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Palästina-Nachrichten · 1935-06-30 · Heft 11-12 (30.6.1935) · p. Seite 2

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Journal
Palästina-Nachrichten
Volume
2 (1935)
Issue
Heft 11-12 (30.6.1935)
Date
1935-06-30
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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licht, der die Einführung des metrischen Systems proklamierte, nnd zwar spätestens für das Jahr 1927. Auf den Widerspruch der fclelnhäudlersdiaft hin erlangte jledoch &t E^tWärf; keine Gesetzeskraft* Seither sind nun acht Jahre verstrichen* Palästina hat sich in eineft hochmodernen Wirtschaftsorganismus umgewandelt, und in Erzeugung wiö Verbrauch'hat; einp neue Bevölkerungsschicht die Initiative ergriffen, die aus Ettföpä stammt undnÄph ,T^eiä^ und Kilogramm zu rechnen gewohnt ist und ihren Bedarf in modernen Kaufhäusern und Fach^1 geschaffen deckt. Umsoweniger ist,es zu verstehen, daß man offiziell noch an einem Maßiijätd GewichtsrSystem festhält, das in seiner Schwerfälligkeit uid Kompliziertheit vielleicht einst der Gemächlichkeit des Basar-Verkehrs genügte, heute abler dem Großstadt*Tempo Tel-Ävivs, Jerusalems und Haifas nicht entsprechen kann. Die Industrie- und Handelskammer für Tel-Aviv und Jaffa hat deshalb vor kurzem bei der Regierung angefragt, wann nun endlich das metrische System eingeführt werden solle. Die Antwort war etwas verblüffend: *,Esbestünde kein Anlaß zur Eile!" Das ist ein gewiß bezeichnen* des Beispiel der Unbegreiflichkeiten, die sich unserem Aufbauwerk hierzulande oft in den Weg stellen, und die bewirkt haben, daß wir für Geschwindigkeiten nicht nur im Verkehr, sondern auch im Denken und Tun teils privater, teils öffentlicher Instanzen zwei aus der täglichen Anschauung genommene Bezeichntingen haben, das „Auto-Tempo64 und das — „KametTempp66. Dr. J. A. DA* Von Dr. Elfriede Das Problem der Produkt ionssteigerungder Jaffa Orangen nickt/ immer stärker in den Mittelpunkt der paläatiinensiseheti Wirtschaf tsfragen. Wenn auch im nächsten Jahr durch Naturereignisse mit einer verringerten Ernte und dadurch guten Preisen zu rechnen ist, so verliert die Frage-dadurch nicht an Aktualität. Nachstehende Ausführungen versuchen, zum Kern 'des Problems vorzustoßen nind Hinweise für eine Lösimg zu geben. . Die Schriftltg. DaHtcotö&n Die Besonderheit des palästinensischen"Orangenhandels beleuchtet ein Vergleich der Größe derOrangenproduktion und des 1 imLmgs des Welthandels. Während die prangenproduklioii der Welt im Jahre i()33/3/r annähernd 160 Millionen h islen bei mg, belief sich der Wellhandel nur auf 43 Millionen. I)ar;ms wird deutlich, daß für eine Reihe« von Ländern,, uricj die> giltr'namentlich für Amerika, das Problem des Absatzes der Orangen weilgehend eine Frage des Iniaridabsatzes und der 'inneren Kaufkraft ist. Von seinen /17 Millionen Kisten -Oi-angen brachte Amerika nur 3,5 Millionen auf den Weltmarkt und in den W inlermonaten infolge der Konk.urrenz der billigen itaItenWl wn"7md splmischen~Örängen liur 7 ö/o seiner (haiKjeimusfuhr. Dasbedeutet, daß die amerikanischen Orangen als Konkurrenz mit der Jaffa-Orange nicht entscheidend ins Gewichtfalkin. Das gleiche gilt, wenn "mich aus Änderen Gründen fijr Südafrika,^Brasilien und in gewissem Umfange aneh-für^ auf den Markt, erscheinen also zu einer Zeit auf dein Markte, in der sie für uns keine Konkurrenten sind. "Die7 beiden wichtigsten Konkurrenten sind bekanntlich Spanien mil einer Ausfuhr von M7 Millionen Kisten im Jahre it)33/3Vund Italien mit einer Ausfuhr von 4 Millionen, gegenüber einer Ausfuhr von 5,i Millionen aus Palästina. Aber