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Palästina-Nachrichten · 1935-05-03 · Heft 8 (3.5.1935) · p. Seite 2

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Journal
Palästina-Nachrichten
Volume
2 (1935)
Issue
Heft 8 (3.5.1935)
Date
1935-05-03
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Konkurrent Cypern 1 Der Bericht des Finamkommissars 1 Ks ist gerade ein Jahr her, daß die englische Regierung Sir llnlph Oakden zum Finänzkommissar von Cypern bestimmt und ihn inil einer Untersuchung der Finanziellen Lage und der wirtschaftlichen Aussichten^ der Kolonie beauftragt hat. Das Ergebnis (lie^r Untersuchung liegt nunmehr vor. Die llauptproduklion des Landes.ist die landwirtschaftliche; hei einem Gesamtexport von 8i()/tj*j() £ betrug der Anteil der Agrarprodukte 5:?8 /j/|3 £, wührend det Rest sich im wesentlichen auf S(li\\ef<dkics und Asbest verteilt Bezeichnend für die Auswirkungder Weltkrise auf das Land ist der Rückgang des Gesamtwertes der Agrarproduktion von einem Jahresdurchselmitt für die Zeil von io*>9 -iu3ü in Höhe von i,l\3 Mill. £ auf nur noch r,o3 Mill. £ für <las Jahr ro33. Diese rückläufige Bewegimg winde, noch verstärkt durch drei Jahre der Düiire. welche den Ernteausfall. und die Anbauflüche von Getreide reduzierten. Die Gäitenproduktiori ist gegenüber dem Jahr i(j:>() um 5o. die von Weizen um 3o0/o gesunken, bei einem Preisrückgang um etwa 'A5o/o. Ähnlich wie ,bei den Kornfrüchten haben sich die Verhallnisse auch im Obstbau verschlechtert. Der Export von Johannisbrot litt unter dem nachlassenden Konsum der Vereinigten -Königreiche. Der \\ einausfuhr ..hat. der ägyptische Schutzzoll (nach stark -ver^ größerter Anljauriächej einen empfindlichen Schlag zugefügt; (Iii; Umsätze im AVeiuhandel sind im Jahre 1933 -auf 'a3 210 .gegen; 53 i3(j £ im Jähre vorjier gesunken. Auch die, Kat- V«.*J*iVlaüsftilir liüii -sicli. Tasl.;li;ilbierL ■ ■ Sehr große Fort schrille" sind in der Orarigenproduktiön ge - maei 11 wor de 11. Hier ist der Berichterstalter, im Gegensatz zu deni sonstigenTön. seines Referats außerordentlich zuversichtlich. Lbenso vertritt er auch die Ansicht, daß die Qlivenproduktionv die ■gewaltigen Schwankungen unterworfen ist (1981: ":rg:n ausgebaut: und durch verl>essei4*f^Km,lm Zur Besserung der Verhältnisse wird Vorgeschlagen, beim Getreidebau mehr .Abwechslung in die Fruchtfolge zu bringen, \or allem aber angeskhts der schlechten Aussichten am Weltgeheidemarkt die Landwirtschaft aui die sehr bedeutsame Viehzucht, die gleichfalls von der Dür-i-e^ini^ ist, zu .verlagern, nur die pflanzliche Produktion auf dem Wege über" das Vielifuller als Fleischexport lukrativ zu gestalten. Im Wpinbäii wird vorgeschlagen, daß Malta den Zypernweinen, gegenüber, den griechischen Präferenz geben solle. äuß^deW sOT auf die Erzeugung >öii Tafelwein trai dien, sowie auf den Export von getrockneten Früchten > erlegt werden. Für die Kartoffeln gelte es, für die erschwerte Ausfuhr nach Palästina andere Märkte zu suchen. 1 >ei der Baumwolle sei der' Werl auf sorgfältige Züchtüngsyer-, suche zu legen, da das KIi 1 na diesef P f 1 anze güristig sei. Die Aussichlen fclkies und Asbest, deren Exportwert gegenüber detf Vorkrisenzeit von 606 328 auf 207 280 £ «usammengeschrumpft ist — ließen sich bei gutem Willen zweifellos in eine palästinensisch-eyprische Wirtschaftsgemeinschaft einbeziehen. Die faftäcüaf^ ^neiden.. Die Jaffa Iron Work, Ltd., Chewrat Gharoshef Barsei Jafo, wurde im Jahr 1889 begründet und kann somit auf eine nunmehr" 46jährige erfolgreiche Täligkeit zurücksehen. Die Firma betreibt eine Maschinen-Fabrik und Gießerei, in der z. Z. mehr als hundert jüdische Arbeiter und etwa 35 kaufmännische und technische Angestellte beschäftigt sind. Sie ist also sogar für europäische Begriffe ein Unternehmen \on Bedeutung. 