Palästina-Nachrichten
- Journal
- Palästina-Nachrichten
- Volume
- 2 (1935)
- Issue
- Heft 11-12 (30.6.1935)
- Date
- 1935-06-30
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Orangchproblem( Forts&tzu nrjvon Seile h) der Stttktong def Produktionskosten von entscheidende?» Be* deulung.' Ein :^orglofcli der Produktionskosten in~ Palästina* mit denen schief Kdn^unrmländer ergibt nämlich ein sein* ungfrostiges. BH& Wahrend die* Preise ffir nnbevrä^rteii. Boden pro Dunam sowohl in Spanien wie in Italien auf durchschnitt!ich 3 - 7 Pfund geschätzt werden, sind die Preise pro < Dunam nach Angaben der Regierung' vom Jahre i()3/| auf ■10* :r5 Pfund anzusetzen. Während der Arbeiter in Spanien und in Italien durchschnittlich i5o—i2i> Mil für den Achl- Stunden-Arbcitstag erhält, beträgt, der landwirtschaftliche Arbcilslolm 'tu Palästina das Vielfache, in Einzelfällen bis zum ...-Zehnfachen dieses 'Betrages. Bedenkt man ferner, daß die Kosten pr<r Kiste, am Baum in Palästina ebenfalls um 5 0—75^ 0 höher liegen als in Spanien und Italien, so erklärt, sich daraus der erhebliche Unterschied sqWohl der Kosten, die pro Dunam Zitrusboden bis zur Fruclilreife aufzuwenden sind, wie der großen Differenz der jährlichen Produktionskosten. Die Pflege eines Dunams Zitrusboden bis zur Ueife kostet in Palästina 5o—60 Pfund pro Dunam, während er sich gegen Spanien und Italien auf j;i'/L» Pfund-belauft.--In Spanien und Italien sind die durchs schnittlichen jährlichen Kosten pro Dunam 21/2 Pfund, in Palästina 10— i-a u> Pfund. Zum Teil wird dieser Unterschied .allerdings wettgemacht durch die größeren Erträge, die in Palästina-.erzielt.- werden. So werden in .Palästina per Acre durchschnittlich 180—200 Bäume gepflanzt, in Spanien liingegen 13o—1^0. Trotzdem beleuchtet dieser große Unter* schied der Produktionskosten'deutlich, daß ihre Senkung die Vorbedingung für die Erhaltung der Rentabilität unserer Orangenwirtschaft ist. Denn bei einer Höhe der Produktionskosten von 91/0—1 i'i/i; Shilling die Kiste und bei einer Preishöhe von 71/2—.13 Vi» Shilling, die nur gelentlich darüber steigt, ist die RentabilitäLsgrenze bereits gefährdet. Wenn nach den großen Frostschäden in Spanien zufriedensteUeride Preise erzielt wurden, d,ie mitunter sogar bis zu 19 Shilling stiegen, so ist das das Ergebnis einer mehr zufälligen Situationy weshalb diese Preise als Basis für eine Rentabilitätsberechnung' auch nicht in Betracht gezogen werden können. Als erschwerender Umstand für die Rentabilität der. jüdischen Orangen Wirtschaft kommt ferner hinzu, daß die Produktionskosten der arabischen Wirtschaft infolge niedrigerer Zinsraten und geringerer Arbeitslöhne um 1 */:>—2 Shilling niedriger liegen als in der jü- * dischen Wirtschaft. Bisher wurde dieSe Oif feTen|^veUgeniaclit dtirth bessern Verpackungen, Gewähr püf?ktj|ch^ Lieferung und dergl; mehr. Aber, erstenr ist dieser Äus^e^ nur eine Krage der Zeil und außerdem lohnt, es den#tfäporteur bei hohem Orangenpreis den Preisunterschied in * d$ft ^Mj^^i nehmen für die Gewißheit, daß er die Ware -pünktlich und in der gewünschten Aufmachung erhält. Je mehr ater.der\B|?f*is sinkt j desto mehr fällt dieso Differenz als Absatz ersdiv^er^tel ins Gewicht/ Und ferner bewirkt dieser Unterschied der Produktionskosten s daß es den arabischen Pflanzern rföch iöflnend, erscheint, ihre P/lanzungen auszudehnen* wenn diei.Reflnrtabilitätsgrenzc der jüdischen Wirtschaft bereits erreicht ist. Unter den Mitfein, die unter, diesen schwierigen Bedingungen zur Erhaltung der Rentabilität erforderlich sind, gehört demnach vor allem die Senkung der Produktionskosten. Unter ihnen machen die Löhne* die einen wesentlichen Faktor für die Differenzierung unserer Produktionskosten gegenüber denen der arabischen Wirtschaft und auch anderer Länder sind, •uoo/o aus. Die Senkung dieses Kostenfaktors durch Ersetzung von Handarbeit durch Maschinenverweiidung wird daher von