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Palästina-Nachrichten · 1936-02-14 · Heft 2 (14.2.1936) · p. Seite 2

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Journal
Palästina-Nachrichten
Volume
3 (1936)
Issue
Heft 2 (14.2.1936)
Date
1936-02-14
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Die Exporlziffern zeigen ein dem Produktionsrückgang entsprechendes Bild. Bis zum l\- Januar konnten nur 2'Si 968 l gegen 35oyj5t in der entsprechenden Zeit des Vorjahres ausgeführt werden. Die drei wichtigsten Kunden Spaniens sind Frankreich, England und Deutschland. Mit Frankreich ist im Dezember ein neuer Handelsvertrag geschlossen worden, nachdem ein mehrmonatlicher Zollkrieg den Apfelsinenexport im Anfang der Saison gellindert hatte. Jm neuen Handelsvertrag hat Frankreich Kontingente gewährt, die zwischen 97,2 und 8/1,1 «/o für Apfelsinen und 99,9 und 87,20/0 für Mandarinen, je nach Saisonabschnitten, schwanken. Der französische Markt wird daher auch in Zukunft vorläufig durch die spanischen Apfelsinen beherrscht werden. Das Geschäft mit England hat sich normal entwickelt. Eine Belebung des Absatzes erhoffen sich die spanischen Exporteure von den Auswirkungen des kürzlich geschlossenen englischspanischen Zahlungsabkommens, durch das in Spanien eingefrorene englische Kredite flüssig gemacht werden sollen und durch das ein Clearing im Zahlungsverkehr zwischen den beiden Ländern eingeführt wurde. Jm Export nach Deutschland traten in einigen Fällen Schwierigkeilen auf, als spanische Exporteure trotz wiederholter Warnungen der deutschen und spanischen Handelskammern, Verschiffungen ohne vorherigen Vorliegen -einer Devisenerlaubnis vorgenommen hatten. Der deutsch-spanische Handelsvertrag, der für spanische Apfelsinen Kontingente auf der Basis der Durchschnillseinfuhr der Jahre 1982—hj33 \orsiehl und der am 3i. 12. ablief, ist vorläufig bis zum 01. j. verlängert worden und wird wohl ohne Änderungen betreffend den Apfelsinenexport, weiter verlängert werden. Klagen dei Abnehmer über schlechte Qualität der Frucht — in der vorigen Saison sind verschiedentlich erfrorene Früchte exportiert worden — haben einen neuen Versuch der Regierung, eine Exportkontrolle einzuführen, veranlaßt. Eine Verordnung wurde erlassen, die genaue Vorschriften über den Reifezustand, Säuregehall und die Größe der Frucht enthielt und die Untersuchung jeder Sendung durch beamtete Kontrolleure vorschrieb. Als aber schon die erste Schiffsladung, die aus Valencia abgehen sollte, wegen ungenügenden Reifezustandes beanstandet wurde, beriefen die Exporteure in Madrid eine Versammlung ein, zu der mehr als 2000 Interessenten kamen und die die unverzügliche Aufhebung der Verordnung von der Regierung erreichte. Der Egoismus der Exporteure hat wieder einmal gesiegt, nicht zum Vorteil der spanischen Wirtschaft. Kapitalimport unter der Lupe Auf Grund des soeben vom American Economic Commitlee Cor Palestine veröffentlichten Berichtes über die Tätigkeit des Zentralen Informationsbüros für ökonomische Fragen wandten sich während des Jahres 1980 2355 Immigranten- und zukünftige Immigranten-Familien, die ihr Kapital sofort resp. später investieren wollten, an das Büro, um die für eine Niederlassung bezw. Investition in Palästina erforderlichen Angaben über Industrie, Landwirtschaft und Handel zu erhallen. Aus der Arbeil des Zentral-Büros für das Jahr iy35 ergeben sich in den meisten Punkten die annähernd gleichen Resultate wie für das Jahr Hj3/i. Der einzige hervorstehende Unterschied ist ein 33prozenliger Rückgang in der Zahl der Anfragenden aus Deutschland, die persönlich oder durch Vertreter das Zentral-Büro aufsuchten. AVenn auch die Einwanderer aus Deutschland nach wie vor die größte Ein/.elgruppe gegenüber den Einwanderern aus anderen Landrn darstellen, so bilden sie doch nicht mehr die Mehrheit unter den ßüsuchern des Zentral-Büros. Das Kapital der Anfragenden, die Angaben über die Höhe der ihnen zur Verfügung stehenden Summe machten, belief sich auf £P ./|3/i3 3io innerhalb und außerhalb Palästinas gegenüber £P /j Iii) A70 im Jahre 193/». Der Anteil des flüssigen Kapitals bezw. des Kapitals, das flüssig gemacht werden kann, betrug lt. Angaben an der erstgenannten Summe £P 3 0G7 100, an der zweilgenannten Summe £P 3 4o6 55o. Das Fallen des zur Verfügung stehenden flüssigen Kapitals ist der Illiquidität vieler deutscher Neu-Einwanderer zuzuschreiben. Gemäß' einer Analyse des Zentral-Büros über das Kapital der Anfragenden in den Jahren ig35 und ig3^, die Angaben über die ihnen zur Verfügung stehenden Summe machten, ergibt sich folgendes prozentuales Verhältnis: Klassifizierung 1935 1834 Bis zu £P 1000 ......'