Mannheim
Compact Memory

Palästina-Nachrichten · 1934-12-31 · Heft 18 (31.12.1934) · p. Seite 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina-Nachrichten
Volume
1 (1934)
Issue
Heft 18 (31.12.1934)
Date
1934-12-31
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2550047-2550048-2550066--160-2550325
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Die Entfaltung des Baumarlctes Von Dipl.-Ing. Dr. W. L e s s e r, Tel-Aviv Durch den starken Zustrom von Menschen und Kapital haben Gesicht und Umfang der Städte in Palästina große Aenderungen erfahren. Die Auftriebe im Gefolge hiervon betreffen gleicherweise Boden- und Baukosten, Arbeitslöhne und Mieten. Leh^ere waren in den Städten durch Wohnungs- und Zimmernof am Ende des vorigen Jahres außerordentlich gestiegen und absorbierten bis 50°/o der Einkommen und noch mehr, so dalj dem Druck der eingesessenen Bevölkerung nachgebend behördliche Interventionen erfolgten, und z.B. für Tel-Aviv am 5. April 1934 ein zunächst bis Ostern 1935 bestimmtes Höchstmietengesetz erlassen wurde, das nach Einteilung der Stadt in verschiedene Bezirke die monatliche Miete einer Wohnung entsprechend ihrer Lage innerhalb dieser Bezirke und nach Anzahl der Zimmer, also ohne Rücksicht auf die Größe und Ausstattung der Räume sowie die Lage innerhalb des Hauses festgelegt. Zur Fixierung eines neuen, Einzelheiten berücksichtigenden Gesetzes mit gleicher Tendenz ab 1935 ist zur Zeit eine Kommission der Stadtverwaltung von Tel-Aviv beschäftigt. Die Löhne für ungelernte Bauarbeiter in den Städten Tel- Aviv und Haifa befragen täglich etwa 35 bis 40 Piaster (ca. 4,50 bis 5,00 RM.), für gelernte etwa 50 bis 80 Piaster (ca. 7,50 bis 10 RM). Die Kosten für in diesen Städten liegenden, recht beschränkten Bauboden betragen etwa 1,5 bis 4 £P pro qm (ca. 20 bis 50 RM.), in den Vororten natürlich entsprechend weniger, obgleich gerade auch hier die Preise, z. B. in Ramat-Gan, Petah- Tiqua nahe Tel-Aviv in den letzten IV2 Jahren erhebliche Steigerungen erfahren haben. Das Kapital, das jährlich im Baumarkt investiert wird, hat sich nach kompetenten Schätzungen gleichfalls stark erhöht, z. B. für Tel-Aviv innerhalb eines Jahres fast verdreifacht, nämlich von 640 000 £P im Jahre 1932 auf 1 767 000 £P i. J. 1933. In den ersten 7 Monaten 1934 stieg in Tel-Aviv die im Hochbau bebaute Fläche (jedes Stockwerk für sich berechnet) um rund 50% im Vergleich zur entsprechenden Zeit des Vorjahres, nämlich von etwa 136 000 qm auf 204 000 qm. Die Steigerung erstreckt sich auf Wohn- und Geschäftsräume, so stieg die Zahl der in Tel- Aviv genehmigten Läden von 175 i. J. 1932 auf 320 i. J. 1933; in diesem Jahre hat die Bewec^c^iiL mindestens, gleichem-^Aaße— -^figeHätten. Itärft&undT^ifwnrfur Datum Grad Celsius Jerusalem Haifa Max. Min. Bemerkungen Max. Min. 1'. 12. 15,5 8,4 Regen 7,0 cm 16.5 12,0 12. 12. 12,8 5,2 Schauer 16,0 11,0 17. 12. 14,6 5,3 Ostwind 180 13,0 19. 12. 15,4 58 Schauer 18.0 14,0 20. 12. 14,8 6.6 Süd -West-Wind 19,0 13,0 23. 1-2. 8,0 4,9 trübe, regnerisch - — 24. 12. 13,8 7,2 Regen 5.5 mm — - 25. 12. 11,5 5,3 Regen 2.0 mm — - 26. 12. 13,3 6,5 Süd-Ost-Wind — — Ein ähnliches Bild ergibt sich für Haifa gemäß Veröffentlichung im „Davar" nach folgender Zusammenstellung. Es wurden Bauerlaubnisse erteilt an: für Zimmer für Stockwerke Zahl 1932 1933 1932 1933 1932 1933 Juden 267 642 706 3833 34 173 Moslems 86 262 226 666 3 34 Christen 105 306 307 1249 13 103 Insgesamt: 458 1210 1239 5748 50 310 Auch für Jerusalem und Jaffa lauten die Ergebnisse grundsätzlich gleich. Für das arabische Jaffa, von dem allerdings einige unmittelbar an Tel-Aviv grenzende Strafjen von Juden stark bebaut worden sind, ergibt sich nach der „Palesline Post" folgendes Vergleichsbild: 1932 1933 Summe des im Hochbau invest. Kapitals 101 500 248 600 £P Bauerlaubnisse 420 680 Zahl der neugeschaffenen Zimmer 740 2200 Die gewerblichen Neu-Bauten auf dem Lande stellen Werkstätten und kleinere Fabriken dar. Schon Ende 1933 waren von deutschen Einwanderern 65 derartige Unternehmen gegründet; in diesem Jahr dürften diese Zahlen noch viel gröfjer sein. Die gewerblichen Neubauten in den Städten sind reine Geschäftsgebäude — wobei sich besonders Haifa durch vielstöckige, in europäischer Manier errichtete, stark monumental wirkende Bauwerke am neugeschaffenen Hafen und im Handelsvierfel auszeichnet — ferner