Mannheim
Compact Memory

Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands · 1920-03-01 · Heft 4 (März 1920) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
Volume
1920
Issue
Heft 4 (März 1920)
Date
1920-03-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2550626-2550633-2550637--096-2550811
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft jüdisch-liberaler Jugendvereine Deutschlands. Inhalt: Das Gesetz. — Sünde. — Die Betätigungspflichten der jüdisch-liberalen Jugend,— Biblische Märchen. — Schrifttum und Literatur. — Der Prophet Arnos. — Fragekasten. — Spender-Liste. — Verbands- und Vereinsnachrichten. „Der für das Pessachfest bestimmte Leitartikel des Herrn Rabbiner Dr. Baeck ist infolge der Postsperre in Berlin nicht mehr rechtzeitig für den Druck dieser Nummer eingetroffen. Wir hoffen ihn in der nächsten Nummer nachbringen zu können/* Das Gesetz, Von Dr. Felix Goldmann-Leipzig. Im Gesetz ist der Hauptunterschied zwischen Orthodoxie und Liberalismus enthalten. Freilich sind die Gegensätze in Wahrheit anders als man oft vermeint. Nicht geht es um Sein oder Nichtsein des Gesetzes, nicht daß die Orthodoxie es anerkennt und vergöttlicht, während der Liberalismus es verwirft. Sondern um die Auffassung des Begriffes handelt es sich nur, denn im Prinzip sind beide Richtungen einig. Mag es auch hart im Ohre des mit den Vorwürfen seitens des Christentums vertrauten Juden klingen, das Wort ist und bleibt wahr, daß das Judentum die Religion des Gesetzesistundbleibt. Auch von der liberalen Anschauung gilt das. Denn das Gesetz ist im Judentum nichts Zufälliges. Es ist die dem jüdischen Geiste entsprechende Form, um die ewigen Werte in den Alltag zu überführen. Es ist;das Olrgan, das die vSchätze der Religion in das Kleingeld des täglichen Lebens ummünzt. Ohne dies Hilfsmittel würde die jüdische Lehre in stolzer Höhe unerreichbar wie der funkelnde Stern thronen. Der Streit darüber, ob nicht eine neue Zeit neue prinzipielle Mittel dieser Art hervorbringen könnte, ist müssig. Er verkennt die Kraft historischer ^Tradition und ihrer Beharrung vollständig. Er übersieht auch, daß ein innerer Zusammenhang zwischen der scharfen Unbedingtheit sittlicher Forderung und dem klaren „du sollst" des religiösen Gesetzes be-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.