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Palästina-Nachrichten · 1934-12-31 · Heft 18 (31.12.1934) · page 1

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Journal
Palästina-Nachrichten
Volume
1 (1934)
Issue
Heft 18 (31.12.1934)
Date
1934-12-31
Page
– (sequence 1)
Language
German
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ZEITSCHRIFT FÜR WIRTSCHAFTSENTWICKLUNG IM VORDEREN ORIENT Palestine News. Periodical for the Promotion of the economic development of the Near East. V«rlag Ernst Kttstonbaum, Berlin-Zehlendorf, Onkel-Tom-Straße 123. Fernsprecher: H4 Zehlendorf 5120. Die P. N. erscheinen Zweimal im Monat. Bezugspreis für Deutschland, Österreich, Saargebiet und Danzig RM 1,20 pro Quartal, alle übrigen Redaktion: Dr. E. F. Ascher Orangen Zu Beginn der Orangen-Saison tritt in diesem Jahr mit besonderer Schärfe die Frage der jüdischen Arbeit in den Orangenkolonien in den Vordergrund. Gerade die starke Entwicklung der letzten Jahre hat zugleich mit einem rapiden Anwachsen von Zahl und Fläche der Orangenplantagen auch einen vermehrten Zug der jüdischen Arbeiter zur Stadt gebracht. Es sind dabei nicht nur subjektive Motive von Kolonisten und Arbeitern, dTe zu dieser Entwicklung beigetragen haben, aber es ist keine Frage, dafj in der Wiedereroberung der jüdischen Arbeit gerade im Sektor der Orangenwirtschaft eines der Kernprobleme palästinensischer und jüdischer Zukunft liegt. Die Darlegungen des Verfassers, der an zentraler Stelle innerhalb der palästinensischen Arbeitergewerkschaft genauen Einblick in die wirklichen Verhältnisse' hat, verdienen daher stärkste Beachtung. (Die Red.) Die Orangenwirtschaft wächst rapide Zum Verständnis der Arbeitsfrage in der jüdischen Pflanzungswirtschaft mufj zunächst eine kurze Uebersicht über die Entwicklung dieses Wirtschaftszweiges während der letzten Jahre, seine Bedeutung und Stellung innerhalb der allgemeinen palästinensischen Wirtschaft gegeben werden. Im Jahre 1924 umfaßte die jüdische Pflanzungsfläche im Lande 12 000 dunam, und bis zum Jahre 1928 wuchs die Fläche nur um weitere 5000 dunam. Nach der Krise von 1926-27 stieg das Interesse für diesen Wirtschaffszweig, und schon im Jahre 1930 umfaßte die jüdische Pflanzungsfläche 60 000, im Jahre 1932 sogar 73 000 dunam. Während der letzten zwei Jahre vergrößerte sich die jüdische Pflanzungsfläche immer mehr, so dafj sie heute bereits ein Terrain von 140 000 dunam, also das Doppelte der Fläche von 1933 und das Achtfache von 1928, ausmacht. Auch die Pflanzungswirtschaft der Araber vergrößerte sich und umschließt jetzt eine Fläche von mehr als 100 000 dunam. Gleichzeitig mit der Vergrößerung der Pflanzungszahl vermehrte sich auch die Anzahl der fruchttragenden Flächen und damit auch der Auslands-Export von Orangen. In der Saison 1931-32 wurden exportiert 3 764 039 Kisten, hiervon entstammten 40% jüdischen „Pardessim" (= Plantagen), d. h. 1,5 Millionen Kisten. 