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Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands · 1920-03-01 · Heft 3 (März 1920) · page 1

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Journal
Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
Volume
1920
Issue
Heft 3 (März 1920)
Date
1920-03-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft jüdisch-liberaler Jagendvereine Deutschlands. Nr. 3 März 1920 ||| Jahrg. II Inhalt: Chanukka und Purim. — Niederreißen — aufbauen. — Unser Gottesdienst. — Ewiges und Vergängliches. — Zur Propaganda. — Arbeitsnachweis. — Schrifttum und Literatur. — Fragekasten. — Spender-Liste. — Verbands- und Vereinsnachrichten. Chanukka und Purim. Von Rabbiner Wiener- Stettin. Selbst diejenigen unserer Feste, die nur die Erinnerung an einmalige geschichtliche Begebnisse bewahren wollen, zeigen dem tiefer Schauenden mehr als nur das, was irgendwann in alten Tagen gewesen, was einmal gelebt hat und be« graben wurde; sie sind allesamt der Ausdruck des einen und ewigen jüdischen Schicksals. Es kann nicht anders sein. Denn in unserem Lose gibt es etwas, was immer wiederkehren muß, so lange wir bestehen, so lange wir das sind, was wir sind. Dieser Kern unseres Seins, aus dem uns Lebensgeschick und natürliches Wesen wie Aeste aus einem Stamm herauswuchsen, beruht in der Tatsache, daß wir immer und überall als eine geringzählige Gruppe von besonderer Art in gewaltigen Mehrheiten anderen Gepräges eingestreut sind. Im letzten Menschenalter wurde das jüdische Leben vor allem durch den Streit über den Charakter unserer Gemeinschaft bewegt: Religion oder Nation, das ist die Frage. Sicherlich danken Aufkom'mem und Kraft des jüdisch-nationalen Gedankens ihre Bedeutung zuerst der allgemeinen Weltgestimmtheit, die auf innere Ausreifung und äußere Vollendung völkisch gefestigten Seins drängte. Der Weltkrieg mit der Unzahl von politischen und wirtschaftlichen Verwicklungen, die ihn heraufgeführt, ist ja nur die Entladung der durch jene Idee bewirkten Spannung. Aber sie fand im Judentum doch nur darum das Tor so weit geöffnet, weil hier ein zwar unklares, aber instinktiv sicheres Gefühl von eigenem Wesen und besonderem Sein tief wurzelte, und weil — das ist die Hauptsache — diese Eigenempfindung stets durch den kräftigsten Widerhall bei der Umwelt genährt und so vor Schlaffwerden und Schlummer behütet ward. Das leuchtet. Wie ein roter Faden durch das Band unseres Schicksals von

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