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Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands · 1921-09-01 · Heft 9 (September 1921) · p. Seite 166

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Journal
Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
Volume
1921
Issue
Heft 9 (September 1921)
Date
1921-09-01
Page
Seite 166 (sequence 2)
Language
German
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— 166 — den Festen/ * .■ "i-v. •<*;••* '•< -T* -Ji' •v^V*'*. . \»;.-\4' v>; ^uqi;,ijritt*g^ii^84j^schemt jc}ies£ Zeitschrift; urn Unsere •Keunae^und^itgiieder zilm rieueii Jalir zu grüßen und zu mahnen. A . * , .• Die ganz einzigartige Erscheinung der beiden ernsten I%$t| mitten' ini'bürgeriicheh jälir 'müö auf jeden tiefer eiiilp- Snäenden und tiefer denkenden Juden einwirken. In einer Sammlung Von Reden und Aufsätzen Martin Biibers, „Die jüdische Bewegung", über die ich an dieser .Stelle noch ausführlich berichte, findet sich auch ein kleiner Hymnus über die jüdischen Feste in seiner eigenartig bilderreichen und gehobenen Sprache. 'Buber führt hier aus, daß das Wichtigste und Wesentlichste an den Festen das ist, daß wir an ihnen und nirgends so deutlich als an ihnen die große Gemeinschaft des. jüdischen Volkes erleben, die nur der leugnen kann, der dem Wesen und Kern unseres Judentums teilnahmslos gegenübersteht. Auch mir tritt dieses starke Einheitsempfinden, das uns die jüdische Gemeinschaft als ein lebendiges Ganze erscheinen läßt, an den ernsten Festen ganz besonders vor die'Seele. Wer in den Dämmerstunden, wenn sich das Neujahrsfest über uns senkt und wenn wir uns mit unseren Lieben zürn Besuch des Gotteshauses rüsten, nicht das Bewußtsein hat, lebendige Gemeinschaft st at zu üben, wen in den Augenblicken, in denen das Schofar seinen Ton in die Seele dringen läßt* nicht das Gefühl tiefinnerlicher Verbundenheit mit ganz Israel hat, der wird nie den Stolz und das Glück in sich erleben, das seit Väter- und Urväterzeiten die Zugehörigkeit zur adligsten und ältesten Gemeinschaft der Welt ihren Angehörigen in die Brust gelegt hat. Für unsere Auffassung vom Wesen der jüdischen Gemeinschaft scheint es mir aber doch wichtig, hervorzuheben, daß gerade die beiden Feste, die ohne jeden historischen Hintergrund, sind, das Neujahrs* und das Versöhnungsfest, als die Perle in dem Strahlenkranz jüdischer Feiertäge von jeher hochgehalten worden sind. Nicht die geschichtliche Verbindung mit irgendwelchen fernen Ereignissen oder mit irgendwelchen jahreszeitlichen Beziehungen zum Boden Palästinas, sondern der innere Gehalt ist es, der dem Neujahrs¬ und Versöhnungsfest diese ernste Weihe gibt. Ein Tag des Gedenkens und ein Tag d*es Gerichtes wird das Neujahrsfest genannt. Ich habe an dieser Stelle schon hervorheben dürfen, daß die Idee des sittlichen Selbstgerichts, die frohe Bot* schaft von der Selbstläuterung, durch Einkehr, Umkehr und sittliche" Tat wohl das Größte und Tiefste ist, was wir aus dem Judentum schöpfen und was die Welt denn Judentum verdankt. Das tief Menschliche in diesem Festesinhalt ist es,

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