Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Journal
- Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
- Volume
- 1920
- Issue
- Heft 8 (August 1920)
- Date
- 1920-08-01
- Page
- Seite 154 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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— 154 — Leben das Kriterium dessen, was Zionismus heißt, erkennen in klarer Konzeption. Weil das Buch wahr und klar sein Wort spricht, darum müssen all die Wortestreiter vor ihm verstummen und „ja" sagen. Ein „aber doch" bleibt in der Wort« bildung stecken. Warum sollte ich, Hauptgedanken aus dem Zusammenhang gerisseni, hier auftischen? Das Buch ist an uns gerichtet. Wir junge, kämpfende Menschen sollen es uns zu eigen machen, wir müssen es uns zu eigen machen, weil wir Judentum wollen. Bildung — und kein Ende v. Dr. Franz Rosenzweig. (Verlag J. Kauf f mann», Frankfurt a. M. 1920. 22 Seit.) Auch dieses Buch ist an uns gerichtet. Auch es müssen wir uns nahe bringen. Auch es fordert den jüdischen Menschen, die Selbstbesinnung auf das Eigengesicht, die Pflege, die — — ach so vernachlässigte Pflege seines Seins. „Forschung und Lehre, Wissenschaft und Unterricht, sie sind uns gestorben." Ja, in aller Deutlichkeit muß es gerufen werden, so kraß es auch klingen mag, „gestorben". Die Familie löst sich auf, die Synagoge kümmert dahin, wird zur „Stätte, religiöser Erbauung". Was uns fehlt, die „Freude am Eigenen". Der ^Zionismus,, erkannte den Mangel" und gab „falsche Therapie". Was uns mangelt, ist „Wille". „Bereit sein, ist alles." Rezeptlos. Es bleibt nur das eine „Rezept", das Rezept der Rezeptlosigkeit: ich fühls. „Vertrauen" ist das einzige Wort. „Gemeinschaft" der Zusammenschluß. Kommen wir „mit der Kraft zu wünschen, mit dem Drang zu fragen;, mit dem Mut zu zweifeln" um unserer Erneuerung willen. Der israelitische Prophetismus. 5 Vorträge, für gebildete Laien geschildert. Von Carl Heinrich Cornill. Berlin und Leipzig 1920. 184 Seiten. Preis 9.20 Mk. Soeben, da die 13. Auflage dieses Werkchens erscheint, erreicht uns die Botschaft vom Hinscheiden des hervorragenden Gelehrten. Die Zeit ist so brach an überragenden Geistern, darum schmerzt jeder Verlust aufs Neue so hart. Als diese Vorträge vor Jahren im freien deutschen Hochstift zu Frankfurt a. M. gehalten wurden, da zogen begeisterte Hörer zu ihnen hin. Die Begeisterung währte fort und man ruht nun nicht eher, bis sich Cornill entschloß, die Vorträge dem Druck zu übergeben. Seit der Zeit sind 13 Auflagen (29 Tausend Exemplare) in die Welt gegangen. In klarer, wissenschaftlicher Sachlichkeit läßt der christliche Theologe in geschichtlicher Folge die großartigen Prophetengestalten an uns vorüberziehen, jeden sein Wort sprechen und rufen. Lebendig treten die Bilder vor unser geistiges Auge. So wird uns der geheiligte Schatz neu ans Herz gelegt.