, in welchen der Jugend dem zionistischen Ideale gegenüber die wahren Ideale des Judentums und des deutschen Bürgers gezeigt werden. Denn die Jugend in ihrer Begeisterungsfähigkeit kann nur durch Aufweisung von Idealen gewonnen werden, das haben die Ziönisten mit feinem psychologischen Verständnis erkannt. 8. Wir brauchen nichtzionistische Studentenverbindungen an den Hochschulen und ebensolche Schüler- und Schülerinnen-Verbindungen an den höheren Schulen, Verbindungen, die sich auch offiziell als solche bezeichnen und niemand auf Grund seiner religiösen Richtung ausschließen. 9. Wir brauchen Gemeinschaftsschulen, in welchen Schüler aller Bekenntnisse von Lehrern aller Bekenntnisse unterrichtet werden, damit nicht schon die zarte Jugend den Ziönisten ausgeliefert wird. 10. Wir brauchen endlich die allseitige Erkenntnis, daß die Forderung des Tages für die deutschen Juden nicht der Kampf und Sieg der verschiedenen religiösen Richtungen, nicht der Kampf um die Bekenntnisschule, jia nicht einmal der Kampf um . die Gesamtorganisation, sondern der Kampf gegen den Zionismus ist. Denn er gilt unserer bürgerlichen Existenz, unserer Stellung in der deutschen Gemeinbürgerschaft, wir wollen uns-mit allen Kräften wehren gegen die Rückkehr in mittelalterliche Zustände!

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