1933-34 wurden exportiert 5 414 000 Kisten, hiervon kamen 55%> aus jüdischen Pardessim, d. h. 3 Millionen Kisten, also fand ein Zuwachs von 100% gegenüber 1931-32 statt. Die laufende Saison 1934-35 wird einen Orangen-Export von schätzungsweise 6 Millionen Kisten erreichen, von denen 60%, also*3,6 Millionen aus jüdischen Pardessim kommen werden; das bedeutet eine Steigerung des Exports um 140% gegenüber 1931-32. Heute 15 000 — bald 36 000 Arbeiter Es bestehen verschiedene Schätzungen bezüglich der in diesen Wirtschaften zu beschäftigenden Arbeiterzahl. Von einer II II IIUI Länder RM 1,50. Postscheckkonto Berlin 379 91. Anzeigen laut Tarif. Generalvertretung für Deutschland: Herbert Hirsch, Berlin W 15, Pariser Str. 18a. Telefon: J 2 Oliva 1904. Generalvertretung für Palästina: Heinz Zeimanfi, Haifa P. O. B. 95». Seite wird angenommen, daß für je 10 dunam Pflanzungsfläche durchschnittlich eine Arbeitskraft erforderlich ist. Hiernach könnten die 140 000 dunam jüdischer Pflanzungsfläche 14 000 Arbeitskräfte absorbieren. Eine eingehendere Schätzung kommt zu dem Resultat, daß bei noch nicht fruchttragenden Pflanzungen je eine Arbeitskraft für 15 dunam ausreicht, und erst bei fruchttragenden Pflanzungen je eine Arbeitskraft für 10 dunam beansprucht wird. Auch aus dieser Schätzung geht hervor, daß die jüdische Pflanzungswirtschaft durchschnittlich 11 000 Arbeitskräfte benötigen wird. Hierbei muß bemerkt werden, daß, nach der Schätzung der Jewish Agency, in den nächsten Monaten noch 24 000 dunam neu bepflanzt werden, die allein schon 2 400 Arbeitskräfte beanspruchen werden. Daraus folgt, daß im nächsten Frühjahr von der jüdischen Pflanzungswirtschaft über 13 000 Arbeiter aufgenommen werden dürften. A So ist die gegenwärtige Lage. Es darf jedoch nicht übersehen werden, daß ein großer Teil der jüdischen Pflanzungswirtschaft noch sehr jung ist, daß alljährlich neue Pflanzungsflächen heranreifen, die einen verstärkten Arbeitsaufwand, also ein größeres Aufgebot von Arbeitern, notwendig machen. Selbst, wenn, aus nicht vorauszusehenden Ursachen, im nächsten Jahre eine Unterbrechung oder Verminderung der Neupflanzungen ernteten sollte, würde die jüdische Pflanzungswirtschaft gezwungen sein, zusätzliche Arbeitskräfte einzustellen, da ja die ständige Heranreifung fruchttragender Flächen einen verstärkten Arbeiterbedarf zur Folge hat. Der Leiter der Gesellschaft „JACHIN", Chorin, versuchte kürzlich eine schätzungsweise Berechnung aufzustellen, wievel Arbeitskräfte in den kommenden fünf Jahren Größerer Export-Abschluß Deutschland-Palästina. Unter Mitwirkung der Bankfirma Jacob Japhet & Co. Ltd. in Jerusalem sowie einer deutschen Privatbank wurde die Motor Trading Company Ltd. Jerusalem mit einem Kapital von £P 50 000/— gegründet. Zweck des Unternehmens ist der Export deutscher hochwertiger Fertigfabrikate nach Palästina. Ein größerer Abschluß mit der Autoindustrie ist bereits getätigt worden. von den jüdischen Siedlungen absorbiert werden könnten. Seine sehr eingehenden Berechnungen ergaben, daß, selbst, wenn keinerlei neue Pflanzungsarbeiten vorgenommen werden sollten, noch eine zusätzliche Einstellung von Arbeitskräften erforderlich sein wird, und zwar: im Jahre 1935: 5000, 1936: 7000, 1937: 5500, 1938: 5500, so daß im Jahre 1939 in der jüdischen Plantagen- Wirtschaft insgesamt 36 000 Arbeiter beschäftigt sein dürften. 20 Pfennig Berlin, 31. Dezember 1934 Jahrgang 1 Nr. 18 — Juden und Araber

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