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Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands · 1920-09-01 · Heft 9 (September 1920) · p. Seite 189

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Journal
Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
Volume
1920
Issue
Heft 9 (September 1920)
Date
1920-09-01
Page
Seite 189 (sequence 29)
Language
German
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— 189 - ten aufgehört, im Nissan sind die Israeliten erlöst und im Tischri werden sie einst erlöst werden. R. Josua sprach: im Nissan ist die Welt erschaffen, im Nissan sind die Erzväter geboren und gestorben, am Pessach ist Isaak geboren, am Neujahrsfest hat Joseph das Gefängnis verlassen, am Neujahrsfest hat der Frohndienst unserer Väter in Ägypten aufgehört, im Nissan sind die Israeliten erlöst und im Nissan werden sie einst erlöst werden. R.Elieser sprach: Aus welchem Schriftverse kann man ersehen, daß die Welt im Tischri erschaffen wurde. Es heißt Gen. i, n: Und Gott sprach: Die Erde lasse junges Grün sprossen, samentragende Pflanzen und Fruchtbäume; in welchem Monat ist die Erde grün und die Bäume voll Früchte? im Monat Tischri .... R. Josua sprach: Aus welchem Schriftverse kann man ersehen, daß die Welt im Nissan erschaffen wurde. Es heißt Gen. i, 12: Die Erde ließ junges Grün aufsprießen, samentragende Pflanzen je nach ihrer Art und fruchttragende Bäume, in welchem Monat ist dies? im Nissan. Am Laubhüttenfeste wurde in der Zeit des Tempels ein eigenartiges Fest gefeiert. Das Fest des Wassergießens oder Wasserschöpfens. Da es nirgend in der Thora angeordnet oder auch nur angedeutet war, lehnten die Sadduzäer es ab, da sie jeder Neuerung abhold waren und nur die Gesetze anerkannten, die sie in der Schrift fanden. Die große Masse des Volkes aber, geführt von den Pharisäern, hing mit besonderer Liebe gerade an diesem Feste. Mischnah und Gemara beschäftigen sich in ausführlicher Weise mit ihnen, wie folgende Stellen beweisen: Sukkah. Fol, 48a. Mischnah: Wie wurde das Wassergußopfer dargebracht? Man füllte ein goldenes Gefäß, das drei Maß faßte, mit Wasser aus der Siloahquelle und wenn man an das Wassertor des Tempels kam, blies man in die Posaune. Darauf bestieg der Priester die Treppe des Altars, wandte sich nach links — und goß das Wasser aus. Dabei rief man ihm zu: Hebe deine Hand hoch, damit man deutlich sieht, was du tust. Es geschah nämlich einmal, daß ein sadduzäischer Priester das Wasser auf seine Füße goß, da bewarf ihn das Volk mit Eßrogim. Sukkah, Fol? 51a, Mischnah: Wer die Freude beim Fest des Wasserschöpfens nicht gesehen hat, hat nie eine rechte Freude gesehen. Beim Ausgang des ersten Laubhüttenfesttages zog man zur Frauenhalle — und zündete das Licht in großen goldenen Kandelabern an. Alle Höfe in allen Häusern Jerusalems waren vom Licht der Prozession des. Wasserschöpifens erleuchtet. Fromme Männer tanzten voran und sangen Lieder und Lobgesänge. Die Leviten, die Zithern, Harfen und viele andere Musikinstrumente in den Händen

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