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Palästina-Nachrichten · 1934-11-18 · Heft 15 (18.11.1934) · p. Seite 3

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Journal
Palästina-Nachrichten
Volume
1 (1934)
Issue
Heft 15 (18.11.1934)
Date
1934-11-18
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Technik im Orient Diese Rubrik hat die Aufgabe, die inländischen, vor allem aber die palästinensischen Fachkreise über neue und interessante Konstruktionen und Verfahren der Industrie zu unterrichten. Die Entscheidung über die Aufnahme in diese Rubrik Praktische Tuben- und Dosenfüll- und SchließmdschSnen für die kosmetische Industrie Abb. 1 zeigt eine automatische, für Crems, Pasten und Salben bestimmte Füllmaschine, welche sich bei Klein- und Mittelbetrieben gut bewährt. Durch eine Kurbelumdrehung wird ein Quantum des Füllmaterials aus dem Behälter abgesaugt und unter Luftabschluß in die auf das Tubenrohr geschobene Tube gedrückt. Die Dosierung erfolgt durch einfache Einstellung an einer Skala. Zur Abfüllung von Dosen wechselt man das Tubenfüllrohr mit der Dosenfüll- und Abstreifvorrichtung aus. Die abgefüllte Tube wird in den Tubenhalter der Tubenschließmaschine (Abb. 2) gesetzt und mit einer Kurbelumdrehung zweimal gefalzt. Eine Kombination der beiden Maschinen und eines mechanisch arbeitenden Tubentransporteurs zeigt Abb. 3. Die Bedienungsperson bringt die abgefüllte Tube in den Tubenhalfer Abb. 1 Abb. 2 Abb. 3 der Schliefjmaschine. Während der Füllung einer Tu&e transportiert der Vertikal-Revolver die eingesetzte Tube in die Schliefjmaschine. Die Tube wird durch Umlegen und Festdrücken von zwei Falzen verschlossen und gelangt durch weitere Drehung des Revolvers in die senkrechte Stellung über die Ausfallschurre, wo sie behutsam herausfällt. Die Leistungsfähigkeit dieser elektr. betriebenen Maschine beträgt 1500 Tubenfüllungen pro Stunde. Hersteller der Maschinen ist die Fa. Wilh. Busse u. I. Perl, Berlin. Bautenschutz durch Chemie Von Dr. Simon. Einen großen Teil des auf Deutschland fallenden palästinensischen Aufjenhandels dürften die Erzeugnisse der deutschen chemischen Industrie ausmachen. Für die chemische Industrie war Deutschland schon von je her führend, und es ist auch nicht weiter verwunderlich, daß die Chemie auch auf die Bau-Industrie Anwendung gefunden hat, insofern als chemische Erzeugnisse für den Schutz bestehender und neu zu erstellender Bauten herangezogen werden. Für dieses Gebiet der chemischen Bautenschutzstoffe hat sich seit langen Jahren eine Berlin-Stuttgarter Firma spezialisiert und führt in ihrem Fabrikationsprogramm einige Materalien, die für den Markt in Palästina besonders geeignet sind. Zunächst wäre der Beton- und Mörtelzusatz Zimmerit-Mellitol zu nennen. Bekanntlich ist das Abbinden eines Mörtels oder Betons, sofern nicht für ausreichende Feuchtigkeit gesorgt wird, immer mit sogenannten Schwind- und Setzungsrjssen verbunden. Auch die Wasserundurchlässigkeit läßt dann zu wünschen übrig. Man hat jahrelang herumexperimentiert, und es sind auch eine Reihe von Zusätzen, die diesem Uebel abhelfen sollen, auf den Markt gebrach* worden. Teilweise ging der damit erzielte Erfolg auf Kosten der Wirtschaftlichkeit; „der Zusatz war zu teuer", ein anderer Prozentsatz verbesserte wohl eine Eigenschaft, dafür verschlechtern sich dann die anderen usw. i Diese Mißstände sind nun bei Zimmerit-Mellitol