Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 1921
- Issue
- Heft 4 (April 1921)
- Date
- 1921-04-01
- Page
- Seite 82 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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— 82 — Büchlein über „Jüdische Geheimgesetze?4' ergriffen, das soeben bei C. A. Schwetschke u. Sohn (Berlin) erschienen ist. Auf Grund von Kenntnissen, wie wir sie heute leider nicht allzu häufig* bei den Theologen antreffen, erbringt er hier den unwiderleglichen Nachweis, daß die umfangreiche Religionsliteratur der Juden nur für d e n Geheimnisse enthält, der weder das zum Verständnis des Urtextes notwendige Wissen erworben hat, noch die vorhandenen Übersetzungen kennt. Und indem er noch einmal die geistige und sittliche Minderwertigkeit der von ihm schon seit langen Jahren aufs schärfste bekämpften Götzen des Antisemitismus, der Rohling, Ecker, Briman,Dinter und Fr i t s c h, erweist, zeigt er, daß die Juden, die den ethischen Vorschriften ihrer Religion nachleben, nicht besser, aber auch nicht schlechter als ihre christlichen Mitbürger sind. Besonders erfreulich ist es, wie ausführlich er sich mit Dinters Zeitroman „Sünde wider das Blut" beschäftigt, den er als eine Sünde wider die Kunst, wider die Wissenschaft und wider das Vaterland brandmarkt. Da dieser Schmutzroman, der die Seele unseres Volkes vergiftet, bisher in etwa 125 000 Exemplaren verbreitet worden ist, so müßte es ermöglicht werden, daß Stracks Heft in die Hände aller Deutschen gelegt wird. Denn erst wenn sie von seinem Inhalt Kenntnis genommen haben, wird der Weg zu sachlichen Erörterungen wieder frei werden! — Sind die „Geheimgesetze" ein mehr volkstümliches Buch, so kommt die „Einleitung i n Talmud und Midras", die als 5. ganz neu bearbeitete Auflage seiner Talmudeinleitung vor wenigen Wochen im C. iL B e c k sehen Verlage in München erschienen ist, mit einem um so ausgedehnteren wissenschaftlichen Apparat. Es ist hier nicht der Ort, in eingehender kritischer Würdigung dieses Werk zu behandeln. Nur so viel aber müssen wir sagen, daß jeder, der sich über ein so merkwürdiges Werk der Weltliteratur wie den Talmud objektiv unterrichten will, gern zu dem Buche dieses evangelischen Theologen greifen wird. Denn wenn auf einen, so gilt für ihn das in richtiger Beschränkung treffende Nietzschewort: „Abseits vom Markte und Ruhme begibt sich alles Große; abseits vom Markte und Ruhme wohnten von je die Erfinder neuer Werte." Botho Laserstein. (Aus: Berliner Fremden-Zeitung, Nr. 4). Verbands- und Vereinsnachrichten, Bericht der Liegnitzer Iii. Der Delegiertentag der Iiis, der zu unserer großen Freude in Liegnitz stattfand, hat uns die Fehler und Mängel