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Palästina-Nachrichten · 1936-05-15 · Heft 8 (15.5.1936) · p. Seite 3

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Journal
Palästina-Nachrichten
Volume
3 (1936)
Issue
Heft 8 (15.5.1936)
Date
1936-05-15
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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In der Getränke-Industrie ist als neue Erscheinung am palästinensischen Markt die Bierbrauerei zu verzeichnen. Die neue Brauerei in Rischon Le Zion liefert ein qualitativ ausgezeichnetes Bier und ist durchaus dazu in der Lage, den Landesbedarf zu decken. Ihr Produkt ist seit Anfang Januar 1936 im Markt. Über die palästinensische Weinproduktion hier zu sprechen ist nicht meine Absicht. Es handelt sich ja hierbei um den ältesten Industriezweig des Landes im modernen Sinne und die betreffenden Gegebenheiten sind bekannt. Als ein Spezialzweig der palästinensischen Lebensmittelindustrie ist noch zu erwähnen die Produktion von Mazzolh, die ihrem Umfang nach nicht nur den Landesbedarf decken kann, sondern auch auf Export eingestellt ist. In der Tabak verarbeitenden Industrie arbeiten eine Reihe von leistungsfähigen Zigarettenfabriken. Die Produktion an Zigaretten betrug im Jahre ig35 rund 790000 Kilo. "Was die Zigarren-Industrie anlangt, so ist diese noch ziemlich jungen Datums. Die Produktion belief sich im Jahre igSf) auf 1750 kg Zigarren. 2. Mineralische Rohstoffe und deren Verarbeitung Auf dem Gebiet dieser „schweren Industrien" arbeiten die größten industriellen Unternehmungen des Landes, nämlich die Zementfabrik „Nesher" in Nesher-Jagur und die Palcslinc Potash Co. am Toten Meer. Die Portland Zement Co. Nesher Ltd. hat im Laufe des letzten Jahres ihre Anlagen erheblich ausgebaut, da es sich herausgestellt hat, daß diese für den stark angewachsenen Landesbedarf zu klein geworden war. Die Produktion von Nesher belief sich im Jahre iQ'-iS auf 60000 t Zement, im Jahre 198/1 war sie in ständiger Progression bereits auf 155 000 t gestiegen, nach der Durchführung der Erweiterung beläuft sich die Kapazität jetzt auf 3oo 000 Tonnen. Die Palestine Potash Co. arbeitet in der Hauptsache für Export, und zwar exportiert sie zur Zeit im wesentlichen Chlorkalium und Brom und Bromsalze, daneben auch .Magnesiumsalze und andere Stoffe, die aus der Lauge des Toten Meeres extrahiert werden. Das Unternehmen befindet sich noch in der Entwicklung. Es ist in jüngster Zeit für seine Kaliproduktion der deutsch-französischen Konvention beigetreten, um auf dem Weltmarkt einen, wenn auch gemessen an den Riesenproduktionen Deutschlands und Frankreichs nur kleinen gesicherten Absatz zu haben. Eine Reihe von Kleinbetrieben nicht industrieller Art befaßt sich mit dem Abbau weiterer Bodenschätze des Landes, zum Beispiel von Gips, gewissen Farberden und Tonen und vor allem mit der Förderung des für eine Reihe von Industrien wichtigen Kieses und Sandes. 