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Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands · 1921-04-01 · Heft 4 (April 1921) · p. Seite 73

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Journal
Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
Volume
1921
Issue
Heft 4 (April 1921)
Date
1921-04-01
Page
Seite 73 (sequence 9)
Language
German
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und Kameraden sind, innerhalb der .Kameradenvereinigung nicht für die Iiis, aber für sein Judentum, das ein liberales ist. Utid diese selben sollen helfen, in die Iiis etwas mehr frische Jugendlichkeit zu bringen und inneren Zusammenhang der Mitglieder und Abkehr vom Formell-Konventionellen. Dann wird einmal der Tag kommen, wo es eine einheitliche deutschjüdische Jugend gibt, die Ernst gemacht hat mit Anderswerden und Aufbau, mit Neujudentum und Neumenschentum. Mißgebilde aber wie neutrale Jugendvereine werden verschwunden sein, und die Orthodoxen werden entweder zu uns komfrien oder im Misirachi aufgehen. Iiis und Kameraden, beide Anfänge, beide Verheißungen. Mögen sie einer einheitlichen Erfüllung entgegenreifen. Neutralität. Von Erwin Baer (Iii Frankfurt a. M.). Sehr geehrtes Fräulein! Es ist etwas recht gefährliches um ein Schlägwort. Wie, die Grippe wirkt es rasend ansteckend, und wie diese Krankheit macht es anfangs einen recht harmlosen Eindruck, der die Konsequenzen, die daraus entstehen können, nicht sich anmerken läßt. Wir Juden haben so manche traurigen Erfahrungen an den Folgen eines Schlagwortes machen können. Grassiert doch im]mer noch jenes „Die Juden sind daran Schuld". Und von den Gefahren, die das zionistische Schlagwort: „Wir sind ein Volk! Wir sind eine Nation!" in sich birgt, sind Site selbst ebenso überzeugt wie ich. Und doch muß ich auch Sie auf einem Schlagwort ertappen. Sie schreiben mir, was Sie während Ihres hiesigen Aufenthaltes vom Iii gehört und gesehen hätten, finde Ihre volle Anerkennung. Auch dem Inhalt unserer Mitteilung stimmen Sie durchweg zu. Aber Sie beklagen sich, „wir seien Partei, wir trügen dadurch zur Zersplitterung im Judentum bei, die dessen Ruin bewirke. Es sei besser, neutral zu sein, um die Einheit des Judentums zu wahren, damit dieses nicht durch Parteigezänk zu Grunde gerichtet werde." Glauben Sie mir, dies sind Schlagworte, und nicht ungefährliche, wie ich Ihnen darlegen möchte/es sind aber keine Vorwürfe, die wir verdienen. Nicht etwa, daß ich mich damit herausreden möchte, das Vorgehen der anderen Parteien zwinge uns, diesem . Weg nachzufolgen. O nein, wir leben nicht von Negierungen. Im Gegenteil, ich möchte die Verdienste, die die anderen Richtungen durch zielbewußtes Vorgehen nicht nur für sich> sondern für das Judentum überhaupt haben, nicht verkannt

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