Mannheim
Compact Memory

Palästina-Nachrichten · 1935-10-17 · Heft 18-19 (17.10.1935) · p. Seite 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina-Nachrichten
Volume
2 (1935)
Issue
Heft 18-19 (17.10.1935)
Date
1935-10-17
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/2550047-2550067-2550083--332-2550513
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

, S|m *Mi Lütf 9.1 Am dee H. DIK.JNG.R Bauisolierung Wie kann man der Forderung nach Wärme- und Schallisolierung gerecht werden ohne wesentliche Rosien? ohne Spezial-Monleure? / ,! Isolieren heißt in diesem Fall „eindämmen*'. Man setzt also^ ~ iun zunächst von Wärme, zu reden — dem Wärmest mm einen Damm ent^e^qn. Wenn tagsüber die Sonne auf " „ , ■ 7 . , / ' ' ' Dach imd Wände der Häuser ihre Hitze ausstrahlt, so muß dieser- Hitze die Durchwärniung efer. Wände und Dächer er--, Schwert werden: Die nächtliche Abkühlung dagegen soll den Käumen möglichst.erhallen bleiben, Bei nicht-isoliertehv Bau findet der Wärmeaustausch sehr leicht statt, die Räume sind tagsüber heiß, kühlen über Nacht etwas ab und erwärmen sich morgens beim ersten Sonnenstrahl. Durch eine Isolierungv die — im Gegensatz zu Europa,wo der Wechsel von Sommer u11d Wi11tor isoliertechnisch anilere Forderuiigeii stellt — außen oder zumindest inmitten der Wand- und Deckenkonstrukl ion angebracht wird, sind beide Forderungen erfüllt. Der Sbnncn- ' wärme ist der Zugang nach innen der in Wänden und Dächern aufgespeicherten Nachtkühle der Abfluß nach außen erschwert. r Die Räume sind.Tag und Nacht gleiclinüißig külil. ...' Die Durchführung, einer solchen Isolierung ist konstruktiv einfach und im Preis billig zu gestalten. Die palästinensische Indusl rie stellt hellte schon eine ganze ' A nzahl von „billigen ^^hcImHk^ .den können. Reine isolierplallen (z.B. Kork) werden heute noch aus dem Ausland' eingeführt, sollen;aber auch demnächst im Lande erzeugt werden. ' Eine Vvirksaine Dachisolierung z. B. läßt sich.mit etwa im— iT) Piaster je ni2 erreichen, Rechnet man für ein Einfanulien-. Haus etAva ioo m2, für ein Mehrfamilienhaus etwa mod—m5o m- Dachfläche, so betragendie Kosten der Isoli^riing etwa iT) ,UP. bzAv. etwa. 3o—<-/|(> £I\ Diese Ausgabe kann und darf;.' ■ - ' . . ■ ... O nicht ausschlaggebend sein, wemj es gilt, Wohnungen zu schaffen, die — im Sonüner kühl und im Winter warin — dem Einwanderer Heimstätten sein sollen. Die Schallisolierung im normalen Wohnbau hat folgende Aufgaben zu lösen: Verminderung der Einwirkung: des Straßenlärms, I^indäniinung der Geräusche von Wand, zu Wand und Verhütung des Widerhalls im Raum selbst. Diejenige Störung, die in Palästina am meisten l>eobachtcl Wörden kann, ist der Widerhall des gesproclicmm; W im Raum; Die aus hygienischen Gründen nichttapezierten, glatt gemodelten Wände; nehmen den Schall kaum auf, sie werfen ihn nahezu ungebrochen zurück. Schon ein etwas rauherer Putz kann ein wenig bessern, eine dünne Schicht einer vscliallaufnehmenden Isolierpiaitc schafft unbedingt Abhilfe. Vorausselzung ist, daß die Poreii der IsjpIierrJatU» aiehl mjt_glaycm PuU oder mit Ölfarbe geschlössen werden. Eine derartige Isolierplalle wirkt auch gleichzeitig als Scliütz gegen Eindringen des Lärms von außen. Die Dicke der Isolier- / schiebt hängt ab von Baukonstruklion und Lärnistärke (belebte Straße, Kinderzimmer usw.). Selbstredend ist bei dieser Isolierung auch darauf zu achten, daß —- sofern es sich um Steinwände handelt — die Fugen gut abgedichtet werden, Die Isolierung gegen Wärme und diejenige gegen Schall (Akustik) sind also verschieden zu montieren, die eine außen, die andere innen. In Fällen, wo'Wärme- oder Schallisolierung von größerer Wichtigkeit ist, kann die beReffende Isolierarl -besonders be4^>rz ii^t behandel