Palästina-Nachrichten
- Journal
- Palästina-Nachrichten
- Volume
- 3 (1936)
- Issue
- Heft 5 (31.3.1936)
- Date
- 1936-03-31
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Zur Wirtschaftslage (Versuch einer Analyse) In der Ausgabe vom 22. März 1936 bringt die „Frankfurter Zeitung" einen ausführlichen Artikel, betitelt: „Arbeitslosigkeit in Palästina". Der Berichterstatter der Frankfurter Zeitung will hier die letzten Vorgänge auf dem palästinensischen Wirtschaftsgebiet darzustellen und zu deuten versuchen. Bei seinen Betrachtungen kommt er, ohne es allerdings klar auszusprechen, zu dem Ergebnis, daß Palästina mitten in einer sehr schweren Wirtschaftskrise steht, aus der es kaum einen Ausweg geben dürfte. Der ganze Aufsatz, der ziemlich tendenziös gehalten ist, bringt einige Gerüchte als bestehende Tatsachen und zieht so Konsequenzen aus Tatbeständen ohne der Avirklichen Lage voll gerecht zu werden. Wenn man die wirtschaftliche Situation richtig verstehen will, so muß man sich vor allem von den Maßstäben frei) machen, die wir gewolmt sind, an wirtschaftlich weit entwickelte und stabilisierte Länder Europas oder Amerikas zu legen. Palästina ist ein Land, dessen moderne Wirtschaftsvergangenheit 3o, höchstens 5o Jahre, zurückreicht, ein Land, in dem fast ausnahmslos alle Wirtschaftszweige im Entwicklungsstadium begriffen sind. Die Erscheinung, die wir in den letzten fünf Jahren beobachten konnten und die man schlechthin unter der nicht ganz richtigen Bezeichnung „Konjunktur" zusammenfaßte, hat verschiedene Ursachen. Als wichtigste können angesehen werden: Kapitaleinfuhr und Einwanderung. Die jährlich n.ich Palästina aus dem Auslande eingebrachten Kapitalien sind im Verhältnis zum palästinensischen Kapitalmarkt gesehen, ungeheuer groß. So wurden im Jahre io,35 etv;a 16 Millionen £P eingeführt, während der in der Gesamtwirtschaft im gleichen Zeitraum investierte Betrag kaum i[i Millionen £P überstieg. Dieser Kapitalstrom, der gleichzeitig von einem Strom von Einwanderern begleitet wird, kommt relativ schnell der Wirtschaft des Landes zugute; denn, *venn es auch oft monateja manchmal jahrelang dauert, bis der Neucinwanderer sein Kapital produktiv in der Wirtschaft anlegt, so ist er von dem ersten Augenblick seines Betretens des Landes an, ein Konsument, der seine materiellen und kulturellen Bedürfnisse (die insbesondere bei der Einwanderung der letzten Jahre durchschnittlich recht hoch waren), befriedigen muß und so das Geld in Umlauf bringt. Von allen ernsten Beobachtern der Palästina-Wirtschaft ist stets darauf hingewiesen worden, daß die „Konjunktur" sich nur in einem relativ beschränkten Sektor bemerkbar machte; in erster Linie wurden zwei Gebiete erfaßt: Der Orangenbau und die Bautätigkeit. Selbstverständlich sind die Einwirkungen dieser Konjunktur auch bei allen weiteren Zweigen der Wirtschaft nicht ausgeblieben. Nun sind der Orangenanbau, als auch die Bautätigkeit zwei Gebiete, die von Natur aus sehr labil sind. Die palästinensische Orange ist nicht nur die beste der Welt, sie ist auch die teuerste. Da die Orange naturgemäß kein lebenswichtiger Artikel ist, so mußte man stets mit einem Sinken der in der letzten Zeit relativ hohen Preise rechnen. Eine Baukonjunktur ist in allen Ländern eine Konjunktur, die sehr sprunghaft ist und die so schnell wie kaum ein anderer Wirtschaftszweig auf die wirtschaftlichen Zustände eines Landes reagiert. Man wußte daher schon während der ganzen Konjunkturperiode, daß infolge äußerer Einflüsse, etwa einer Einwanderungseinschränkung, die Bautätigkeit in wenigen Wochen eine rapide Einschränkung aufweisen würde, und da die Bautätigkeit einen relativ hohen Anteil an dem gesamten Wirtschaftsleben Palästinas hat, diese eine Gleichgewichtsstörung der wirtschaftlichen Entwicklung nach sich ziehen mußte. Diese „latenten Gefahren" des Zitrusanbaues und der Bautätigkeit sind unglückseligerweise durch zwei voneinander unabhängiger Momente zur akuten Gefahr geworden: Infolge von Absatzschwierigkeiten auf dem Weltmarkte konnten die Preise für Zitrusfrüchte, die man erwartet hatte, in diesem Jahre im allgemeinen nicht erreicht werden. OFFIZIELLES REISEBÜRO DER LKVAjSTE-lHKSSE TEL-AVIV 30. APRIL — 30. MAI 1936 PALESTIWE «fc ORIENT LLOYD GENERALVERTRETUNG IN DEUTSCHLAND BERLIN W 15 MEINEKESTR. 2 / J1 <BISMARCK> 7303 Betr. Altersversorgung Wir weisen darauf hin, dafj, Sie sich in allen Fragen der eigenen oder der Versorgung Ihrer Familienangehörigen zwecks kostenloser und für Sie unverbindlicher Beratung an uns wenden können. Wir machen Ihnen, wenn Sie uns genaue Altersangaben und Ihre Wünsche mitteilen, sorgfältig ausgearbeitete Vorschläge für Leibrentenversicherungen. Nehmen Sie unsere Beratung durch erste Fachleute unverbindlich in Anspruch. Familienschutz E.V. Beratungsstelle für Altersversorgung Berlin W 8, Taubensfr. 35, A2 4417/18