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Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands · 1920-10-01 · Heft 10 (Oktober 1920) · p. Seite 215

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Journal
Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
Volume
1920
Issue
Heft 10 (Oktober 1920)
Date
1920-10-01
Page
Seite 215 (sequence 23)
Language
German
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— 215 — der zionistischen Ideen liegen, sondiern nur das religiöse Judentum, äulf liberaler Grundlage erneuert, biete die Möglichkeit, vornehmlich statt einer innerlich wankenden Jugend in sich gefestigte Menschen zu schaffen. Entgegen den Gewohnheiten der Vorkriegszeit haben wir in diesem Jahre die Vereinstätigkeit auch imi Sommer nicht einschlafen lassen. Wir erwähnen eine zahlreich besuchte Mitgliederversammlung, in der Herr Rabbiner Dr. Saenger das so viel Aufsehen erregende Buch von Delitzsch „Die große Täuschung" einer Kritik unterzog und nachzuweisen vermochte, daß das Machwerk eine große Täuschung gegenüber dem Laien bedeute, da insbesondere auf die Entwicklung des jüdischen Volkes keine Rücksicht genommen und außerdem die Gelegenheit benutzt wird, um die Anhängier der jüdischen Religion als in der Moral zurückgeblieben zu erweisen. In der darauf folgenden lebhaften Diskussion wurde dem Bedauern Ausdruck gegeben, daß Männer der deutschen Wissenschaft, die stets ihre Objektivität rühmen, sich nicht gescheut haben, um der antisemitischen Hetze neue Nahrung zuzuführen, wissenschaftliche Ergebnisse, gröblich entstellt, dler Allgemeinheit zugänglich zu machen, mit der nicht zu verkennenden Absicht, Juden und Judentum den Andersgläubigen als verächtlich erscheinen zu lassen. Es wurde in der Versammlung angeregt, eine Aussprache mit der nichtjüdischen Jugend herbeizuführen, um aufklärend wirken zu können. Im August fanden außer den geselligen Zusammenkünften eine Mitgliederversammlung statt, in der der Wille der Mitglieder zum Ausdruck kam, im Winter eine recht lebhafte Tätigkeit zu entfalten, welchem Wunsche die Vereinsleitung um so lieber Rechnung zu tragen gewillt ist, da bereits die dankenswerte Zusage unseres neuen Gemeinderabbiners Herrn Dr. Voglelstein vorliegt, in einer Reihe von Vorträgen unsere Mitglieder in „Die Grundlagen des Judentums" einzuführen. Außerdem werden uns auch unsere bisherigen Mitarbeiter nicht im Stiche lassen^ so daß die Hoffnung berechtigt erscheint, daß der kommende Winter für die jüdischliberale Jugendbewegung in Breslau eine Stufe weiteren Fortschrittes bedeuten wird. Gerhard Bettsack. Iii-Frankfurt a. M. Sämtliche Zuschriften sind nunmehr zu richten an die Adresse des Schriftführers: Erwin Baer, Frankfurt a. M., Bäckerweg 23. Sämtliche Zahlungen sind nunmehr zu leisten auf das "Postscheckkonto Frankfürt; a. M. Nr. 49 712, Th, Mosbacher, Frankfurt a, M. - V

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