Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 1920
- Issue
- Heft 8 (August 1920)
- Date
- 1920-08-01
- Page
- Seite 156 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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— 156 — einander und miteinander gearbeitet werde. Wichtigstes Erfordernis hierfür wäre, daß außer der bloßen Abwehrarbeit ein gemeinsames positives Arbeitsgebiet gefunden werde. Wie dies geschehen könne bei einem Zusammenschluß von religiös neutralen und religiösen Parteivereinen}, sei bisher nicht ersichtlich; zum mindesten sei eine Heranziehung der gesetzestreuen Jugend nötig. Schwierigkeiten ergäben sich für das Zusammengehen mit den „Kameraden4' auch aus der von diesen jetzt neugegründeten Tendenzabteilung, die neue Zersplitterung in die nichtzionistische Jugendarbeit hineintrage. -Nach einer längeren Diskussion, in deren Verlauf Rechtsanwalt Schlesinger-Königshütte warm für einen Zusammenschluß im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft der nichtzionistischen jüdischen Jugendorganisationen eintritt, wird folgende Resolution gefaßt: „D i e Ar b'eitsgemeinschaft der Iiis k a n n sich nicht an einer Arbeitsgemeinschaft beteiligen., der nur liberale und religiösneutrale Organisationen angeschlossen s i n d." Bezugnehmend auf die am nächsten Tage stattfindende Hauptversammlung des Liberalen Vereins verliest nunmehr Bayer-Breslau Richtlinien, die er dieser Versammlung vorzulegen beabsichtigt, und die er in folgenden Forderungen festgelegt hat: 1. Wahl einer kraftvollen Leitung. 2. Verpflichtung der liberalen Rabbinen zur Gründung und Unterstützung von Iiis. 3. Einleitung einer Finanzierung von Neugründungen und jungen Vereinen. 4. Regelmäßige Tätigkeit aller liberalen Hauptvereine. 5. Umbau des „Liberalen Judentums" (aktuelle Artikel, LTmbau zu richtiger Zeitung). 6. Herausgabe von Propagandabroschüren usw. 7. Rasche Förderung des allgemeinen liberalen Gebetbuches (Zusammentritt einer Konferenz zur Schaffung eines „liberalen Schulchan Aruch"). 8. Gemeinsame Versammlungen der Hauptvereine und Jugendvereine vor den Feiertagen zur Besprechung jüdischer Gebete und Gebräuche. Herr Rabbiner Dr. Baeck nimmt Stellung zu den vorgelesenen Richtlinien. Er warnt vor dem „liberalen Schulchan Aruch" und dem „liberalen Gebetbuch'4. Das liberale Judentum werde nur dann die Stoßkraft haben, wenn wir immer und immer wieder betonen: Wir sind das Judentum. Je mehr wir uns nicht nur mit Spezialpunkten, sondern mit den grundsätzlichen Fragen des Judentums beschäftigen, desto mehr sind wir liberale Juden. Wir dürfen das Wichtige und Wesentliche