t weiden; II ierjjtei ist zu berücksichtigen, daß die innen augebrachte: Schallisolierung möglichst etwas dünner gewählt werden soll,-da die Aufspeicherung der kühleren Nachtluft durch das Isoliermaterial behindert wird. Man kann in einfacher Weise beide Gesichtspunkte nicht vollkommen berücksichtigen und muß eine etwas geringere Schall¬ bzw. Wärme-Isolierung mit in Kauf nehmen. Es bfcstcht aber auch die Möglichkeit, die Isolierung inmitten der Wand- und Deckcnkonstruklion wie bereits oben bemerkt — anzubringen , es ist dann aber mit Rücksicht auf dön Widerhall auf alle Fälle ein rauher Innenputz zu verwenden. Ein weilerer Punkt,, ist die Weisserisolierting. Mit Grundwasser* ist verhältnismäßig selten zu rechnen, dagegen sind die Schlagrcgeh gefährlich. Jedem Baufaehrnann sind die Wasser flecken an der Wand des .oberen Stockwerks bekannt. Asfalticrüng des Daches ist selbstverständliche Forderurig. Wir . leben ja im Lande des Asfalts, schon der Turm von Babel war mit Asfalt verstrichen. INeüerdings -werden Schutzkonstrüklionen mit -— hier hergestellter, —wasserdichter Dachhaut anstatt des Asfalts mit gutem Erfolg verwes Der Außenputzder Wände sollte unbedingt Wasserschütz erhallen, Auch hier werden gute Mittel bpwjits im Lande erzeugt. 4 .;•;•;. ■ '. ■ _ Bei direkter Wassergefahr, Grundwasser und dergleichen, ist besondere Behandlung mit „Sika'* oder ähnlichen Fabrikaten nötig. -■•;.;...;' ' '. ■' J - Mit den vorstehenden Ausführungen ist das Gebiet der*War- ' nie- und Schall- und Wasser-Isolierung im Wöhnbau selbstredend auch niditarinlihernd erschöpft. Esf war ihr Zweck, durch diesen Teilüberblick den Architekten* und Bauherrn auf die Notwendigkeit derartiger Isolierungen hinzuweisen und damit zur Verbesserung der^ palästinensischen Bauweise beizutragen. [, ■ Max Stettiner» Tel-Aviv Stadt*Architektur für Tel.Aviv Tcl-Aviv ist aus . dem Nichts, in 25 Jahren zur Größstadt . "von über i %o ooo Einwohnern geworden. In der ursprünglich geplanten Gartenstadt, in welcher deren Bewohner Rahe und Erholung finden sollten, entwickelt sich ein Verkehr von fast amerikanischem Ausmaß. Das ging besonders während der letzten Jahre in "einem solchen Tempo, daß die städtebauliche Entwicklung nicht daniil Schritt halten konnte: Zwischen Mercas Misehari und Mugrabi besteht als Verbindung einzig und allein die Allenby. Ihr fehlt vorläufig jede Entlasiungsstraße. An wirklichen Ausfallstraßen, die den Verkehr nicht unnötig durch die Stadt schleppen,, wird gearbeitet. Sehr wichtig würde abör .auch die Durchführung der Jehuda llalevi- und der ' Arlosorof f straße sein, die Verlängerung der King-Gcörge-Straße riaph Jaffa, ebenso die Anlage eines Weges, de* von liamat Gän oder Sciicliunat Montefiore z. B, direkt zum Quisch nach Jerusalem führt bzw. nach dem neu entstandenen Stadtteil bei Mikweh-Israel und Bait-Wegan. ^Tfpiscir^rrTtjH Man kann nicht nur "..mit Siraßen operieren, ein Städtebild verlangt Plätze zum Ausruhen für das Auge und zum Unterbrechen des Einerleis der Straße. Plätze entstehen dort, wo Verkehrsstraßen zusammenlaufen (Allenby und Nachtat Benjamin —*- McTeas Magen David) oder wo ein öffentliches Gebäude einen Platz durch einfache Straßenerweitgrung verlangt, wie an der großen Synagoge. Beide Tatsachen als solche genügen aber nicht! . Die angeführten Beispiele zeigen es. Ein Platz ist ein Raum und der entsteht nicht durch Straßencinriiündungen, durch Löcher, sondern dürch das Gegenteil, durch Platz wände. Auch der Platz an der Oper ist kein Raum in diesem Sinne. Gerade der Merkas Magen-David ist eine unglückliche Anlage.Unglücklich für den Verkehr, unglücklich als Architektur. Es mögen noch so gute Gebäude dort entstehen, wenn 10

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.