3. Chemische und pharmazeutische Erzeugnisse, Farben, Kosmetica, Wachs- und Fettverarbeitung, Zündwaren, Klebstoffe Auf diesem Gebiet ist im Laufe der letzten Jahre eine recht umfangreiche Tätigkeit entfaltet worden, freilich wird sie im wesentlichen in ziemlich kleinen Betrieben ausgeübt. Wichtige Schlüsselindustrien, wie zum Beispiel eine Schwefelsäureindustrie oder überhaupt eine Industrie von Mineralsäuren fehlen noch. An Erzeugnissen dieser Industriegruppe sehen wir im wesentlichen Verfeinerungsindustrien, die in der Stufenleiter des Produktionsprozesses sehr weit heruntergehen. Zu nennen wären hier eine große Reihe von Medikamenten in fester und flüssiger Form, wie sie zum Beispiel von den Fabriken „Zori" und ,,Assia" hergestellt werden. Tinkturen aller Art werden insbesondere in Rcchowoth produziert. Auf dem Gebiet der Farbherstellung beschränkt man sich heute nicht mehr darauf, in trockenem Zustand importierte Mineralfarben anzureiben, Avie dies zum Beispiel von der ölverarbeitenden Industrie geschieht, sondern man produziert auch bereits Trockenfarben. Auf dem Gebiet der Kosmetika ist die Industrie recht entwickelt. Hier hat insbesondere die Gewinnung kosmetischer Seifen, Zahnpasten, Zahnwässern, Pudern, Schminken, Nagellacken usw. sich verhältnismäßig stark' entwickelt, und auch Großbetriebe, wie zum Beispiel die Schemen Ltd. in Haifa, betätigen sich neuerdings auf diesem Gebiet. Das genannte Unternehmen ist bekanntlich aus der Industrie der ölgewinnung aus Ölfrüchten hervorgegangen und gehört zu den ältesten Industrieunternehmungen des Landes. Es produziert neben den oben erwähnten kosmetischen Erzeugnissen vor allem Speiseöle und Seifen. Die Seifenindustrie des Landes verteilt sich neuerdings auf eine Reihe moderner Betriebe, zum Beispiel außer „Schemen", „Jizhar", Tel-Aviv Sherf, Rischon Le Zion. In der sonstigen Industrie dieser Gruppe ist noch zu erwähnen die Herstellung von Pulzmittelr» aller Art, insbesondere Leder- und Metallpulzniitlel, ferner von Waschpulvern. Die Herstellung von Kaltleimen ist neuerdings ebenfalls begonnen worden. Zündhölzer werden schon seit einer Reihe von Jahren in der Zündholzfabrik „NUR" in Akko hergestellt. 4. Textilindustrie Es ist charakteristisch für die palästinensische Textilindustrie, daß die Verarbeitung von Wolle in ihr eine verhältnismäßig kleine Rolle spielt, daß dagegen die Verarbeitung von Kunstseide und Baumwolle heute in ihr an erster Stelle steht. Auch auf diesem Gebiet sind die betreffenden Industrien ziemlich neuen Datums. Eine Baumwollspinnerei verhältnismäßig großen Um Tanges ist im Jahre 1935 von den Atta-Textilwerken in der .Nähe von Haifa errichtet worden, dasselbe Unternehmen verwebt, auch Baumwolle. Baumwollwebcreien gibt es außerdem noch in Schiddah und in Tel-Aviv. Auf dem Gebiet der Ivuitstseidenindustrie arbeiten jetzt ebenfalls ganz moderne Unternehmungen wie die „Meshi" Silk Faclory Ltd., und die Fabrik der Firma „Delphiner", beide in der Nähe von Tel-Aviv. Diese Unternehmungen verarbeiten übrigens auch Naturseitle. Tu das Gebiet der Textilindustrie gehört auch die Herstellung von Stricken,' Seilen und Bindfäden, die von einer Fabrik in Ramath-Gan betrieben wird. (Fortsetzung folgt) Betr. Altersversorgung Wir weisen darauf hin, dafjf Sie sich in allen Fragen der eigenen oder der Versorgung Ihrer Familienangehörigen zwecks kostenloser und für Sie unverbindlicher Beratung an uns wenden können. Wir machen Ihnen, wenn Sie uns genaue Altersangaben und Ihre Wünsche mitteilen, sorgfältig ausgearbeitete Vorschläge für Leibrentenversicherungen. Nehmen Sie unsere Beratung durch erste Fachleute unverbindlich in Anspruch. Familienschutz E. V. Beratungsstelle für Altersversorgung Berlin W 8, Taubensfr. 35, A 2 4417/18 3

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