Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 1921
- Issue
- Heft 5 (Mai 1921)
- Date
- 1921-05-01
- Page
- Seite 100 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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— 10Ü — achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, besonders durch das Auftreten Richard Wagners, Deutschland gleich einer Feuersbrunst des Hasses heimsucht, muß er sich abfinden; mit ruhiger und sachlicher Überlegung prüft er die Gründe, aus denen dieser Haß entstanden ist und weist dem Deutschen Mittel und Wege zu seiner Schlichtung. Aber auch er erkennt die Aussichtslosigkeit aller Bemühungen, denselben aus der Welt zu schaffen, an; das Gefühl, daß der Jude etwas anderes ist, wurzelt dem Deutschen, d. h. der Masse des Volkes tief im Herzen. Allerdings gibt Wassermann zu, daß die Edlen der Nation frei von diesem Gefühl des Hasses sind, aber sie schwimmen gegen d^n Strom. Das sind für ihn die Deutschen und an diese wendet er sich; aber auch sie, fürchtet er, können keine Abhilfe schaffen; sie vermögen nur zu trösten, aber das große Unheil, das dieser Haß unter den Menschen anrichtet, können sie nicht verstehen. Den Juden aber gibt er den Rat, auf eine bessere Zukunft zu hoffen; vielleicht ersteht ihnen einmal ein Retter, der die Kluft des' Hasses, der die Juden von ihren deutschen Mitbürgern trennt, mutig überbrückt. In dieser frohen Zuversicht klingt dieses wundervolle Buch, das das flammende Bekenntnis eines der Größten des heutigen Deutschland zum Judentum ist, aus. Möge Wassermann mit seinen prophetischen Worten Recht behalten! . Verbands- und Vereinsnachrichten. Jüdisch-liberaler Jugendverein zu Breslau In der Hauptversammlung des Breslauer Iii am 31. Januar d. J. erstattete Herr Brienitzer den Geschäftsbericht. Er gedenkt zunächst der im Laufe des Jahres verstorbenen ordentlichen Mitglieder Heinz Weinberg, Rudolf Berisch, Frau Zimmt=Sprottau und der außerordentlichen Mitglieder Herr Max Moeller=Tarnowitz, Herr Hermann Hamburger- Breslau sowie Frau Selma Bayer. Frau Bayer wird in Anerkennung ihrer besonderen Verdienste um den Verein als immerwährendes Mitglied geführt. Die Organisation des Iii bewährte sich erfolgreich bei den Repräsentantenwahlen im März 1920. Zirka 125 Mitglieder des Vereins haben sich an der Wahlarbeit beteiligt. Von 21 Sitzen erhielten die' Liberalen 15, darunter 3 Vertreter des liberalen Jugendvereins. An den Vereinsabenden und Mitgliederversammlungen hielten unter anderen die Herren Rabbiner Dr. Sänger, dem wir für seine Bereitwilligkeit, uns Belehrung zu spenden, zu besonderem Danke verpflichtet sind, Sanitätsrat Dr. Alexan*