. .... 27% .24% Von „ 1000 bis £P- 2 000 ..... 15 „ ■' 22 „ „ 2 000 „ „ 3 000 ..... 9 „ 11 „. „ 3 000 „ „ 4 000 ..... 5 „ 0 „ „ 4000 „„ 5000 .... . 5„ 4„ „ 5 000 „ „ 10 000 .... . 8 „ 7 „ - . „ 10000 „ „ 20000 ..... 3 „ 4„ Ueber „ 20 000 „ „ . ........ 3 „ 1 „ Nicht angegebenes Kapital...... 25 „ 21 „ 100% 100% Die im Jahre ig3/j beobachtete Tendenz einer Ahnahme des Interesses an der Gründung neuer industrieller Unternehmungen und einer entsprechenden Steigerung in den Bemühungen, andere Erwerbsniöglichkeiten zu finden, konnte auch im Jahre lty'do festgestellt werden. Als Ursachen hierfür, die im Laufe des Jahres immer stärker in den Vordergrund traten, wären folgende zu erwähnen: unbeschränktes Dumping;.ungenügender Zollschutz für junge Unternehmen mit gesunder wirtschaftlicher Basis; Felden einer vollständigen Zollbefreiung aller industriellen Maschinen und Ausrüstungen; Mangel an geeignetem, pachtweise erhältlichem Fabriksgelände; Mangel an langfristigen industriellen Krediten; und vor allem; Mangel an Arbeitskräften. Eine Analyse des Zentral-Büros über die vorherrschenden Interessen der Anfragenden in, den Jahren iqSo, ig3/i und 1933 ergibt folgendes Bild: Vorherrschendes Interesse 1935 1934 1933 Industrie............ 50% 50% 75% Landwirtschaft......... 8» 0 „ 6 „ Handel......;...... 15 „. 11 „ 4 „ Investition...... .... 15 „ 15 „ 11 „ Verschiedenes (Hotels, Kliniken, Wäschereien etc....... 12 „ 9 „ 4 » Insgesamt ...... . . 100% 100% 100% Gesamtzahl der Anfragenden 1.162 1.435 1.362 Bücher Palästinensischer Zolltarif mit Zollgesetzen Die Zollgesetzgebung Palästinas ist ein Spiegelbild der vielfältigen Schwierigkeiten, unter denen die oft stürmische wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung Palästinas im Verlaufe der letzten eineinhalb Jahrzeluite vor sich ging. Gegenüber dem veralteten türkischen System, das das Zollwesen lediglich als einen Teil der Steuerpolitik betrachtet, stellt die englische Zollgesetzgebung Palästinas einen wesentlichen Fortschrill dar, der der Talsache gerecht wird, daß Palästina ein wichtiges Glied der Weltwirtschaft geworden ist. Sie trägt jedoch alle Spuren einer unorganischen Entwicklung an sich. Sie ist uneinheitlich, unsystematisch, das Material ist in den verschiedensten Geselzgebungsmalerien zusammenhanglos verstreut. Wer den Zolltarif benutzen Avollle, mußte das gesainte, schwer zugängliche Material sichten. In den Kreisen des Handels und der Industrie kam deshalb sehr bald der Wunsch auf, alle mit dem Zollwesen in Zusammenhang stehenden Bestimmungen in einer für den Benutzer zugänglichen Ausgabe zusammengefaßt zu sehen. Dieser Aufgabe hal sich das Palästina-Amt Berlin unierzogen. Es hal in eineinhalbjähriger Arbeit die gesamte Zollgesetzgebung Palästinas systematisch erfaßt, übersichtlich geordnet und in einer, soeben in deutscher Sprache erschienenen Publikation: „Palästinensischer Zolltarif mit Zolhjesel:en" veröffentlicht. Eine übersichtlich geordnete, alphabetische Warenliste enthält diejenigen Artikel, die nicht dem normalen palästinensischen Wertzoll von 1:1 o/o unterliegen, einschließlich der Artikel, die vom Zoll befreit sind oder deren Einfuhr, Ausfuhr oder Durchfuhr verboten oder gesetzlich beschränkt ist. Daran schließt sich eine Liste der Zollbefreiungen,1 sowie eine Liste der Arerbote und Beschränkungen für die Einfuhr, den Transitverkehr und die Ausfuhr. In einem besonderen Kapitel wird die gesamte Verzollungslechnik einschließlich des Zollslrafrechts eingehend behandelt. Der Text der für den Zollverkehr wichtigen Abkommen zwischen Palästina, Syrien und Transjordanien sowie die neue Verordnung über Warenzeichen (Musterschutz) erhöhl die praktische Brauchbarkeit dieser Veröffentlichung. Wenn auch vom Standpunkt des Herausgebers die neuerlichen Änderungen die Aktualität des Werkes etwas herabsetzen, so ist dies bei solch einem Buche nicht zu vermeiden, und sein praktischer Wert wird dadurch nicht vermindert. 2

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