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Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands · 1919-09-01 · Heft 3 (September 1919) · p. Seite 17

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Journal
Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Jüdisch-Liberaler Jugendvereine Deutschlands
Volume
1919
Issue
Heft 3 (September 1919)
Date
1919-09-01
Page
Seite 17 (sequence 7)
Language
German
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w den der Ewige erwählen wird; denn der Ewige, dein Gott, wird dich segnen in all deinem Ertrage und in allem Werke deiner Hände, und du sollst ganz froh sein. Dreimal im Jahre sollen alle deine Mannsleute erscheinen vor dem Angesichte des Ewigen, deines Gottes, an dem Orte, den er erwählen wird: am Feste der ungesäuerten Brote, am Wochenfeste und am Hüttenfeste. Man soll aber nicht leer erscheinen vor dem Angesicht des Ewigen; ein jeder (bringe) je nachdem seine Hand geben kann, nach dem Segen, den der Ewige, dein Gott, dir gegeben hat. In diesen Worten sind schon genauere Anordnungen über die Feier der Feste gegeben, aber es fehlen noch die genauen Daten und die nähere Bestimmung über die Festopfer. Merkwürdig ist auch, daß weder im Exodus noch im Deuteronomium die beiden Feste erwähnt werden, die für uns jetzt die Hauptfeste geworden sind, Neujahr und Versöhnungstag. Das Fehlende finden wir im dritten Teil der Thora, dem Levitikus, Kapitel 23, Vers 4—8. 15—21. 24—36. Dieses aber sind die Feste des Ewigen, die heiligen Versammlungen, die Ihr berufen sollt zu ihrer Zeit: Im ersten Monate, am vierzehnten Tage des Monats gegen Abend ist Passah dem Ewigen. Und am fünfzehnten Tage des Monats ist das Fest der ungesäuerten Brote dem Ewigen; sieben Tage sollt Ihr Ungesäuertes essen. Am ersten Tage sollt Ihr heilige Versammlungen halten; keinerlei Werksarbeit sollt Ihr verrichten. Sieben Tage sollt Ihr Feueropfer darbringen dem Ewigen. Am siebenten Tage sei abermals heilige Versammlung, keinerlei Werksarbeit soiit Ihr verrichten. Ihr sollt aber zählen von dem Tage nach der Feier, von dem Tage an, wo Ihr das Omer der Webe gebracht habt, sieben volle Wochen. Bis zum Tage nach der siebenten Woche sollt Ihr fünfzig Tage zählen, und dann sollt Ihr ein neues Speiseopfer darbringen dem Ewigen. Bringet aus Euren Wohnungen zwei Brote zur Webe; von zwei Zehntel des feinsten Mehles sollen sie sein, und gesäuert sollen sie gebacken sein; es sind Erstlinge dem Ewigen. Zu den Broten sollt Ihr aber sieben einjährige Schafe, \drei ohne Fehl, und einen Stier und einen Widder bereiten; diese seien Brandopfer dem Ewigen, und dabei seien ihre Speiseopfer und Trankopfer. Es seien Feueropfer dem Ewigen zum lieblichen Geruch. Ferner sollt Ihr einen Ziegenbock zum Sündopfer und zwei einjährige Schafe zum Feueropfer bereiten. Der Priester aber mache mit den zwei Schafen samt den zwei Broten eine Webe vor dem Ewigen; heilig seien sie demj Ewigen (sie gehören) dem Priester. Und Ihr sollt an ebendiesem Tage (ein Fest) verkünden, heilige Versammlung sollt Ihr berufen; keinerlei Werktagsarbeit sollt Ihr verrichten. Eine ewige Satzung sei dies für Eure Geschlechter in Euren Wohnungen. Ferner redete zu Moses der Ewige und sprach: Rede zu den Kindern Israel, wie folgt: Im siebenten Monat am ersten (Tage) des Monats soll bei Euch eine hohe Feier sein, ein Gedächtnis (Tag) des Posaunenschalls zur heiligen Versammlung. Keinerlei Werktagsarbeit sollt Ihr verrichten, und Feueropfer sollt Ihr darbringen dem Ewigen. Ferner redete der Ewige zu Mose, wie folgt: Fürwahr am zehnten (Tage) des siebenten Monats ist der Versöhnungstag, da soll heilige Versammlung bei Euch sein und Ihr sollt Euch kasteiqn, und Feueropfer darbringen dem Ewigen. Und keinerlei Werk sollt Ihr verrichten, an ebendemselben Tage, denn er ist ein Tag der Versöhnung, daß Ihr gesühnet werdet, vor dem Ewigen, Eurem Gotte. Jegliche Person, die sich nicht kasteiet, am selbigen Tage, soll vertilgt werden aus ihrem Volke. So auch jegliche Person, die irgend ein Werk verrichtet an diesem Tage. Ich werde diese Person vertilgen aus ihrem Volke. Keinerlei Werk sollt Ihr verrichten; eine ewige Satzung sei dies für Eure Geschlechter in allen Euren Wohnungen. Eine hohe Sabbathfeier sei es Euch und Ihr sollt Euch kasteien. Am neunten Tage des Monats, am Abend, vom Abend zum Abend, sollt Ihr Eure Feier halten. Ferner redete der Ewige zu Mose, wie folgt: Rede zu den Kindern Israel wie folgt: Am fünfzehnten Tage dieses siebenten Monats ist das Hüttenfest; sieben Tage (soll es gefeiert werden) dem Ewigen. Am ersten Tage sollt Ihr heilige Versammlung halten. Keinerlei Werktagsärbeit sollt Ihr verrichten. Sieben Tage sollt Ihr Feueropfer darbringen dem Ewigen. Am achten Tage sollt Ihr abermals heilige Versammlung berufen ufrd Feueropfer darbringen dem Ewigen. (Ein Tag) der Festversammlung (Azareth) ist es; keinerlei Werktagsarbeit sollt Ihr verrichten. Auch hier fällt uns noch mancherlei auf: Die Verbindung des Wochenfestes mit der Gesetzgebung am] Sinai fehlt noch, der erste Tag des siebenten Monats ist noch nicht der Beginn eines neuen Jahres, das Fest der Gesetzesfreude wird nicht erwähnt, die Feier dauert immer nur einen Tag. Alle diese Fragen werden beantwortet, wenn wir in den drei angeführten Stellen Entwicklungsstufen erblicken und annehmen, daß die Vorschriften über die Feste auch in nachbiblischer Zeit weiter ausgestaltet worden sind. In späteren Aufsätzen wollen wir unsere liberale Auffassung der Bibel noch an einigen anderen Beispielen darzulegen versuchen. Verbands- und Vereinsnachrichten- Vorstandssitzung der Arbeitsgemeinschaft jüdisch-liberaler Jugendvereine Deutschlands. Vertreten waren die Brudervereine Breslau, Berlin, Frankfurt, a. M., Liegnitz und Ratibor. Der Vorsitzende, Rechtsanwalt Stern, gedachte' bei der Eröffnung der Sitzung vor allem der lieben

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