1 Wir erwähnten vor einiger Zeit, da1 ß die Firma eine neue Bohrloch-Pumpe konstruiert hat, die einen . Wirkungsgrad.''yon 790/0 aufweist; was diese Zahl bedeutet, wird wohl nur dem Fachmann, klar sein, aber für den Laien möchten wir «darauf hinweisen, daß man üiit Pumpen; dieser Art, die bisher aus Amerika bezogen wurden und nur einen Wirkungsgrad von nur 60—65o/o aufwiesen, durchaus zufrieden war. Daneben werden Maschinen aller Art für die palästinensische Wirtschaft hergestellt: Brunnenbohrgeräte, Mehlmühlen, Ölpressen, Betonmischer, usw. Für "'den Neueihwahderer, der Maschinen für die Einrichtung neuer Betriebe mitbringt, dürfte es interessant sein, daß diese Firma eine Reparaturwerkstatt unterhält, die auch schwierige. Montagen und Reparatüreh ausführen kann. , Neben der Herstellung von den vorerwähnten und anderen „Maschinen; betreibt die Firma in ihrer Handelsabteilung die Ver tre tung erster europäischer und überseeisch er Indus triefirmen; so ist sie seit Jahren die Vertreterin der bekannten Dieselmoloreh und Llndwirtschaftlicher Maschinen Fabrik R.,A. Lislery v Dürsley. Die größte in . PaJ_ästina installierte Pumpe, die der Kwutza Be.th Sera stündlich tausend Kubikmeter Wasser liefert, ist eine von Jaffa Iron Works gelieferte Mather und Platt Pumpe. ^f . - Y Die Firma hat vor einiger Zeit einen Katalog, der ein hervorragendes Beispiel der Entwicklung der palästinensischen -Drücktet dem sicTEIinbUck in Ihr Tätigkeitsgebiet. gibt. für die Tabaknaclifrage hält der Berichterstatter günstig. Die Quintessenz der Re lormvorscliläge ist die: Entwicklung -der Produktion von Zitrusfrüchten, die Bearbeitung des zunehmend auf nahmefäliigeii VielniiärkLes in Palästina, ,die Ex^ portSteigerung von Weinen, rl\ilVl Weintrauben, Rosinen nach den Vereinigten Königreichen,; sowie die Schaffung neuer Märkte für die Cyperiikarloffelii. Mit anderen Worten wird hier das Heilmittel darin gesehen. einerseits der Palästinaaustuhr auf dem Gebiete des - Orangehandels Konkurrenz zu machen und andererseits den Markt desselben Laikies für den Viebabsatz auszunutzen, nachdem man eben erst dort im Karloffelexporl an Terrain verloren hat. Diese zwiespältige Politik Palästina gegenüber dürfte, wie alles in sich Widerspruchsvolle, nicht sehr erfolgverheißend sein. ■'Vielinehr' ließe sich denken, daß gerade eine gemeinschaltiiche Bearbeitung der Märkte in bezug auf die Zitrusfrüchte und vielleicht auch auf die Weintrauben Hand in Hand gehen könnte mit Zusicherungen über die Offenhaltung iles Viehmarktes in Palästina und vielleicht auch Kpnzessionen in l>eäug_'-ju_if den lvartoffe 1 absatz. Gerade die jüngsten Bestrebungen jüdischer Ansiedlungen auf 1 Cypern sollten den Weg dazu weisen, daß die beiden Länder Wemeinsam arbeilen, anstatt sich wirtschaftlich zu bekämpfen.} Die wichtigen Industrieprodukte Cy peius — wie erwähnt, vornehmlich Schwe- Neue Asphaltwerke Nach Berichten der arabischen Presse ist eine englische Gesellschaft gegründet worden, die in der Nähe von Ras-el-Ain eine Asphaltiabrik errichten will. Es soll die Her Stellung von Kaltasphalt in Frage kommen, da Pefcfoleumraffinerien, aus denen die Rückstände für die Ileißasphaltgewinnung gesammelt werden körinen, bisher noch nicht, bestehen. Die nächstgelegenen Raffinerien befinden-sich im Süden bei Suez, im Norden in Rumänien. In das Asphältgeschäft inj Syrien-Libanon Cypern und Palästina teilen sich bisher die Sliejl-Comr pany und die Standard Öil Company in fölgender Weise; In Palästina wird Asphalt (-heiß und kalt)^vori:^ geliefert/' die Relieferung Cyperns liegt ebenfalls in den Händen" der Firma Shell, während sich die beiden erwähnten Firmen in devn Absatz in Syrien annähernd gleichmäßig teilen. Dieser /Regelung gingen heftige Kämpfe voraus, besonders in Syrien, das zuerst auch allein von Shell bearbeitet wurde. Der Kampf entbrannte, als die der Standard Oil nahestehende Kaltasphaltfirma Bitumuls den Kaltasphalt auf den syrischen, palästinensischen und cyprischen Markt erfolgreich einzuführen begann. In den genannten Gebieten wählen, die damals gelegten Bitumuls-Straßen noch heute * zu den hosten, wie überhaupt der Kaltasphält sich in den warmen Gebieten des Nahen Östeiis außerordentlich zu, bewähren scheint. Die Bitumuls lieferte (19**9 ^s/igf32) ihf^n Kältasphalt aus einer Biturriulsfabrik in der/Türkei i kpni|te aber der Abwertung des englischen Pfünd|s pna aai insbesondere durcli deren Colas-Asphalt, nicht standhälten und der Preisunterbietung durch die Shell, ist vom Markt wieder verschwünden. Seit jener Zeit wird jedoch in den genannten Gebieten viel Kaltasphalt verwendet, jetzt fast nur Colas. Ä(Iit welchem^ Kaltasphaltverfahren die bei Ras-el-Ain zu errichtende Firma arbeiten wird, ist noch nicht bekanntgeworden. 2

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