selbst bei diesen Ländern ist das Problem der Orangenwirl» sehaft als-Teil der gesamten Volkswirtschaft grundsätzlieh antlers gelagert als in Palästina. Italien mit einer .Bevölkerung von \i Millionen Einwohnern' und-Spanien mit einer Bevölkerung \on/« 1 Millionen Einwohnern, haben ganz andere Möglichkeiten zur Erschließung des inneren Marktes als Palästina mit-.seiner Bevölkerung von 1,2 Millionen, Sie können viel «»her ein Atjuivalent für den Rückgang der Orangenausfuhr auf tlem eigenen Markt zu finden suchen. Zwar ist diese Verschiebung lies Absatzes vom Ausland .ins Jiüand nicht im Laufe eines kurzen Zeitraumes lösbar. Die schwere Orangemkrise in Spanien im Jahre ii)33, die eine Folge der-Einführung tles Orangenzolles in England auf Grund* der Ottawa- Konferenz und einer falsch geleiteten Subventions-Polilik der spanischen Regierung war (3 Peseta als Prämie für jede Kiste), ' ist ein deutliches Beispiel - dafür ^Dennoch besteht in Spanien '; die I^endenz, durch Erschließung des inneren Marktes ein. be-: 1 trächtliches Kontingent für seinen Orangenabsatz zu sichern. Ebenso isl die Absatzfrage in Italien grundsatzlicli anders gelagert als in Palästina. Dies erhellt allein aus der Tatsache, daß Italien im Jahre 1934 nur 40 0/0 seiner Produktion auf dem Weltmarkt abgesetzt hat und daß es in demselben Jajire seine i Produktiorr 11m mehr als 3oo/0 gegenüber dem Vorjahre eingeschränkt hat. Dem gegenüber macht sich in Palästina eine grundsätzlich andere Entwicklungstendenz bemerkbar* Erstens kann es bei einer ,Einwohnerzahl von 1,2 Millionen nicht auf einen er-- . lieblichen Absatz seiner Produktion im eigenen Lande rechnen und ferner ging in den letzten Jahren; die Tendenz dahin, die mit Orangen bebaute Fläche erheblich auszudehnen. Sie betrug im Jahre 1 g3ö annähernd 110 000 Dunam, im' Jahre . 1933 200000 Dunam, wovon i iö ooo den Juden, 85-000 den Arabern gehörteri, und ■ Ende 1934 wurde die Fläche auf :>5o (HH) geschätzt. Entsprechend ist die Ausfuhr von 2,5 Millio nen in 1 Jahre iqSq auf 5,5 Millionen im Jahre 1933/34 gestiegen, .und das Ergebnis dieser Saison'beträgt etwa 7,3Millionen. Wenn man sich vergegenwärtigt, daß der Export der Orangen bereits im Jahre 1 g$?r 46% des Wertes desJGesAtnt»-^—: Exports ausmacht, so erhellt daraus ohne weiteres die entscheidende' Rolle, die die Orangenwirtschaft; in der -palästinensischenVolkswirtschaft spielt, und? da in den"naehsten^r- Jahren mit einer Steigerung auf 10 Millionen Kisten und in sieben bis acht Jahren mit einer Steigerung auf 20 Millionen Kisten zu rechnen ist, wird sie diese Bedeutung auch beibehalten. Die Tatsache, daß gleichzeitig in den nächsten zehn Jah- ' ren mit einer Ertragssteigerung um weitere 16 Millionen Kisten in Spanien zu. rechnen ist, hat zu folgender Erwägung Anlaß gegeben: In dem Zeitraum 1 g«.6-r—31 ist der Könsum^an'-Orangen trotz wirtschaftlicher Krise um 9% gestiegen, ^£nn das Handelsvolumen: jm Orangen, in den n^hst^nv^elih^^aliren von l\u• 'au-f:•.65./Milliö^e,"^^W&etet£#*••,behütet 'dos"©itfe Steigerung um Cö^/o, das heißt „eine/.;^ Steigerung um 6%^linens^^& Anhaltsjumtt kann in dieser Hinsicht; ein Ver^ieidia^Konsum^ in iJaliiJernvjnit annähernd gleichen klimaiisjchctn Bedingungen! jihriähernd gleicluni liebensgewohnheitejh ' und Kaufkr|f t-Fahigkeit geben. Hierfür ist aufschlußreich, daß diü Pro«Kor)f-Konsumption in Großbritannien 1933 28 Pfund he^ug* gegenüber 6,7 Pfund in Dänemark, 8,2 in Deutschland, iirScliweden find 13,2 in Frankreich. Der Unterschied der Örangen-KonsumpUon in_ Dänemark--Schweden einerseits und Vereinigte Staaten ande-

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