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Palästina-Nachrichten · 1935-05-18 · Heft 9 (18.5.1935) · page 1

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Journal
Palästina-Nachrichten
Volume
2 (1935)
Issue
Heft 9 (18.5.1935)
Date
1935-05-18
Page
– (sequence 1)
Language
German
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T ZEITSCHRIFT PUR WIRTSCHAFTSENTWICKLUNG IM VORDEREN ORIENT Palesfine News. Periodical for ihe Promotion of the economic development of the Near East pjuiJ;jb^>. .J^JLJi jL^I u^yöi j^ji j <pt**svi •bKSwpK ni?n»; ifaaVan ninno-nnV p'njr •anpfi mmn Vtf Vorlag €mst K*St«nb&um, Berlin SW 19, Neue Grün*trafje 30. Fernsprecher! A6 Merkur 7413. — Genefäfvertret ung für Palästina: Heinz Ziimann, Tel - Aviv, Dfxengoffstr. 159* — Die f . N erscheinen irteimal im Monah . Bexiigiprels für Deutschland, Otterreich und Danxig RM 1,20 piö Quartal, alle anderen LSnder RM 1.50. Postscheckkontos Berlin 37991. Anzeigen lauf Tarif. Anzeigen-Generalvertretung: Herbert Hirsch, Berlin SW19, Neu« Grünstrafje .30 Sdiriftleifung: Dr. E. F. Ascher Berlin, 18. Mai 1935 Jahrgang II Nr, 9 Von Patentanwalt Dr. Reinhold Cohn, Tel-Aviv Bereits in Nr. 3 und ü (193U) unserer Zeitschrift, also vor einem Jahr, hatten . wir auf die unendliche Bedeutung hingewiesen, die die neuen Methoden der Wasserforschüng für die palästinensische Wirtschaft haben, Nachstehend bringen wir einige Berichte aus der Praxis und dem Ergebnis _—s dieser Arbeit, die in Palästina im wesentlichen von der „Palestine Geophysical Societyunter Leitung von Dr. W. Stern durchgeführt wird. Gerade bei; den neuen Palästinaplänen, die sich ja dem bisher als „wasserarm" geltenden Süden des Landes (Negew) mit großem Interesse zuwenden, hat diese Methode Anspruch auf größte Beachtung. Die geophysikalische Untergrundforschung beruht im Prinzip darauf , daß die verschiedenen Schichten des Bodena sich physikalisch verschieden verhalten, z. B. gegenüber dem Durchgang eines_ ielektrischenL Stromes, was man durch geeignete Meßinstrumente von der Bodenoberfläche her beobachten kann. Die in Palästina bisher vorzugsweise angewandte Merode besteht z. B. in folgendem; , Vier Elektroden, z. B. blanke Eisenstäbe, werden in einer geraden Linie in gleichen Abständen in den Boden gesteckt und. die beiden äußeren mit .einer Stromquelle verbunden. Der Strom fließt dann nicht nur längs der Erdoberfläche von einer der beidenEIektroden zur arideren, sondern dringt auch längs einer durch die Elektroden senkrecht in den Boden gelegt gedachten halbelliptischen Ebene in die Tiefe ein. Der Boden setzt nun dem Stromdurchgang einen gewissen Widerstand entgegen. Der Wert dieses Widerstandes ist von der Bodenbeschaffenheit abhängig und wird grundsätzlich durch Messung der Stromstärke und Spannung festgestellt. Der Messung der Strömstärke dient ein Galvanometer, das in den Stromkreis selbst eingeschaltet wird, die Spannungsmessung geschieht mittels der beiden mittleren Elektroden, die ja den Hauptstromkreis im Boden anzapfen und über ein Voltmeter einen .Nebenkreis bilden. . k Man fängt nun in einer gewissen Meß tiefe, also mit einem entsprechenden Elektrodenabstand, zu messen an und geht dann schrittweise, z. B. um je einen halben Meter, in die Tiefe, was durch entsprechende Vergrößerung des Elektronenabstandes erfolgt. Die erhaltenen Meßwerte werden graphisch in ein Diagramm eingetragen; Solange-die, Bodenbeschaffenheit in der Tiefe sich nicht ändert, bleibt der Widerstand konstant; die Kurve der Meßwerte bildet dann eine gerade Linie, Tritt aber ein Wechsel der Bodenschichten ein, so ändern sich die Meßwerte, und die Kurve zeigt eine deutliche RidUungsänderung. Aus dem, Diagramm läßt sich genau ablesen, in welcher Tiefe des Bodens die Unstetigkeit auftritt. Hierbei zeigen wasserführende Schichten' ein charakteristisches Verhalten und können daher scharf lokalisiert werden. Dagegen läßt sich der Wasserreichtum einer feuchten Schicht 'bisher', nicht genau angeben, und es, kann auch z. B. eine feuchte Tonschicht, die beim Pumpen kein Wasser abgibt, unter Umständen das Verhalten einer echten. Wasserschicht vortäuschen. Uh^öUhIUUc Hibzc Temperatur in Tel-Aviv - - Datum: Maximal-Temperatur: Minimal-Temperalur: Wind: 19. April: 26,1 16,0 SW . ■ 21. April: 26,9 16,8 SW 23. April: 28,8 17,9 S 25* April: 3o,o ' 19,0 Ghamsiii 27. April: 32,1 , 20,5 „ 29. April: 35,8 23,o „ 1. Mai: Vj2,5I 29,0 2. Mai: 45,0! 32,q! „ Am 25. April setzte ein Ghamsin aus nordöstlicher Richtung (von dpr Syrischen Wüste her)~eini der sich bis zum 2. Mai Von Tag zu Tag steigerte und zu Hitzegraden von 43 0 führte •— eine für Palästina ganz ungewölinliche .und mit der gleichzeitigen Wetterlage Zentraleuropas scharf kontrastierende Wärmewelle! Mit diesem Unsicherheitsfaktor ist also auch die neue- Methode behaftet, aber die Erfahrung hat bereits gezeigt, daß er gegenüber den Fällen, in denen die Bohrung die auf Grund der Meßergebnisse gemachten Voraussagen genau bestätigte, kaum ins Gewicht fällt. Einige wenige Beispiele von ^erzielten Erfolgen sollen die Brauchbarkeit der geophysikalischen Wasserschürfung zeigen: In Mis^rah (Emek Jisreel)wurde in den Monalen August und September 1933 eine Untersuchung vorgenommen, die bis zu 100 m Tiefe geführt wurde. Sie ergab eine wasserführende Schicht zwischen 4o und 55 m Tiefe, unterbrochen durch trockene Schichten. Die daraufhin vorgenommene Bohrung führte auf eine Wasserschicht zwischen $9,80 und 57 m mit den vorausgesagten Unterbrechungen. Die Wasserleistung betrug zu Beginn/des Sommers 20 m3, gegen Sommerendo etwa 12 m3 in-der Stunde. In Mischmar Haemek ergab die Messung eine wusserfüh-. rende Schicht in einer Tiefe von 90—95 m unter der Ober- 1 .'<„-: '..jc^jsfjfe-^

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