Bank-, Hotel-, Kino-, Resfaurant-Cafegebäude usw. Hier ist in erster Linie Tel-Aviv zu nennen, das sich im unteren Teil der Allenbysfr., am Strand usw. in den letzten'17t Jahren so viele gastronomische Stätten mit teilweiser eleganter Aufmachung geschaffen hat, dafj diesbezgl. ein Vergleich mit europäischen Seestädten und Badeorten nicht gescheut zu werden braucht. Die neuen Wohnhäuser in den Städten werden meist mit Ziegeln und Eisenbeton, dreistöckig und vielfach aufgesetzten Dachstuben auf den flachen Dächern hergestellt; die Fassadenbildung wird durch die Horizontale beherrscht, ausgelöst durch viele offene Veranden, die baupolizeilich bis zu einer bestimmten Grenze nicht zur bebauten Fläche zählen und auf denen sich ein großer Teil des Familienlebens im Süden abspielt. Die Kosten für Neubauten schwanken je nach Bauart, Komfort usw. Mittlere Sätze sind etwa 57a bis 6 £P pro qm und Stockwerk, in Jerusalem wegen höherer Transportkosten und behauener Fassadensfeine noch etwas höher. Es wird sehr viel unter Zuhilfenahme von Krediten gebaut, die Zinsen für erste Hypotheken betragen ca. 8 bis 9°/o. Ueberwiegend werden 3-Zimmerwohnungen angelegt, bisweilen größere, selten kleinere. Die Zimmergrößen befragen i. M. 15 bis 16 qm. Das Zubehör besteht aus Eingang, Küche, Bad und dem von diesem stets getrennt angelegten W. C, was die Benutzung dieser Räume bei der hier sehr beliebten Untervermietung erleichtert. Auch Hängeböden und eingebaute Schränke sind häufig vorhanden. Die Stuben weisen häufig mit Rücksicht auf die heiße Sommertemperatur Querlüftung, bisweilen durch Anbringung kleiner Fenster in oberen Wandteilen sogar nach 3 Richtungen auf. Alle Räume werden zum Schutze gegen das Einnisten von Insekten mit Fliesen (Palatten) oder Terrazzo, die Nebenräume zusätzlich mit Wandfliesen abgedeckt. fcunirdmc^riindek. Offene Handelsgesellschaften („Partnerships"): „Cafe Expresso", Tel-Aviv (Kaffe- und Speisewirtschaft). — „Aronson", Tel-Aviv (Kommissionsgeschäft). — „Isaac Sherer & Co.", Tel-Aviv (Bautischlerei). — „New York Merchandise Co.", Tel-Aviv (Kurzwaren aller Art). —- „Wittenberg & Shpisbach", Tel- Aviv (Import von Maschinen für die Lederindustrie). — „Maltia— Dov Silberstein & Co.", Tel-Aviv (Platten- und Zementwarenfabrik). — „Tabor — Dyeing and Dry Cleaning", Jerusalem (Färberei und Reinigungsanstalt). — „Salomon", Jerusalem (Schildermalerei). — „The Hygienic Dairy", Jerusalem (Herstellung von Milchprodukten). — „I. Sodes, I. Kalazan and R. Awerbuch", Jerusalem (Grundstücks- und Hypotheken-Agentur). — »Godwasser & Kahan", Haifa (Baugeschäft). — „Hazerem", Chedera (Werkstatt für Elektro- und sanitäre Installation und Vertrieb von Pflanzungsbedarf). — „Sherut Hagvul", Metullah (Personen- und Güterbeförderung). — „H. and G. Mansour", Bethlehem (Auto¬ Handlung). „Cita — Chemical Industry Tel-Aviv", Tel-Aviv (Fabrikation chemisch technischer Erzeugnisse). — „Kad V'Sefel", Rischon-Ie- Zion (keramische Fabrik). — „Zvi Chochlovkin 6c Co.", Tet-Aviv (Buchdruckerei und Emballagenfabrik). — „Ben-Ary & Co.", Tel- Aviv (Viehgrofjhandlung und Grofjfleischerei). — „Dfufj Teshuvah, Shalom Teshuvah & Co.", Tel-Aviv (Buchdruckerei). — „Gazit", Tel-Aviv (Quarzmühle und Kunststeinfabrik). — „Montefiori", Tel- Aviv (Eisfabrik). — „Magen", Tel-Aviv (Holzbearbeitungsfabrik). — „Zur — Sherzer 6t Brunstein", Tel-Aviv (Fußbodenplatfen- und Zementwarenfabrik). — „Kook — Muenz 6t Co.", Tel-Aviv (Großhandel aller Art). „Hapikuach", Tel-Aviv (Reinig, von Häusern und Reparat, von Wohnungen — „Ferro-Levanf", Tel-Aviv (Eisenwaren- Großhdlg). — „Shenitzky and Partners", Tel-Aviv (Vertrieb, Reparatur und Montage von Maschinen aller Art). — „Hamigbaath", Tel-Aviv (Herstellung und Vertrieb von Damenhüten und verwandter Artikel). — „Isaac Mandelblut 6t Co.", Jerusalem (Fabrikation von Mosaikplatten und Marmorwaren). — „Ksut Lafaff", Jerusalem (Fabrikation und Vertrieb von Kinderkleidung). — „Habassar", Jerusalem (Fleischerei). — „Matekhijah — Freund and Saphram", Haifa (Metallhandlung). — „Moshe Kouris Sons 6< Rabino Bros.", Haifa (Großhandlung mit Zitrusfrüchten und sonstigen Früchten und Agrarprodukten). — „Omanuth", Jaffa (Tischlerei). — „Eastern Bus Manufacturing Co.", Jaffa (Auto¬ Karosserie-Fabrik). — „Joseph Pacanowski 6t Sons", Bnei-Brak (Baubedarfshandlung). 0

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.