nicht vorhanden. Das Material ist nicht teiier. Pro 100 kg Zement wird nur* 1 kg Zimmerit-Mellitol verbraucht, das einfach dem benötigten Zement beigemischt wird. Auf Grund bestimmter wird allein nach fachlichen Gesichtspunkten gefällt; die Aufnahme eines Artikels gegen Bezahlung ist ausgeschlossen. Die Herstellerfirmen werden soweit wie möglich angegeben, um den Lesern zeitraubende Rückfragen zu ersparen. chemischer Verbindungen und Umsetzungen wird nun erreicht, daß ein den Zusatz an Zimmerit-Mellitol enthaltener Zement ausgezeichnete Resultate ergibt, insbesondere was die Wasser* dichfigkeit, die Zug- und Druckfestigkeit und die Widerstandsfähigkeit gegen agressive Einwirkungen anbelangt. Der Beton wird sozusagen plastisch und hält auch jähe Temperafurschwankungen ohne Veränderung aus, eine Eigenschaft, die gerade bei den klimatischen Verhältnissen in Palästina nicht zu unterschätzen ist. Ein anderes Erzeugnis, für das gerade in Palästina ein weites Anwendungsgebiet bestehen dürfte, sind die Zimmeritbitumenpasten. Diese Materialien sind, wie schon der Name sagt, emulgierte pastöse Stoffe auf Bitumenbasis, die sich insbesondere dadurch auszeichnen, dafj sie von vielseitiger Verwendungsfähigkeit sind. Der Hauptvorzug ist, dafj Zimmeritbitumenpasten kalt zu verarbeiten sind und mit Zuschlagstoffen wie Zement, Sand, Schiefermehl usw. gemischt werden können. Außerdem sind sie in hohem Grade hitzebeständig und damit den in Palästina herrschenden Temperaturen ohne weiteres gewachsen. Durch Zuschlag von Zement und Sand lassen sich ausgezeichnete Beläge von höchster Widerstandsfähigkeit und Elastizität herstellen, die durch Zwischenschalten einer Isolierschicht aus Jute und reiner Paste absolut wasserundurchlässig sind und somit einen ausgezeichneten Dachbelag ergeben, der auch begangen werden kann. Als Bodenbelag ist dieser sogenannte Zimmeritmastix ebenso gut zu verwenden, und als Hauptvorzug nochmals die Herstellungsweise auf kaltem Wege hervorzuheben. Gerade in Palästina mit beinahe tropischen Temperaturen bedeutet es eine ungeheure Vereinfachung und Erleichterung für die Arbeiter, wenn diese Beläge ohne umständliches Erhitzen in entsprechenden Kesseln, die immer eine Gefahrenquelle bilden, hergestellt werden können. Abgesehen davon sind Zimmeritbetumenpasten für die Aus- Zimmeritmastix in einer Lagerhalle besserung beschädigter Beton- und Asphaltböden geeignet. Die entsprechenden Stellen werden einfach mit der Mastixmischung ausgefüllt und mit der Kelle abgeglättet. Weiterhin sei noch die Möglfchkeit betont, mit den Zimmeritbitumenpasten widerstandsfähige Schutzmäntel für Oel- und Wasserrohrleitungen, Behälter usw. herstellen zu können. Sie sind chemisch indifferent, d. h. gerüch- und geschmacklos und können daher ohne weiteres zur Innenauskleidung von Trinkwasserfanks verwendet werden. Außerdem wird noch die sogenannte Dermas Brand Emulsion auf den Markt gebracht. Hier handelt es sich um einen Zusatz zu Steinholzbelägen, der eine wesentliche Verbesserung hinsichtlich Dauerhaftigkeit und Widerstandsfähigkeit des ( Steinholzes bewirkt. Gerade für Wohn- und Büroräume bevorzugt man ja Steinholzbeläge, die teppichartig in den verschiedensten Farbtönen hergestellt werden können, und es ist daher sehr wichtig, die Lebensdauer solcher Beläge durch Zusatz der Dermas Brand Emulsion zu steigern.

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