wesentlicher Bedeutung sein. Außerdem wird (pe Förderung des genossenschaftlichen Zusammenschlusses und die Lösung des Slandardisierungsproblcms zur Senkung der Produktionskosten beitragen können. Die Vereinheitlichung der Kistengröße würde den Bezug verbilligen und ebenso die Packarbeit vereinfachen und verbilligen. Und der genossenschaftliche Zusammenschluß für Verpackung und Versand wäre ebenfalls geeignet, die Produktionskosten zu senken. Ein wichtiges Problem ist ferner, wie weit man die Nebenprodukte und die nicht exportfähigen Orangen auf industriellem Wege ausnutzen kann (vgl. PN .Nr. 5)^ Man wäre dadurch imstande, den Ertrag pro Baum erheblich zu steigern. Ferner ist eine Förderung der systematischen Propaganda erforderlich, wozu die Regierung eine Anleihe von 8000 Pfund bereitgestellt hat, die in Form einer Propagahdataxe an die Regierung in gewissem Umfange zurückgezahlt werden. Vor all£m aber ist das Zusammenwirken aller an der -Zitrusindustrie beteiligferr- Kreise erforderlich, um die Rentabilitätsfrage zu lösen und man ist bereits daran, die Frage eines Welt-Ziti'uskongresses zu erörtern, uni durch •internationalen Zusammenschluß die Obel der Konkurrenz auszuschalten und durch bewußte Kontingentierung den einzelnen Ländern ihre Absätzgebiete zu sichern. Bilanz dee frccutgeH — Die Schlußzahlen der Zitru9ausfuhr 1934-35 . , Die Schlußzahlen über die Richtung der diesjährigen Ziivmausfiihr .Palästinas-bieten folgendes in seinen Einzelheiten sehr Interessantes Bild: i93/i/35 1933/34 England :>•*/,',- 74j,o°/o 3 555 6/,,3o/o„ Deutschland •5 07== 7,00/0 I 3*H) •Ä 2/1,00/0 Holland 350 f\>l)»o " 1 /|6 2,70/0 Frankreich 1/3a/l^o , '10 0,70/0 Polen 161 «,-*< °/o 3i o,5o/o Rumänien iik> a ,a °/o 111 .= 2,00/0 Belgien" in 8 1,70V 35 0,60/0 Norwegen u5 r;6«A> 5i 0,90/0 Schweden IO(>~- l/|°/o 48 0,90/0 Dänemark ■ U!!^ 0,80/0 78 1/1% Tschechosl. . 4<j- 0,70/0 6 0,10/0* Schweiz; 6 -Vi- 6,60/0 11 =5; 0,2 o/o, andere Länder i83=^ •3/10/0 94 =- 1,70/0 insgesamt 7«*86^ ioq,oo/q * 5535 I00,00/o Schwedisches Entgegenkommen Die schwedische Regierung hat ihrem Konsul in Jerusalem amtlich von dem Beschluß Mitteilung gemacht,'-den zollfreien Import palästinensischer Grapefruits zu gestatten. Dieses schwedische Entgegenkommen in der Zitrusfrage wird in Palästina dahin gedeutet, daß Schweden seine Ausfuhr von Maschinen (SKFt ■AS.EAl- Volvo-Automobile* llolibearbeitüngsmaschinen usw.) nach Palästina sichern und steigern möchte, worauf bereits der Besuch des schwedischen Kronprinzen hingezielt hat. Bisher macht die Einfuhr aus Palästina nur einen kleinen Anteil aivder gesäniten,Zitruseinführ-Schwedens aus, die überwiegend aus Spanien und Italien kommt. Für alle drei skandinavischen Länder betrug dieser Anteil 1981 i ()5 000 Kisten gleicli 6 o'0 und 193/1 282 000 Kisten gleich 13 0/0. Regierungseinnahmen . IN ach arabischen Pressemitleilungcn betrugen. die Einnahmen der pal-ästiuensischenTMandatäregierung aus den ZTtrusabgäbwv der lebeten Ernte 35o 006 £P. Regierung bewilligt £ 30000 für Eisenbahn Nach längeren Verhandlungen hat die Regierung /soeben ein offizielles Gommunicjue veröffentlicht, in dem die Verbesserungen für die Bedingungen4 der angestellten Arbeiter der Eisenbalm, die bisher besonders schlecht gestellt waren, gcn.au beschrieben werden. Außer Lohnerhöhungen in verschiedenen Formen sind Verbesserungen für, Bezahlung von Krankheits- , lagen, Gratifikationen usw. vorgesehen. , Erhöhte Zwischendividende der Barclays Bank Jerusalem (Palnews). — Die Barclays Bank (Dominien>, Colonial and Overseas) schüttet für die am 3i. März exioUgende erste Hälfte des laufenden Geschäftsjahres eiue-Divideiiae von 80/0 per annum auf die kumulativen Preference Shares und 5 o/<> per annuin auf die ,,A- ' und^ jähr 1933/3/1 belief sich die Zwischendividende auf die Preference Shares ebenfalls auf $o/0 p. a., diejenige auf die „A" und „B" Shares auf nur 4lh°/o\