Mannheim
Compact Memory

Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands · 1920-10-01 · Heft 10 (Oktober 1920) · p. Seite 214

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
Volume
1920
Issue
Heft 10 (Oktober 1920)
Date
1920-10-01
Page
Seite 214 (sequence 22)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2550626-2550633-2550643--255-2550976
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

— 214 — Spenden fördern zu wollen. — Sämtliche Einzahlungen auf Postscheck-Konto Breslau Nr. 17 443. Alfred B e r g e r. Verbands- und Vereinsnachrichten. Jüdisch-liberaler Jugendverein zu Breslau. An dieser Stelle berichteten wir zuletzt über die Repräsentantenwahlen, die naturgemäß die innere Vereinstätigkeit zugunsten der Propagandaarbeit zurücktreten ließen. Der überraschend günstige Ausfall der Wahlen beweist, welche Bedeutung eine blühende Jugendbewegung für das liberale Judentum besitzt, denn sowohl der liberale Hauptverein, als die liberale Fraktion haben wiederholt hervorgehoben, daß ein wesentlicher Teil des Wahlerfolges der Arbeit des Jugendvereins zu verdanken ist. Es ist zu wünschen, daß dies von der gesamten liberalen Judenheit Deutschlands beachtet würde und sich die Ortsgruppen der Vereinigung für das liberale Judentum in Deutschland in höherem Maße als bisher die Förderung der Jugendbewegung angelegen sein ließen, in welcher Beziehung wir noch viel von den zionistischen Organisationen lernen können. Trotz der Repräsentantenwahlen haben wir unsere Vortragsreihen weiter fortgeführt und wäre aus diesen besonders hervorzuheben das lebhafte Interesse, welches die Vorträge unseres verehrten Herrn Rabbiner Dr. Saenger erweckten, der trotz seiner großen Amtspflichten als einziger Rabbiner an der Synagoge mit liberalem) Ritus in einer Reihe von Cyklen unsere Mitglieder teils in die Geschichte der Juden in Mittelalter und Neuzeit, wie in das Gebetbuch einführte. Wir möchten auch an dieser Stelle Herrn Dr. Saenger unseren herzlichsten Dank zum Ausdruck bringen für die uns zuteil gewordene Förderung. Jeder jüdischen liberalen Gemeinde wäre ein solcher Seelsorger zu wünschen, »der nicht nur theoretisch liberale Anschauungen vertritt, sondern mit der Tat beweist, daß er liberales Judentum in alle Herzen, besonders in die der Jugend einzupflanzen bestrebt ist. Wir beschlossen unsere Wintertätigkeit mit einer öffentlichen Versammlung, in der Herr Rechtsanwalt Heinrich Stern-Berlin aufzeigte, daß die jetzige Zeit die Entscheidungsstunde des deutschen Judentums bedeute. Die deutsche Judenheit müsse sich losreißen von der Teilnahmslosigkeit gegenüber dem Judentum, falls es seine Existenzberechtigung erweisen will. Das Ziel -könne aber nicht im Radikalismus

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.