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Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands · 1919-10-01 · Heft 4 (Oktober 1919) · p. Seite 24

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Journal
Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
Volume
1919
Issue
Heft 4 (Oktober 1919)
Date
1919-10-01
Page
Seite 24 (sequence 6)
Language
German
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So (spricht der Herr: der Himmel ist mein Thron und die Erd'e meiner Füße Schemel. Welches ist das Haus, das ihr mir bauen wollt, wo ist der Ort für meine Ruhestätte? Alles dieses hat meine Hand gemacht, durch mich ist alles dieses geworden, spricht der Herr; aber auf den schaue ich, der dermütig und gebeugten Gemütes ist und eifrig meinem Worte folgt. J e s a j a 66, i—3. Es geschah aber, als die Menschen begannen sich zu mehren auf dem Erdboden, und ihnen Töchter geboren wurden, da sahen die Söhne Gottes die Töchter der Menschen, welche schön waren und nahmen sich aus ihnen Frauen, wie sie ihnen gefielen. Da sprach Gott: „Mein Geist soll nicht immerdar in den Menschen walten, dieweil er auch Fleisch ist, so soll nun seine Zeit hundertundzwanzig Jahre sein. In jenen Tagen waren die Riesen auf der Erde, und auch nachher noch, nachdem die Söhne Gottes zu den Töchtern der Menschen gekommen waren und ihnen Kinder geboren worden. Das sind jene Gewaltigen, die von altersher berühmte Männer waren. Da sah Gott, daß die Bosheit der Menschen groß war auf der Erde, und daß alles Dichten und Trachten ihres Herzens allezeit nur böse war, und es graute ihn, daß er die Menschen auf der Erde geschaffen hatte, und er betrübte sich in seinem Herzen. Und da sprach er: „Ich will die Menschen, die ich geschaffen habe, von der Erde vertilgen, ja alles vom Vieh, bis zum Gewürm und bis zu den, Vögeln des Himmels; denn mich gereut, daß ich sie geschaffen habe." Noah aber fand Gnade in den Augen Gottes. Dieses ist die Geschichte Noahs: Noah war ein frommer Mann, er war ganz ohne Fehl in seinem Zeitalter; mit Gott wandelte Noah. Und es wurden ihm drei Söhne geboren, nämlich Sem, Harn undjapheth. Genesis 7, 1—4, 8,1. Aus dem Talmud. Das Sündopfer und das Schuldopfer wegen einer bestimmten Sünde schaffen Sühne, der Tod und der Versöhnungstag schaffen Sühne, aber nur in Verbindung mit Buße. Die Buße schafft Sühne bei leichteren Vergehen, sowohl gegen Gebote wie Verbote, bei schweren Vergehen kommt die Sühne erst mit dem Versöhnungstag. Wenn jemand spricht: „Ich will sündigen und Buße tun und wieder sündigen und Buße tun", so wird er nicht zur Buße kommen. Spricht jemand: „Ich will sündigen und der Versöhnungstag wird mir Buße schaffen", so bringt ihm der Versöhnungstag keine Sühne. Sünden gegen Gott, sühnt der Versöhnungstag, Sünden eines Menschen gegen den andern, sühnt der Versöhnungstag erst, wenn er sich mit seinem Nebenmenschen ausgesöhnt hat. R. Eleasar b. Asarja sprach: „Von allen euren Sünden vor dem Ewigen sollt ihr rein sein (Br. 16, 30). Daraus folgt, was eben gesagt ist. R. Akiba sprach: „Heil Euch, Ihr Israeliten, vor wem reinigt ihr Euch und wer reinigt Euch, Euer Vater im Himmel wie es heißt: „Und ich werde reines Wasser über Euch sprengen, daß Ihr rein werdet." Jonia 85b. Vereins-Statistik. Ein jeder Verein, nicht nur die Jüdisch-liberalen Jugendvereine, legt peinlichst Rechnung ab über die Pfennige, die er im Vereinsjahre einheimst und ausgibt. Leistet ein Verein praktische Arbeit, so wird es zum mindesten der Vereinsleitung, gewöhnlich aber auch manchen Kreisen der Mitgliedschaft wünschenswert erscheinen zu erfahren, von wem und in welcher Weise die geleistete Arbeit verrichtet wurde. Dies restlos zu ergründen, ist doch Aufgabe einer lückenlosen statistischen Tätigkeit. Welches waren nun die Anlässe, die Beweggründe, welche den Iii oder vielmehr den Vorstand des Iii zu Breslau bewog, eine ganze Kommission zur Bewältigung statistischer Arbeiten ins Leben zu rufen? Der Vorstand des Iii zu Breslau wollte vor allem einen Belag haben, an dessen Hand er verfolgen kann, in welcher Weise die einzelnen Vereinsmitglieder ihr Interesse an der Vereinstätigkeit durch rege Teilnahme an den Vereinsveranstaltungen vor allem an den regelmäßigen Kursen zeigten. Demgegenüber wollte sich die Vereinsleitung an Hand schriftlicher Aufzeichnungen ein Bild erwerben über die Zweckmäßigkeit eingeführter Neuerungen wie Ausflüge, regeltfiäßige Zusammenkünfte geselliger Art während der sogenannten Arbeitspause in den Sommermonaten. Der Vorstand war und ist stets von dem Gedanken geleitet, an Hand eines schriftlichen Nachweises auch die Tätigkeit derjenigen den einzelnen Vorstandsmitgliedern persönlich weniger bekannten Vereinsschwestern und Vereinsbrüder würdigen und gelegentlich zu internerer Tätigkeit leichter verständigen bezw. heranziehen zu können. Den äußeren Anlaß zur Einrichtung der Kommission für statistische Arbeiten des Iii zu Breslau gab eigentlich ein unliebsamer Zwischenfall bei der Generalversammlung im Januar 1919. Vom Vorstand waren einige in mehreren Vorstandssitzungen bis ins Einzelne besprochene Anträge eingebracht worden, gegen welche einige offenbar außerordentlich für den Verein interessierte Mitglieder opponierten.' In der Diskussion stellte sich nun leider heraus, daß diese Oppositionsgeister bei den regelmäßigen Veranstaltungen durch Abwesenheit glänzten*und sich dennoch für berechtigt hielten, gegen wohlerwogene Anträge des Vorstandes zu opponieren. Wie sieht nun eine solche Statistik aus und welches ist die Arbeit der mit ihr betrauten Kommission? Am 1. Mai 1919 hat die Kommission für statistische Arbeiten des Iii zu Breslau (bestehend aus dem Leiter, dessen Stellvertreterin und 14 Mitgliedern — 8 Damen, 6 Herren) ein alphabethisch geordnetes Mitgliederverzeichnis langelegt. Um die verehrten außerordentlichen Mitglieder, die doch bei der praktischen' Vereinsarbeit meistens eine passive Stellung einnehmen, sofort herauslesen zu können, wurden diese mit roter Tinte in dem Verzeichnis vermerkt. Zur Schaffung eines deutlichen Bildes der Tätigkeit der VQrstandsmit-

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